Die Gemeindeverwaltung zog in der Sitzung mit einem extrem geschönten Bild des Gedenksteins auf einem Podest Häme und Unmut auf sich. Foto: Alexandra Günzschel

Das Denkmal für die Gefallenen beider Weltkriege in Steinen-Hägelberg soll einen neuen würdigen Platz finden.

Anbieten würde sich der Hägelberger Friedhof. Doch auch die Denkmalbehörde muss mit einer Versetzung einverstanden sein. In Hägelberg soll der Gedenkstein für die Gefallenen beider Weltkriege versetzt werden.

 

Bei zwei Enthaltungen folgte der Gemeinderat dem Antrag der CDU-Fraktion auf eine Versetzung des Hägelberger Gedenksteins für die Gefallenen beider Weltkriege. Begründet wurde dieser Antrag damit, dass der ehemals zentrale Platz, auf dem das Gefallenendenkmal steht, seine Bedeutung für Hägelberg eingebüßt hat. Denn an der Kreuzung, wo es einst ein Gasthaus, eine Schule und ein Lebensmittelladen gab, findet nun kaum noch öffentliches Leben statt. Auch der Kindergarten wird dort nicht mehr ewig bleiben.

Zu viele Fahrzeuge

Geblieben indes ist die Funktion als Verkehrsmittelpunkt, was die Durchführung von Gedenkveranstaltungen erschwert. 14 Fahrzeuge hatte Stefan Glaser (CDU) beim jüngsten Volkstrauertag gezählt. Im CDU-Antrag wird zudem die Standfestigkeit einer der Gedenksteine angezweifelt. Als Alternative schlägt der CDU-Fraktionssprecher deshalb eine Versetzung des Denkmals in den Bereich der Kapelle auf den Hägelberger Friedhof vor. Ganz neu ist diese Idee einer Versetzung offenbar nicht. Gabriele Kaiser-Bühler, Ortsvorsteherin von Hägelberg, wusste jedenfalls von gescheiterten Gesprächen mit der Denkmalbehörde zu diesem Sachverhalt zu berichten. „Ich habe den Eindruck, die wollen einfach nicht“, streute die Ortsvorsteherin Zweifel an der Wirksamkeit des einstimmigen Beschlusses. Dennoch sprach sie sich für eine erneute Prüfung aus.

Kaiser-Bühler sprach damit auch für den Ortschaftsrat, der ebenfalls der Ansicht ist, dass der einstige Dorfkern seine Funktion verloren habe und der Gedenkstein dort nicht mehr gut aufgehoben sei.

Geschöntes Bild gezeigt

Vielleicht müsse man dem Denkmalamt erklären, dass es sich dabei lediglich um Gedenksteine handelt und an Ort und Stelle niemand begraben liege, wurde gemutmaßt. Direkt hinter dem verwitterten Mahnmal entsteht derzeit ein Neubau. Der Bauherr, so war zu erfahren, habe eine Versetzung auf eigene Kosten angeboten.

Die Gemeindeverwaltung zog in der Sitzung mit einem extrem geschönten Bild des Gedenksteins auf einem Podest Häme und Unmut auf sich.