Vor fünf Jahren war das Wappen brandneu in die Erde eingesetzt. Nun ist es beschädigt. Foto: Handte

Fünf Jahre ist es her, dass Metallbauer Jan Handte das Ortswappen von Hirsau in eine Wiese am Ortseingang eingesetzt hat. Nun weist es Schäden auf. Ein Autofahrer ist wohl darüber gefahren und hat sich aus dem Staub gemacht. Doch es gibt einen Verdächtigen.

Calw-Hirsau - Zehn Millimeter dicker Stahl rahmt das Hirsauer Ortswappen mit dem Hirsch, der einen Abtsstab trägt, am Ortseingang in der Pletschenau ein. Doch auch dieser Stahl vermochte es nicht, den Kräften standzuhalten, die am Abend des 19. Juni gewirkt haben müssen. Gegen 21 Uhr war laut des Polizeipräsidiums Pforzheim ein Unbekannter in seinem Auto unterwegs von der Karl-Greiner-Straße kommend in Richtung Pletschenau (K 4308).

Kurz vor der Einmündung muss er den Ermittlungen zufolge die Kontrolle über seinen Wagen verloren haben, sodass er nicht mehr dem eigentlichen Straßenverlauf folgte. Stattdessen fuhr er wohl über die Wiesenfläche und überfuhr das Wappen, schildert Polizeisprecher Frank Weber. Anschließend machte sich der Unbekannte aus dem Staub, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern.

Der Stahlrahmen des Wappens scheint stark in Mitleidenschaft gezogen – verbogen und an manchen Stellen gar aufgebrochen. Der Hirsch im Innern des Wappens scheint den Unfall indes weitgehend heil überstanden zu haben. Den entstandenen Sachschaden an dem Werk schätzt das Polizeipräsidium auf rund 500 Euro.

Hoher Sachschaden an Auto

Noch schlechter muss das Auto weggekommen sein, dessen Fahrer das ganze Schlamassel angerichtet hat. Den Sachschaden daran schätzt die Polizei auf rund 17 000 Euro.

Die Ermittlungen in dem Fall wurden sogleich aufgenommen. Und tatsächlich: Inzwischen hat die Polizei einen Tatverdächtigen, bestätigt Weber auf Nachfrage unserer Redaktion. Ihn erwartet nun unter anderem eine Strafanzeige wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Laut des Strafgesetzbuchs (StGB) "kann auf eine begangene Fahrerflucht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren folgen", ist dem Bußgeldkatalog zu entnehmen. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Für Jan Handte aus Hirsau ist der Vorfall besonders herb. Er war es nämlich, der das Wappen vor fünf Jahren erschaffen hat. Der Schlosser und Metallbauer erinnert sich noch daran, wie der damalige Ortsvorsteher Davide Licht auf ihn zugekommen war mit dem Auftrag, das Wappen zu errichten. Entsprechend viel Herzblut steckt darin, wie er auch in einem Facebook-Kommentar unter einem Beitrag über den Unfall kundtut: "Echt schade...Gerade Mal fünf Jahre her, seitdem ich das Ganze hergestellt habe". Wie viele Stunden Arbeit hinter der Metallkonstruktion stecken, kann Handte nicht mehr beziffern. Nur so viel: "Es hat schon lange gedauert." Zumal das Ganze auch noch eine sehr künstlerisch wertvolle Arbeit gewesen sei.

Schnell unterwegs?

Der Unfallfahrer, da ist sich Handte sicher, muss sehr schnell unterwegs gewesen sein. Es gehöre seiner Erfahrung nach "viel dazu, zehn Millimeter starken Stahl so herzurichten", ärgert er sich.

Noch wurde er von der Stadt Calw nicht damit beauftragt, das Wappen zu reparieren. Zunächst müsse man wohl noch einiges klären, beispielsweise die Versicherungsfrage, vermutet er.

Vonseiten der Stadtverwaltung war bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren, ob und wenn ja, wann eine Reparatur des beschädigten Ortswappens geplant ist.