Nachdem Thomas Frenk Rattengift auf seinem Feld in Nonnenweier entdeckt hatte, laufen die Ermittlungen. Das Gift hätte laut Polizei wohl keine Kuh töten können.
Es war ein Schock für Landwirt Thomas Frenk aus Nonnenweier, als sein Sohn Anfang Mai auf einem seiner Felder beim Einfahren des Vieh-Futters Rattengift entdeckt hatte. Als einen „Anschlag auf unsere Tiere und auf unseren Bauernhof“, hatte Frenk den Vorfall in einem emotionalen Video bezeichnet, das er auf dem Instagramprofil zu seinem Lindenhof „frenks_lindenhof“ veröffentlichte. Auch hatte er angekündigt, dies keinesfalls so stehen zu lassen. „Das wird eine Anzeige nach sich ziehen“, hieß es.
Eineinhalb Wochen danach zeigt sich der Landwirt im Gespräch mit unserer Redaktion etwas designiert: „Die Beweismittel – Fetzen der Verpackung und die restlichen Köder – habe ich der Polizei gebracht. Jetzt kann ich nicht mehr machen, als abzuwarten und zu hoffen.“
Sein Aufruf, wer auffällige Beobachtungen gemacht habe, möge sich melden, sei bisher unbeantwortet geblieben. „Ich hoffe, dass sich vielleicht doch noch jemand meldet und würde das sehr schätzen – aber ich habe wenig Hoffnung“, so Frenk. „Der Vorfall ist ja jetzt auch schon länger Gespräch in der Gemeinde. Je länger er zurück liegt, desto schwieriger wird es. Ich hoffe auf die Polizei.“
Ermittlungen der Polizei laufen
Polizeisprecher Wolfgang Kramer erklärt auf Nachfrage unserer Redaktion: „Wir ermitteln in dem Fall, können aber noch nicht genau sagen, in welche Richtung es geht.“ Die gelbe Verpackung „Rattenköder Pad“, die Tim Frenk, Sohn des Landwirts, auf dem Feld entdeckt hatte, war durch die Mäharbeiten aufgerissen und der Inhalt – mehrere kleine Einzelpackungen – auf dem Feld und damit in dem Gras, das ursprünglich an die Kühe verfüttert werden sollte, verteilt worden.
Beweismittel wurden untersucht
Die Polizei habe die von Frenk eingereichten Beweismittel untersuchen lassen und nun laut Kramer herausgefunden, dass der festgestellte Wirkstoffgehalt des Giftes „eher klein, im Milligrammbereich“ gelegen habe. „Selbst wenn eine Kuh alles gefressen hätte, hätte das keine lebensbedrohlichen Folgen gehabt“, so der Polizeisprecher. Hinweise von Zeugen seien auch bei der Polizei bisher nicht eingegangen. Die Ermittlungen würden auch nicht in Richtung eines Vergehens gegen das Tierschutzgesetz laufen. „Wir ermitteln wegen unerlaubtem Umgang mit Abfällen“, so Kramer. Der Fall laufe vermutlich auf eine Ordnungswidrigkeit – und nicht auf eine Straftat heraus. Dennoch werde der Fall auch an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.
Gras wächst über die Sache
Frenk zeigt sich, angesprochen auf die Einschätzung der Polizei, bezogen auf den „eher kleinen“ Wirkstoffgehalt des Giftes, unbeeindruckt: „Das wusste ja derjenige, der es auf dem Feld hinterlassen hat, nicht. Ich gehe davon aus, dass ein Normalbürger nicht weiß, wie stark so ein Rattengift ist. Da unterstelle ich jetzt einfach Boshaftigkeit.“ Selbst wenn die Person es gewusst hätte – Rattengift gehöre nicht auf ein Feld, betont der Landwirt. „Es wächst zwar langsam Gras über die Sache, aber sie sitzt schon noch tief“, so Frenk. Das Futter für seine Kühe produziert der Landwirt größtenteils selber, damit er weiß, was darin ist. Hat er nach dem Vorfall noch ein genaueres Auge auf seine Felder? „Wir waren davor schon vorsichtig und engagiert, wenn etwa Müllfetzen wie Dosen auf dem Feld waren, aber natürlich ist man jetzt noch vorsichtiger“, erklärt Frenk. Er gibt aber auch zu, dass es unmöglich sei, jedes Mal alles gründlich abzusuchen. „Wenn jemand etwas plant, gezielt etwas auf dem Feld platzieren will, ohne dass ich es merke, gibt es genug Möglichkeiten“, sagt er.
Beitrag in der Landesschau
Der Vorfall mit dem Rattengift im Kuhfutter hat bereits Wellen geschlagen. Auf Instagram gibt es unter dem Video zahlreiche entsetzte Kommentare wie „Einfach unglaublich“ und „Furchtbar, was sich die Leute alles einfallen lassen, um andere zu schädigen“. Auch der SWR war bei Thomas Frenk in Nonnenweier auf dem Hof zu Gast. „Die waren da, haben sich den Hof und die Fläche auf dem Feld angeschaut. Auch mein Sohn hat sich geäußert“, so Frenk. Der rund fünfminütige Videobeitrag „Landwirt findet Rattengift im Kuhfutter“ der Landesschau ist online unter www.swr.de zu finden.