Die bestellte und bezahlte Sauna wurde nie geliefert. (Symbolfoto) Foto: Rido/ Shutterstock

2000 Euro überwiesen, aber keine Sauna erhalten – diese Erfahrung musste vor kurzem ein 33-Jähriger Mann aus Deißlingen machen. Wie sich nun herausgestellt hat, ist der Mann aus dem Kreis Rottweil auf einen sogenannten "Fake-Shop" hereingefallen.

Kreis Rottweil - Der Mann war im Internet auf der Suche nach einer Sauna mit passendem Saunaofen. Fündig ist er bei einem Internet-Shop geworden, der nicht nur Saunen, sondern auch Haus- und Gartenbedarf sowie Sport- und Freizeitartikel anbietet. Über 2000 Euro hatte der Mann schließlich als Vorauszahlung an den Betreiber überwiesen, berichtet das Polizeipräsidium Konstanz.

Nachdem der 33-Jährige nichts von dem Unternehmen gehört hatte und auch den Betreiber telefonisch nicht erreichen konnte, recherchierte er im Netz über den Online-Shop. Dabei stellte sich heraus, dass bereits viele Nutzer vor der Seite gewarnten hatten.

Online-Shop ist weiterhin aktiv

Auch in Hamburg, wo der Betreiber laut Impressum seinen Sitz haben soll, ist die Polizei sowie die Verbraucherzentrale informiert. Nun ermittelt die Kriminalpolizei Rottweil wegen Betrugs gegen den Betreiber. Vorerst sind die 2000 Euro des Mannes also weg und der Online-Shop ist weiterhin aktiv. Unter dem Namen "florina-garten.com" zockt der Betreiber vermutlich immer noch Kunden ab.

"Die Seite war vorher unter der Domain .de aktiv. Durch die amerikanische Domain .com ist es deutlich schwieriger, den Betreiber zu fassen", erklärt Uwe Vincon, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. Vincon rät bei Anschaffungen im Netz, eine nötige Selbstkontrolle und Skepsis an den Tag zu legen. "Wir wissen, dass sich die Leute meist vom Preis blenden lassen. Man sollte sich über den angebotenen Preis Gedanken machen und sich auch nicht von Zeitfaktoren unter Druck setzen lassen. Man sollte grundsätzlich alles gründlich prüfen", führt er weiter aus.

Der klassische Tipp, das Impressum einer Seite aufzusuchen und dahingehend die Seriosität eines Shops zu beurteilen, sieht der Pressesprecher mittlerweile als veraltet an, da sich auch die Betrüger weiterentwickeln würden. "Die Betrüger lassen sich was einfallen und kopieren die Daten von realen Seiten. Da kann man dann auch gerne mal anrufen", sagt Vincon.

Geld ist nicht sofort weg

Bei nicht bekannten Seiten, einem fragwürdigen Design oder fehlerhaftem Deutsch sollte man grundsätzlich skeptisch werden, so der Pressesprecher. Zuletzt hat Uwe Vincon noch einen Geheimtipp: "Das Geld ist nicht sofort weg. Sobald man merkt, dass was falsch ist, sollte man sofort Rücksprache mit der Hausbank halten."

Bestenfalls sollten sich die Kunden aber bereits vor dem Kauf informieren und beispielsweise den Namen der Seite in Verbindung mit dem Wort Betrug in die Leiste der Suchmaschine eingeben.