Im Fall der Schüsse, nach denen ein Ehepaar am 18. Oktober tot in Hochdorf aufgefunden wurde, sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Was die Polizei heute zum aktuellen Stand sagt.
Die Ermittlungen der Polizei zu den dramatischen Ereignissen am 18. Oktober im Nagolder Teilort Hochdorf sind noch nicht abgeschlossen. Das bestätigte jetzt die Pressestelle der Polizeidirektion Pforzheim in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Tübingen auf Anfrage der Redaktion.
Die Polizei hatte an jenem Samstagmittag im Oktober zwei leblose Menschen im Garten eines Anwesens in der Tübinger Straße entdeckt. Zuvor hatten gegen 12.30 Uhr Zeugen sich bei der Polizei gemeldet und mitgeteilt, dass sie Geräusche, die an Schüsse erinnerten, gehört hätten. Eintreffende Rettungskräfte sowie mehrere Funkstreifen der Schutz- und Kriminalpolizei konnten lediglich den Tod der beiden feststellen.
Mann erschoss Frau, dann sich selbst
„Unter Würdigung der aktuell vorliegenden Beweismittel sowie aufgrund von Erkenntnissen der Kriminaltechnik und der Rechtsmedizin ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass der Mann die Frau durch eine Schussabgabe tödlich verletzte und im Nachgang die Waffe gegen sich selbst richtete“ – so lautete der Ermittlungsstand wenige Tage nach dem mutmaßlich erweiterten Suizid.
Bei den Verstorbenen handelt es sich um ein am Ereignisort lebendes Paar, welches berechtigt im Besitz von Schusswaffen war. Sie waren beide Sportschützen. Nach Recherche der Redaktion waren beide aktive Mitglieder eines Sportschützenvereins im Umland gewesen.
Spannungen in der Familie
„Die Rekonstruktion des Ablaufs und die Ermittlung des Tatmotivs sind noch nicht abgeschlossen, da weiterhin Untersuchungsergebnisse ausstehen“, erklärte die Polizei zum aktuellen Stand einige Wochen nach der Tat.
Seit der letzten Pressemitteilung im Oktober seien keine neuen Erkenntnisse zum Tatablauf hinzugekommen.
Eine abschließende Antwort, welche Umstände und Beweggründe zu den Ereignissen führten, haben die Ermittler bislang nicht. „Die Hintergründe lassen sich bislang nicht eindeutig klären. Es gab jedoch wiederholt Spannungen innerhalb der Familie“, heißt es in der Antwort der Pforzheimer Polizeidirektion.
Anmerkung der Redaktion: In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen - es sei denn, die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie bei der Telefonseelsorge unter 0800/1110111 oder 0800/1110222 und unter www.telefonseelsorge.de/. Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: www.suizidprophylaxe.de/