In Kleingruppen zu verreisen liegt im Trend. Foto: Carlos Barquero

Alljährlich treffen sich im Januar Reisebegeisterte auf der CMT in Stuttgart und suchen nach den neuesten Reisetrends. Die große Publikumsmesse gilt seit Jahren als verlässlicher Seismograf für neue Entwicklungen im Tourismus.

Auch diesmal standen weniger neue Destinationen im Mittelpunkt als vielmehr die Frage, wie gereist wird. Besonders auffällig: Klassische Rundreisen werden neu gedacht, vor allem in kleineren Gruppen.

 

Organisierte Reisen bleiben gefragt. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Gäste. Statt großer Reisegruppen rücken Formate in den Fokus, die mehr persönliche Nähe, Ruhe und Flexibilität versprechen. Viele Veranstalter reagieren darauf mit bewusst reduzierten Gruppengrößen und differenzierteren Angeboten.

Erlebnisse, die bleiben

Der Trend zu kleineren Gruppen ist weniger eine Abkehr von organisierten Reisen als eine Differenzierung. Viele Reisende schätzen weiterhin Struktur, inhaltliche Dichte und Planungssicherheit, wünschen sich aber zugleich mehr Raum für intensiveres Wahrnehmen und für Begegnungen, die „zwischen Programmpunkten“ stattfinden. In überschaubarer Gruppe kommt man oft schneller ins Gespräch, das Gruppengefühl entsteht leichter und Zeit lässt sich unterwegs bewusster auf Programmpunkte und Pausen verteilen, ohne dass der rote Faden verloren geht.

Persönlich vom Reiseleiter begleitet

In kleinen Gruppen rückt der Reiseleiter vom Podium an die Seite der Gäste. Er spricht nicht durch das Mikrofon in die letzte Reihe, sondern teilt Eindrücke auf Augenhöhe. Fragen entstehen im Moment und werden genau dort aufgegriffen, wo Neugier entsteht: am Rand einer Ausgrabungsstätte, beim Blick über eine Fjordlandschaft oder zwischen zwei Gassen in der Altstadt. Aus Vortrag wird Gespräch. Aus Zuhörern werden Mitreisende.

Gerade weil viele Reiseleiter im jeweiligen Land leben, wird dieser Austausch besonders wertvoll. Sie erzählen nicht nur Fakten, sondern Geschichten. Sie erklären nicht nur Baujahre, sondern Zusammenhänge. Wer spontan nachfragt, bekommt oft mehr als eine Antwort – er bekommt Einblicke in Alltag, Mentalität und Hintergründe, die in keinem Reiseführer stehen. So entsteht ein anderes Reisegefühl: intensiver, persönlicher, näher dran. Man hört nicht nur zu, man versteht. Man sieht nicht nur, man begreift. Und genau dadurch geht die Reise am Ende nicht nur durch verschiedene Länder, sondern ein Stück weit auch unter die Haut.

Gruppenreise: Ein Hauch von „Business Class“

Wie sich dieser Trend konkret umsetzen lässt, zeigen große Reiseveranstalter wie Studiosus oder Gebeco, aber auch regionale Reiseveranstalter wie zum Beispiel Hauser-Reisen aus Rottweil. „Den Trend zu kleineren Gruppen können wir durchaus bestätigen. Wir haben speziell darauf mit einer neuen Produktlinie reagiert – das Konzept nennt sich „ErlebnisPlus“. Viele unserer Gäste möchten heute weniger abhaken, sondern intensiver wahrnehmen: Reisen, die persönlicher sind, ruhiger und näher am Reiseziel – ohne dabei auf Qualität, Organisation oder Komfort zu verzichten. Es geht um authentische Erlebnisse, gemeinsame Erfahrungen mit Gleichgesinnten, netten Gesprächen und Begegnungen vor Ort – grundsätzlich um Reisen, die weniger von festen Abläufen geprägt sind“, so Axel Keller, Geschäftsführer von Hauser-Reisen aus Rottweil.

Ein weiterer Vorteil der kleinen Gruppengröße: Im Reisebus bleibt jeder dritte Sitzplatz frei. So hat jeder Gast mehr Raum für sich und bleibt dennoch Teil der Gruppe. Die Reiseteams von Hauser beobachten, dass viele diesen Komfort zunächst kaum bewusst wahrnehmen. Nach kurzer Zeit berichten sie jedoch, das Reisen fühle sich insgesamt ruhiger an. Der Effekt lässt sich mit einem Business-Class-Sitz vergleichen – weniger wegen der Ausstattung als wegen des zusätzlichen persönlichen Freiraums. Entscheidend ist vor allem der freie Platz nebenan: ohne Aufpreis, anders als in einer echten Business Class.

Vom Nordkap bis nach Marokko

Wie sehr dem Unternehmen das Thema „Kleine Gruppe. Großes Erlebnis.“ am Herzen liegt, zeigt sich auch im eigens dafür produzierten Magazin. Hauser widmet diesem neuen Konzept eine Ausgabe im „Reisetipp“ – einem Magazin, in dem Neuigkeiten und Besonderheiten am Reisemarkt vorgestellt werden. Hier stellt Hauser den besonderen Charakter kleiner Gruppen heraus: Die Routen und Reiseinhalte bleiben bewusst vertraut und bewährt, gleichzeitig wird das Format durch die kleinere Gruppengröße neu akzentuiert. Maximal 28 Gäste sorgen bei einer klassischen Rundreise für mehr persönlichen Raum und eine ruhigere Dynamik. Die Spannweite der Reisen reicht dabei von Skandinavien bis Nordafrika. Wer sich näher informieren möchte, findet Informationen zum Konzept und eine Übersicht aller Reisen online im Reisetipp.