Die Jugendmusikschule ist in das Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Eine Mitarbeiterin hat offenbar 350.000 Euro veruntreut. Foto: Archiv

An die 350.000 Euro fehlen in der Kasse der Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen (JMS). Der Verdacht besteht, dass eine ehemalige Mitarbeiterin das Geld  für private Zwecke abgezweigt hat. Eine Anzeige ist bei der Staatsanwaltschaft Konstanz eingegangen.

St. Georgen - Der Vorsitzende Daniel Papst geht nun in die Offensive und macht die Vorgänge öffentlich. Dem Leiter der JMS seien kürzlich verdächtige Abbuchungen von einem Bankkonto der Einrichtung aufgefallen. Er habe daraufhin den Kassierer und ihn als Vorsitzenden der JMS informiert und nähere Untersuchungen angestellt.

Er  habe  daraufhin eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit einer umfassenden Untersuchung beauftragt, erklärt Papst. Nachdem der Bericht der Wirtschaftsprüfer vorgelegen sei, sei Strafanzeige bei der  Staatsanwaltschaft Konstanz erstattet worden.

Gelder für private Zwecke abgezweigt

Nach derzeitigem Sachstand sei davon auszugehen, dass eine ehemalige Mitarbeiterin der JMS, die sowohl eine Kontovollmacht als auch Zugriff auf eine Kreditkarte gehabt habe, Gelder der JMS für private Zwecke abgezweigt hat. Bei der JMS seien nicht nur fest angestellte Musiklehrer tätig, sondern auch freie Mitarbeiter, die auf Stundenbasis Musikunterricht erteilen würden. Diese freien Mitarbeiter würden der JMS in regelmäßigen Abständen Stundenaufstellungen übermitteln. "Die Verdächtige war damit betraut, die von den freien Mitarbeitern übermittelten Stunden mit dem jeweiligen individuellen Stundensatz zu multiplizieren und den sich daraus ergebenden Betrag an den betreffenden freien Mitarbeiter zu überweisen.

Es ist davon auszugehen, dass die Verdächtige in den vergangenen Jahren (2012 bis Anfang 2020) in einer Vielzahl von Fällen so vorgegangen ist, dass sie – wenn sie eine Zahlung an einen freien Mitarbeiter tätigte – daneben in zeitlichem Zusammenhang mit dieser Überweisung eine weitere Überweisung (welche angeblich den jeweiligen freien Mitarbeiter betraf) vornahm, wobei der weitere Überweisungsbetrag allerdings auf das Konto der Verdächtigen transferiert wurde", schildert Papst die gegen die Frau gerichteten Vorwürfe .

350.000 Euro Schaden

Zudem habe sie Zugriff auf eine Kreditkarte betreffend eines der Konten der JMS gehabt. Es bestehe der Verdacht, dass die ehemalige Mitarbeiterin mittels dieser Kreditkarte Ausgaben getätigt und Rechnungen beglichen habe, die nicht im Zusammenhang mit der JMS stehen. "Derzeit wird überschlägig davon ausgegangen, dass der JMS durch das Verhalten der Verdächtigen ein Schaden von rund 350.000 Euro entstanden ist", nennt der Vorsitzende die Höhe der fehlenden Summe. Von näheren Angaben zum Sachverhalt sehe die JMS derzeit ab, um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu gefährden. 

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