Schönwald plant einen neuen Erlebnispfad, der sich der Kuckucksuhr widmen soll. Foto: © Marc Hannes Schilling, mhschilling.de

Die Schönwälder Firma Fattler bekommt den Auftrag für die Ausschilderung des neuen Erlebnisparks. Der Weg soll mit interaktiven Stationen Gäste anlocken. 60 000 Euro der Kosten schießt der Naturpark Südschwarzwald zu.

Bereits im Januar hatte die Gemeindeverwaltung Schönwald die Planung und die Ausschreibungsergebnisse für einen neuen Erlebnispfad in Schönwald vorgelegt. „ Der Kuckucksuhr auf der Spur“ ist die begleitende Geschichte dazu für einen Weg, der mit interaktiven Stationen locken soll. Die Gemeinde hatte dazu bereits 2021 beim Naturpark Südschwarzwald einen Förderantrag eingereicht.

Die Konzeption übernahm die österreichische Firma „Pronatour“, die bereits etliche solcher Erlebnispfade konzipiert und auch umgesetzt hatte. Sicht- und spürbar gemacht werden sollte dabei die Kuckucksuhr mit ihren Bestandteilen, aber auch geschichtliche Aspekte sollten dargestellt werden.

Angebotspreis liegt weit über Kostenschätzung

Für die Umsetzung dieses Wegs wurde erneut ein Förderantrag beim Naturpark gestellt, mit Schreiben von 27. Juli 2022 erhielt die Gemeinde Schönwald die Zusage zum vorzeitigen Maßnahmebeginn. Für das laufende Haushaltsjahr wurden insgesamt 110  000 Euro eingestellt, in denen 60 000 Euro Fördermittel enthalten sind. Deutlich überschritten wurde das bei der Submission – der Angebotspreis lag mit 232 331 Euro netto weit über der Kostenschätzung von Pronatour.

Die Ausschreibung wurde aufgehoben und ohne die Fundamentierungsarbeiten erneut ausgeschrieben. Darauf legte nun Pronatour selbst ein Angebot vor, das bei knapp 130 000 Euro lag.

Angebot einer heimischen Firma sagt mehr zu

Zur Überraschung der Verwaltung kam nun aber ein Nebenangebot der Firma B&J Fattler, das die Stationen in einer Ausführung in Stahl beinhaltete. Kostenpunkt 103 435 Euro. Zwar hat Pronatour wohl die größere Erfahrung mit solchen Dingen, doch dem Gemeinderat sagte das Angebot der heimischen Firma deutlich mehr zu – „Stahl ist halt fast für die Ewigkeit“, stellte auch Bürgermeister Christian Wörpel fest.

Dirk Fehrenbach (FLS) stellte heraus, dass da nichts dabei wäre, was eine heimische Firma nicht auch machen könne. Auch Markus Fehrenbach (CDU) stellte sich hinter die ohnehin günstigere Variante, wobei er sich für Schindeldächer bei den Stationsschildern stark machte.

„Holz verwittert recht schnell“

„Holz verwittert recht schnell und neigt zum Verschmutzen“, betonte auch Wolfgang Storz (CDU). Da er sehr viel wandere, habe er sehr viele Wege gesehen, die nach wenigen Jahren am „Gammeln“ seien.

Hans-Peter Schwer (SPD) sah es als Glücksfall, dass ein heimischer Betrieb bereit sei, ein Angebot abzugeben – bei einer Enthaltung wegen Befangenheit wurde das Angebot einstimmig an die Firma Fattler vergeben.