In Wildberg hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen die geplanten Windräder im Gebiet Lindenrain einsetzt. Bei einem Bürgerdialog stellte sie sich vor.
In Wildberg hat sich eine Initiative gegen die geplanten Windräder gebildet. Bei einem Bürgerdialog stellte sich die Initiative vor.
Die Anliegen der Wildberger Bürgerinitiative sind der Naturschutz, der Erhalt des Waldes als Rückzugsort für heimische Wildtiere und des Landschaftsbildes sowie der Kulturlandschaft als Naherholungsgebiet für die Bürger, erläuterte Initiator Max Baumgartner. „Unsere Heimat, wie wir sie lieben, soll nicht geopfert werden für den Bau von im windschwachen Baden-Württemberg völlig ineffizienten Windenergieanlagen“, sagte er.
Er wies außerdem auf Baiereck bei Göppingen hin, wo Anwohner berichten, durch Windräder Lärmbelästigung und Schlafstörungen zu erleiden. Der Betreiber hatte hier angekündigt, die Getriebe auszutauschen.
Auch stelle man in Frage, was im Falle einer Betreiberinsolvenz geschehe und welche Kosten auf die Gemeinde als Flächeneigentümer zukäme, wenn die Anlagen entsorgt werden müssten.
Dann startete der Vortrag von Hansjörg Jung. Jung ist Betriebswirt und beschäftigt sich seit zwölf Jahren ehrenamtlich für verschiedene Verbände mit Windkraft.
Windkraft ja, wenn genügend Wind weht
Zu Anfang ging er auf den europäischen Windatlas ein und erklärte, dass Baden-Württemberg im europäischen Vergleich eine sehr windarme Region sei. Um Planung, Bau und den Betrieb der Windparks attraktiv zu machen, würden entsprechende Subventionen für an Investoren und Betreiber bezahlt.
Hinzu kämen Netzproblematiken durch Flatterstrom, Dunkelflauten und Hellbrisen. Durch Windräder werde die Stromversorgungsproblematik nicht gelöst, sondern verschärft, meint Jung.
Durch die Schwankungen bei Wind- und Sonnenenergie müssten immer mehr Gas- und Kohlekraftwerke als Back-up oder auch Ergänzungskraftwerke bereitgehalten werden, behauptet Jung.
Auch eine mögliche Gefährdung von Rotmilanen machen den Kritikern Sorgen. 60 Prozent des weltweiten Vorkommens des Greifvogels leben in Deutschland.
Wegen der Eiswurfgefahr seien in Lagen über 400 Metern Warnanlagen anzubringen – daher werde man sich an Schranken oder Ampeln sowie Verlegungen oder Sperrungen von Wander- und Laufwegen im Wald einstellen müssen, vermutet der Redner.
Besonders fraglich sei laut der Bürgerinitiative, was im Brandfall geschehe. „Nicht mal die früheren Anlagen mit beispielsweise 120 Metern Höhe können von Drehleiter und Wasserstrahl erreicht werden“, schreibt Florian Leipner von der Initiative auf Anfrage unserer Redaktion.
Fünf bis zehn Windrad-Brände im Jahr
Auf dieses Thema ging auch Jung in seinem Vortrag ein: Mit durchschnittlich fünf bis zehn Ereignissen pro Jahr (hier handelt es sich um eine Schätzung, offizielle Statistiken werden nicht geführt, Anm. d. Red.) sind Brände von Windkraftanlagen zum Glück eher selten – aber für die betroffene Region katastrophal.
Löschen ist unmöglich. Auch beim kontrollierten Abbrennen, so die Sorge, würden Unmengen giftiger und umweltschädlicher Gefahrenstoffe“ sowie „fiese Fasern“ (lungengängiges Material, welches über die Haut in den Körper gelangt) freigesetzt, die über die Luft in den menschlichen Körper, auf Felder und ins Grundwasser gelangen könnten.