Ein Friedhofsmitarbeiter soll jahrelang Leichen bestohlen haben. Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Die Ermittlungen gegen einen Freiburger Friedhofsmitarbeiter bringen neue grausige Details ans Licht. Die Ermittlungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Es war eine Schockmeldung von besonderem Ausmaß: Im vergangenen September wurde bekannt, dass ein Friedhofsmitarbeiter in Freiburg über Jahre hinweg immer wieder Schmuck und Goldzähne von Toten geklaut haben soll. Die Stadtverwaltung sprach in diesem Zusammenhang von „zutiefst erschütternden Vorwürfen“.

 

Zehn Monate später kommen neue Details ans Tageslicht. Der Mann hat nicht nur Tote bestohlen, er hat in mindestens einem Fall auch Fotos einer Leiche gemacht und an andere Personen geschickt. Besonders furchtbar dabei: Bei der Toten handelte es sich um ein Gewaltopfer.

Ganzes Ausmaß noch nicht ersichtlich

Man habe 17 Fotos sichergestellt, weitere Fälle seien nicht bekannt, so Carola Seith, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Freiburg. Sie befasst sich derzeit mit den Ermittlungsakten der Polizei und hat zu einzelnen Aspekten noch „punktuelle Nachermittlungen“ beauftragt hat.

Diese Nachermittlungen würden wohl noch mehrere Wochen dauern, erst dann könne man abschließend sagen, welche Straftaten dem Beschuldigten vorgeworfen werden, über welchen Zeitraum sie begangen wurden und um wie viele Tatvorwürfe es sich genau handelt. Auch zu einer möglichen Strafhöhe könne man vor Ende der Ermittlungen noch nichts sagen, so Carola Seith weiter.

Im Frühjahr hatte die Polizei noch von einer sechsstelligen Schadenssumme gesprochen. Die Stadt hatte nicht näher umschriebene „arbeitsrechtliche Konsequenzen“ gegenüber dem Beschuldigten bekannt gemacht.