Noch bis Ostern ist Fastenzeit – manche wollen es auch wann anders mal ausprobieren. Heilpraktikerin Xenia Clemens aus Rottweil gibt Tipps, wie Fasten gelingen kann.
Noch bis Ostern dauert die christliche Fastenzeit. Gefastet und Verzicht geübt wird mittlerweile auf vielerlei Arten. Während die einen Handy-Fasten und auf ihr Smartphone verzichten, meiden andere Alkohol, Süßigkeiten, oder liebgewonnene Dinge.
„Es ist aber auch wichtig, dem Körper etwas Gutes zu tun“, rät Heilpraktikerin Xenia Clemens, die in ihrer Praxis Kurse zum Basenfasten anbietet. „Fasten, egal ob Basenfasten, Intervallfasten, oder Heilfasten, gibt dem Körper die Gelegenheit, innerlich Großputz zu machen“, erklärt sie und ergänzt, warum dies in Zeiten, in denen man sich so gar nicht mehr artgerecht ernähre, umso wichtiger zur Erhaltung der Gesundheit sei.
Stress und Sorgen hinterlassen Spuren
Denn ungesundes Essen, Stress, Sorgen, Überbelastung und dergleichen würden Spuren im Körper hinterlassen. Zunächst unsichtbar. Später könnten sich dann Krankheiten daraus entwickeln. Jeder Mensch reagiere anders. „Aber deswegen sollte man sich Pausen gönnen und sich körperlich und psychisch klären“, rät sie. Da sei so eine Fastenpause sehr praktisch, in der man sich bewusst auf die wichtigen Dinge besinne und sich und seinem Körper etwas Gutes tue.
Die Erkenntnisse aus einer Fastenphase dann im Alltag zu integrieren und bewusster zu leben, sei ein gutes Ziel. „Beispielsweise mit Routinen bei den Mahlzeiten“, so ein Tipp von ihr. Denn der Körper brauche nicht jeden Morgen ein anderes Frühstück.
„Der Körper mag es, wenn er weiß, was er bekommt“, sagt sie. Sie selbst liebe Porridge zum Frühstück, mit Obst und Nüssen. „Das ist zeitsparend und man kann es sehr gut vorbereiten“, weiß sie. Um den Stoffwechsel anzuregen, empfiehlt sie gleich nach dem Aufstehen ein Glas heißes Wasser zu trinken – wer mag mit Zitrone oder Ingwer darin.
Darmbakterien wie Haustiere
„Man muss sich die guten Darmbakterien als Haustiere vorstellen, die es gilt zu füttern und zu pflegen“, sagt sie und betont ganz deutlich: „Jeder muss seinen Weg finden. Es gibt nicht den einen richtigen Weg.“ Für den einen passt Heilfasten, für den nächsten Basenfasten, für den Dritten ist Intervallfasten hilfreich, mit 12/12, 14/10 oder, wie es gerade in Mode ist, 16/8.
Intervallfasten für den Alltag
„Das ist jeweils der Rhythmus. Man kann zwölf Stunden essen und dann wieder zwölf Stunden verzichten, oder eben 14 Stunden und zehn Stunden verzichten, wie es besser passt“, so Xenia Clemens, die informiert, dass sich das Intervallfasten optimal in den Alltag integrieren lasse. Jeder müsse seinen Rhythmus finden. „Und es ist wichtig die Veränderungen in kleinen Schritten zu beginnen, sonst schaffen wir es nicht aus unseren alten Mustern heraus“, weiß sie.
Sie rät auch abends nicht zu spät zu essen und zwei Stunden vor dem Schlafen auch aufzuhören zu trinken. „Damit man eher eine ruhige Nacht hat“.
Das Fasten sei für den Körper wichtig, da in der „Industrienahrung“ zu viele Kohlenhydrate, Zucker, Fruktosen und künstliche Stoffe enthalten seien, die sich bei übermäßigem Konsum negativ auf den Körper auswirken würden. Gesundes Eiweiß, Gemüsesuppen, Gemüsepfannen und Obst empfiehlt sie, statt Nudeln, Pizza und Pommes. „Und wer zwischendurch etwas snacken möchte, der kann aus einer Vielfalt von Naturnüssen wählen“, so ihr Tipp.
Zucker lässt den Körper altern
Auf Zucker sollte man so gut es geht verzichten, „denn Zucker lässt den Körper altern“, weiß Xenia Clemens, die noch viele weitere Tipps parat hat, die sie bei ihren Kursen auch gerne weitergibt. Rezepte fürs Basenfasten gebe es im Internet reichlich.
Auf alles verzichten müsse man absolut nicht, aber „die Dosis macht das Gift“, sagt sie und stellt heraus, dass Gesundheit zwar ihren Preis habe, der Preis für Krankheiten und sie auszuhalten, oder deren Heilung, viel höher sei. „Wenn wir wieder lernen, einen roten Faden in unserer Lebensweise zu behalten, immer wieder nachjustieren, ist die Chance ein gesünderes längeres Leben zu führen viel höher“, weiß sie. Denn dann verkrafte unser System auch die „Ausreißer“.
„Gesund zu leben ist kein Luxus, eher eine Entscheidung, und kann durchaus sehr genussvoll sein – einfach nur anders“, gibt sie mit auf den Weg.