Das Laguna Badeland in Weil am Rhein hat zwei neue Geschäftsführer. Im Interview berichten sie, was sie als erstes in Angriff nehmen wollen.
Seit rund einem Monat sind Natalia Golovina und Marcel Rülke neue Geschäftsführer des Erlebnisbads Laguna in Weil am Rhein. Zum Interview treffen wir sie im Restaurant des Bads. Wie die Sauna auch, hat dieses im laufenden Jahr eine neue Bereichsleitung bekommen.
Wie fühlt sich das an, plötzlich Verantwortung zu tragen?
Marcel Rülke: So ganz neu ist das für mich nicht. Ich bin seit dem 2. November 1990 im Laguna angestellt, war in den vergangenen 13 Jahren leitender Schwimmmeister und war zuletzt für eineinhalb Jahre zusätzlich noch für die Sauna zuständig. Zwölf Jahre war ich im Betriebsrat. Das heißt, ich hatte bisher schon viel Verantwortung.
Natalia Golovina: Verantwortung zu tragen ist auch für mich nicht wirklich neu, nur hat das jetzt eben eine größere Dimension. Mit macht das Spaß. Ausschlaggebend dafür, diese Funktion anzunehmen, war für mich, dass ich mit Herrn Rülke einen Kollegen an meiner Seite habe, der sich mit dem Thema Badbetrieb genauestens auskennt.
Was haben Sie als erstes angepackt?
N. G.: Es gab ein Gespräch mit den Abteilungsleitern. Die Fragen waren: Wie geht es weiter? Welche Wünsche haben sie?
M. R.: Man darf sich das nicht so vorstellen, dass wir uns jetzt nur noch um Leitungsaufgaben kümmern. Ich bin ja immer noch leitender Schwimmmeister. Schritt für Schritt muss jetzt ein struktureller Umbau erfolgen. Eine Kollegin, die schon seit 2012 bei uns ist, wird den Meister machen und nach und nach meine bisherigen Aufgaben übernehmen. Wir werden auch wieder vermehrt ausbilden.
Welche Wünsche gibt es für das Bad?
N. G.: Erst einmal sind wir froh, dass wir wieder alle Abteilungsleiterstellen besetzt haben – auch im Restaurant und in der Sauna – das war vorübergehend nicht der Fall.
M. R.: Wir sind aber noch nicht am Ende. Es fehlt noch die Wellnessabteilung, die wieder in Betrieb genommen werden soll. Dieser Bereich kam nach der Corona-Krise noch nicht wieder ins Laufen.
N. G.: Nun muss erst ein Konzept erstellt werden, wie es weitergehen soll. Das kann man nicht übers Knie brechen. Grundsätzlich kommen zwei Varianten ins Spiel: Machen wir das selbst, oder vermieten wir bestimmte Bereiche an andere?
Wie teilen Sie sich die Aufgaben auf?
M. R.: Erstmal haben wir uns Gedanken gemacht, ob wir uns diese Aufgabe gemeinsam vorstellen können. Kann ich mit ihr, kann sie mit mir – das war die erste Überlegung. Es gibt keine strenge Trennung der Aufgaben. Unser gemeinsames Ziel ist es, Lösungen zu finden für viele Probleme.
N. G.: Ich hatte, als wir Geschäftsführer wurden, ja schon ein halbes Jahr hinter mir. So wusste ich, dass wir, was Kommunikation und Führungsstil betrifft, zusammen passen. Hinzu kommt: Wir haben Rückhalt in der Belegschaft. Mir ist wichtig, dass es eine Transparenz des Wissens gibt, dass der eine etwas auch voranbringen kann, wenn der andere mal nicht da ist.
Der Aufsichtsrat hat Aufgabenpakete geschnürt, hieß es. Waren Sie da involviert?
N. G.: Ja, die Aufsichtsrat ist dies betreffend in einem engen Austausch mit uns. Die Herausforderungen sind ja bekannt.
Welche sind das?
M. R.: Herr Matti, der vorherige Geschäftsführer, hat sich darum bemüht, dass wir eine neue Rutsche bekommen. Nun wollen wir dafür sorgen, dass die Leute sagen: „Da will ich hin.“ Zuallererst brauchen wir aber eine funktionierende Technik. Die Pumpen sind veraltet und müssen erneuert werden. Es gibt einen Investitionsstau. Erschwerend kommt hinzu, dass Strom und Energie immer teurer werden. Zu meinen Anfangszeiten war das Laguna etwas Besonderes, es gab nichts dergleichen in der gesamten Region. Mittlerweile sind viele neue Erlebnisbäder entstanden mit starken, teils privaten Investoren. Da kommt vieles zusammen, was es dem Laguna nicht leichter macht.
N.G.: Die Sauna hat in der Corona-Zeit gelitten. Saunagänger sind Gewohnheitstiere. Es braucht Geduld und Anstrengung, sie wieder zurückzugewinnen. Unser Angebot muss sich bewähren, es muss verlässlich sein. Da sind wir zusammen mit der neuen Sauna-Leiterin dran.
Wie genau?
N. G.: Es gab schon ein paar Events in den vergangenen Wochen: etwa Halloween oder den „Tag der Sauna“. Der Damentag wird besser angenommen. Peu à peu spricht sich das herum und es kommen neue Leute.
Haben Sie sich für die Geschäftsführung beworben?
N. G.: Wir wurden gefragt, ob wir das übernehmen wollen.
Wie ist Ihr Verhältnis zum Aufsichtsrat?
M. R.: Ich kannte die Aufsichtsräte bisher nicht. Das Vertrauen entwickelt sich gerade.
N. G.: Wir sehen uns regelmäßig. Jedes Vierteljahr findet eine Sitzung statt. Ich habe den Aufsichtsrat als „pro Laguna“ kennengelernt. Es ist deutlich, dass das Laguna Badeland für die Aufsichtsräte zur Stadt Weil dazugehört.
Überhaupt: Wie führt man ein Bad mit rund 60 Mitarbeitern und etwa 300 000 Besuchern im Jahr?
M. R.: Es geht darum, unser Angebot Schritt für Schritt zu verbessern und uns wieder besser aufzustellen, auch vom Personal her. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Wir wollen langsam wachsen. Dazu gehört auch die Frage, wie man gute Mitarbeiter über das Gehalt hinaus motivieren kann.
Auf was freuen Sie sich?
M. R.: Ich freue mich auf neue Herausforderungen. Ich habe mit 18 Jahren als Ungelernter im Laguna angefangen und lerne das Bad jetzt noch einmal aus einer neuen Perspektive kennen. Da gibt es noch viel Neues zu lernen. Ich gehe mit viel Motivation an diese Aufgabe. Wichtig ist mir, dass die Chemie zwischen uns beiden stimmt.
N. G.: Für mich ist es die Vielseitigkeit, welche die Arbeit hier ausmacht: Man hat mit Menschen zu tun, mit Technik, mit einem Organismus, in dem vieles zusammenkommt. Das mitzuerleben und mitgestalten zu können, reizt mich sehr.
Zur Person
Natalia Golovina
war lange Jahre Ko-Geschäftsführerin der Regio-Messe Lörrach und ist seit April beim Laguna für Marketing und Qualitätssicherung zuständig. Seit Ende Oktober führt sie zusammen mit Marcel Rülke das Weiler Erlebnisbad als Geschäftsführerin.
Marcel Rülke
ist 53 Jahre alt und bereits seit insgesamt 35 Jahren im Laguna tätig. Er hat dort seine Ausbildung als Fachangestellter für Bäderbetriebe absolviert und seinen Meister für Bäderbetriebe gemacht.