Mit Hochdruck ermittelt die Ermittlungsgruppe Rauschgift im Schwarzwald-Baar-Kreis. Dabei kommen immer neue Details über das Drogenmilieu der Region ans Tageslicht.
Es war ein Sonntag, der 9. März, als den Rauschgiftermittlern der Kriminalpolizei Rottweil ein großer Schlag gegen Drogenhändler im Schwarzwald-Baar-Kreis und der Ortenau gelungen ist.
Mehrere Männer zwischen 20 und 31 Jahren standen im Fokus der Ermittler, und drei von ihnen gingen diesen nach einer „Drogenbeschaffungsfahrt“ ins Netz. Doch wie groß ist der Dealer-Ring und wie war er organisiert? Nachgefragt bei Staatsanwalt Andreas Mathy der Staatsanwaltschaft Konstanz kommen überraschende Details ans Licht.
Auf der Straße schnappt die Falle zu
Die Falle schnappte bei Offenburg zu. Fieberhaft wurde das Fahrzeug der Männer durchsucht, ehe die Handschellen klickten. Mehrere Hundert Gramm Kokain, ein Kilogramm Ketamin, außerdem Marihuana und Amphetamine wurden beschlagnahmt. Die Arbeit der Rauschgiftermittlungsgruppe kam aber danach erst so richtig auf Touren: Ihre Fahrt führte weiter zu Wohnungen in drei Landkreisen. Das Ergebnis war ein nicht minder großer Erfolg: Sie spürten bei den Durchsuchungen weitere Drogen und mehrere tausend Euro Bargeld auf. Geld, das mutmaßlich bei Drogengeschäften in der Region verdient worden ist.
Doch auch wenn bislang lediglich ein 28-jähriger Italiener in Untersuchungshaft sitzt, bei dem neben mehreren hundert Gramm Kokain ebenso Waffen gefunden worden waren, alleine tätig war er offenbar nicht.
Drei Wohnungen in der Region im Fokus
„Bislang muss von mindestens fünf Hauptverdächtigen ausgegangen werden“, teilt die zuständige Sachbearbeiterin bei der Staatsanwaltschaft Konstanz auf Anfrage unserer Redaktion mit. Demnach seien bei den Durchsuchungen fünf Wohnanschriften der Beschuldigten akribisch durchforstet worden: in Villingen, Deißlingen, aber auch in Friesenheim sowie eine Wohnung in Vöhrenbach seien darunter gewesen.
Das Verfahren sei „noch sehr neu“, so Staatsanwalt Mathy, weshalb sich viele Fragen derzeit noch nicht beantworten ließen. Dazu gehört auch, wie diese mindestens fünf Hauptverdächtigen im Einzelnen zusammengearbeitet haben und ob sie bandenmäßig organisiert waren.
Eine neue Art des Dealens mit Drogen
Nach bisherigen Erkenntnissen verdichteten sich jedoch die Hinweise auf den Hauptabsatzmarkt des Drogendealerrings. Demnach seien die Drogen „hauptsächlich im Schwarzwald-Baar-Kreis an Abnehmer verkauft“ worden.
Wer nun jedoch an im Parkanlage herumlungernde Dealer oder Coups in Clubs und Diskotheken denkt, irrt offenbar: „Der Kontakt bestand über Telegram und ähnliches“, erläutert die Sachbearbeiterin das gängige Prozedere der Dealer. Ausgeliefert, beziehungsweise abgeholt „wurden die Waren persönlich“.
Ein Drogenmarkt also, der sich weitgehend im Privaten abspielt und gewiefte Drogenhändler, welchen somit umso schwerer auf die Schliche zu kommen ist.