Auch mit einer angeblich automatischen Waffe, hier eine Maschinenpistole, soll ein Mann in Schwenningen in die Luft geschossen haben. (Symbolbild) Foto: Arne Dedert/dpa

Ungewöhnlicher Vorfall in Schwenningen: Ein Mann soll in einem Wohngebiet mit zwei Waffen mehrfach in die Luft geschossen haben. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter ermitteln, rückte mit dem SEK an und durchsuchte die Wohnung.

Die Hintergründe erscheinen schleierhaft, die Bedrohung aber zunächst real: Ein Mann soll in Schwenningen mehrfach in die Luft geschossen und dabei Drohungen ausgesprochen haben. Polizei und Staatsanwaltschaft sind aktiv geworden und können nun Details zu der Tat nennen.

 

Abgespielt haben soll sich dieser ungewöhnliche Vorfall bereits in der Silvesternacht, wie Polizeisprecher Daniel Brill auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Demnach liegt den Ermittlern ein Video vor, mit dem die Tat dokumentiert werden konnte. „Scheinbar mit einer automatischen Waffe und einer Pistole“ habe der Mann nach Angaben der Polizei in die Luft gefeuert und dabei auch Drohungen ausgesprochen. Brill: „Die Drohungen waren auf Serbisch.“

Ereignet hat sich das Ganze laut Polizei mitten im Wohngebiet Rieten, an der Ecke Gluckstraße/Hardtstraße. Die Beamten stiegen daraufhin in die Ermittlungen ein und konnten einen in Schwenningen wohnhaften 43-Jährigen als Täter identifizieren. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Mann tatsächlich Zugriff auf scharfe Waffen hat, entschloss man sich, bei der geplanten Festnahme und Durchsuchung die Kräfte des Spezialeinsatzkommandos hinzuzuziehen.

SEK stürmt am 10. Januar die Wohnung

Am frühen Morgen des 10. Januar stürmten das SEK und Kriminalbeamte die Wohnung des Mannes und nahmen ihn vorläufig fest. Über die Hintergründe des SEK-Einsatzes hatten die Ermittlungsbehörden zunächst geschwiegen und auf Anfrage unserer Redaktion lediglich den Umstand bestätigt. Die weiteren Details gab die Polizei nun auf weitere Nachfrage preis.

„Bei der darauffolgenden Durchsuchung wurden Waffen gefunden, die in ihrer Brisanz allerdings nicht denen des Videos glichen“, so Brill. Nach der vorläufigen Festnahme wurde der 43-Jährige „nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gelassen“, wie der Polizeisprecher erklärt. Derzeit wird unter anderem wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.