In der Kläranlage Burladingen wurden illegal 50 bis 80 Liter Altöl entsorgt. Die Polizei sucht nun mit Hilfe von Hinweisen aus der Bevölkerung nach dem Täter. Die Beseitigung des Altöls verursachte erhebliche Kosten.
Wenn selbst die Polizei von einer riesigen Sauerei spricht, muss in Burladingen etwas passiert sein – und das kann man durchaus im übertragenen Sinne verstehen.
Zwischen Montagnachmittag gegen 16 Uhr und Dienstagmorgen gegen 10 Uhr wurden etwa 50 bis 80 Liter Altöl in die Kläranlage Burladingen gespült – illegal entsorgt vom Täter. Über den Übeltäter ist bislang nichts bekannt.
Im Fettfang wurde das Altöl gesammelt
Die Kläranlage Burladingen verfügt in der ersten Reinigungsstufe über einen Sand- und Fettfang, der normalerweise dazu dient, übliche Mengen an Sand und Fett aus dem Abwasser zu entfernen. In diesem speziellen Fall jedoch war der gesamte Fang mit einer dicken Schicht Motoröl gefüllt.
Der Leiter der Kläranlage, Heiko Engel, traute seinen Augen nicht, als eines der Becken pechschwarz eingefärbt war – vom eigentlichen braunen Abwasser war nichts mehr zu sehen.
Mit einem Öl-Messstreifen kam dann die Gewissheit: Hier hat jemand einen Kanister, der das handelsübliche Volumen weit übersteigt, in einen kommunalen Kanal gekippt. Vermutlich handelt es sich um altes Schweröl, möglicherweise im Zusammenhang mit Landmaschinen, so eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Reutlingen.
Das Öl blieb bis zum nächsten Tag in dem Becken, bis es dann von einem Kanalwagen abgesaugt wurde. Die Entsorgung verursachte Kosten in Höhe von rund 2 000 Euro. Die Feuerwehr musste dafür nicht ausrücken.
Keine Gefahr für Mensch und Tier
Größere Schäden an der Kläranlage und ihrer Biologie seien aufgrund des Fettfangs nicht entstanden. Eine solche Ölmenge hätte die Bakterien der Biologie zwar nicht abgetötet, aber die Abbauwerte hätten sich verschlechtert und die Grenzwerte wären nicht mehr einzuhalten gewesen, so Engel.
Er ist sich sicher, dass sich der Täter der Schwere seiner Tat bewusst war. Noch am selben Tag habe er den Vorfall dann der Polizei gemeldet. Der Polizeisprecher in Burladingen bezeichnet den Vorfall als „riesige Sauerei“.
Keine Schäden für Mensch und Umwelt
Durch das schnelle Handeln aller Beteiligten sei es gelungen, die Gefahr für Mensch und Tier sowie für die Fehla abzuwenden. Was Engel besonders Ärgert: Altöl kann dort, wo es gekauft wurde, auch kostenlos wieder abgegeben werden. Es hätte also gar nicht so weit kommen müssen.
Polizei bittet um Hinweise
Der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Reutlingen ermittelt nun wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen.
Die Polizei ist überzeugt, dass der Täter aus dem Stadtgebiet von Burladingen, Gauselfingen oder Hermannsdorf kommen muss. Bisher sind noch keine Hinweise bei der Polizei eingegangen. Die Verfolgung von Straftaten dieser Art sei besonders schwierig, so der Polizeibeamte aus Burladingen. Die Ermittler hoffen nun auf Zeugen, die zur Aufklärung des Vorfalls beitragen können.
Sollte jemand etwas Verdächtiges im Zeitraum von Montag, den 22.Juli 16 Uhr bis Dienstag den 23. Juli 10 Uhr beobachtet haben, wird gebeten, dies auf der Kläranlage Tel: 07475/7245 oder dem Polizeiposten in Burladingen Tel: 07475/950010 zu melden.