Das Denkmal der Gefallenen beider Weltkriege könnte von der Rheinstraße auf den Märkter Friedhof verlegt werden. Foto:  

Der Märkter Ortschaftsrat würde gerne das Denkmal der Gefallenen beider Weltkriege auf den Friedhof verlegen lassen.

In der jüngsten Sitzung haben die Ortschaftsräte beschlossen, die Verwaltung zu bitten, die Verlegung des Denkmals vom jetzigen Standort an der Rheinstraße zu prüfen und ein architektonisches Konzept zu erstellen. Eine Recherche des Stadtarchivars habe ergeben, dass der Verlegung keine zwingenden historischen Gründe entgegenstehen, erläuterte Ortsvorsteher Stefan Hofmann.

 

Das erbetene architektonische Konzept soll das Denkmal gut zugänglich machen und als ein tragendes bauliches Element zur Mahnung für den Frieden zur Geltung bringen. Die erforderlichen Haushaltsmittel sollen bereitgestellt werden, bittet der Ortschaftsrat.

Er behält sich des Weiteren vor, zu einem späteren Zeitpunkt einen Vorschlag für ein Nachnutzungskonzept für den jetzigen Standort zu machen. Dieser letzte Passus wurde nach einer entsprechenden Anregung von Ortschaftsrätin Elke Meier in den Beschlussvorschlag aufgenommen. Rolf Rung merkte an, dass zuerst die Kosten feststehen müssten, bevor er einer Verlegung zustimmen könne. Hofmann stellte klar, dass es sich erst einmal um eine Prüfung handele.

Veränderte Dorfstruktur

1924 wurde für die gefallenen und vermissten Soldaten des Ersten Weltkriegs ein Ehrenmal errichtet – in der Nähe des heutigen Ehrenmals für die aus Märkt stammenden gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege, das 1960 eingeweiht wurde.

„Doch die Dorfstruktur hat sich verändert. Der Friedhof wurde verlegt“, erinnerte der Ortsvorsteher. Zudem wies er auf die Verkehrssituation hin: Der jetzige Standort lade weniger zum Verweilen und Nachdenken ein und erscheine als Ort der Stille und Mahnung nicht mehr geeignet. Gedenkveranstaltungen wie am Volkstrauertag würden durch vorbeifahrende Autos auf der Kreisstraße gestört.

Insgesamt könnte das jetzige Areal mit einer umgebenden Steinmauer, den beiden Eisentoren und dem recht schmalen Zugang zur Steintafel, wo die Namen der Opfer eingehauen sind, auf den Betrachter eher abweisend statt zum Betreten einladend wirken, schreibt Hofmann in seiner Begründung außerdem. Es gebe zwei Steinbänke, aber der Platz werde von den Menschen nicht aufgesucht.

Der flächenmäßig großzügige, ruhige Waldfriedhof lade die Besucher mit zahlreichen Sitzbänken, Bäumen, Blumen und sonstigen Pflanzen zum Verweilen ein, meint Hofmann. An diesem Ort der Begegnung, der Ruhe und inneren Einkehr könne das Ehrenmal auch als Mahnmal zum Friedhof und Gedenken an die Opfer von Gewalt und Kriegen verstanden werden.

Abdankungshalle nutzen

Zudem sei auf dem Friedhof die Verlegung von öffentlichen Gedenkfeiern bei aufziehendem Regen und Unwettern in die modernisierte Abdankungshalle kurzfristig möglich. Dort gebe es auch barrierefreie Toiletten. Selbst nur das Vordach könne den Menschen zum Unterstehen und als Wetterschutz dienen.

Nicht zuletzt habe der Gemeinderat im Zuge der aufwändigen Sanierung der Abdankungshalle gefordert, die Nutzung durch öffentliche Veranstaltungen zu erhöhen und diese nicht ausschließlich für Trauerfeiern vorzuhalten, erinnert der Ortsvorsteher.