Vor 200 Jahren starb Johann Peter Hebel. Die Blüten der Kornelkirsche erinnern unsere Autorin an dessen Freundin Gustave Fecht aus Eimeldingen, die später in Weil lebte.
Mag es wohl ein Gruß von Gustave Fecht, der „theuersten Freundin“ Johann Peter Hebels, an den großen Dichter sein?
Die warmen letzten Tage haben im Gedenkjahr an seinen 200. Todestag auf jeden Fall dazu geführt, dass die „Dirlisbäume“ so früh wie selten ihre zarten hellgelben Blüten entfalten.
Ist der Überlieferung durch Zeitzeugen und Nachkommen der Pfarrerfamilie Fecht zu glauben, was in der Eimeldinger Chronik festgehalten wurde, so hat einst Gustaves „treuer Freund“, wie er seine Briefe an sie unterschrieb, unter solch einem Baum im Eimeldinger Pfarrgarten die „werthe Jungfer Gustave“ geküsst.
Auch in ihrem späteren Heimatort, dem kleinen Rebdorf Weil, wo sie bekanntlich von 1790 bis 1828 lebte, gab und gibt es diese eigentlich Kornelkirsche (cornus mas) heißenden oder auch gelber Hartriegel, Herlitze oder in der Schweiz Tierlibaum genannten großen Sträucher oder Bäume.
Im Altweiler „Schlössli“ steht derzeit wohl das größte Exemplar, da es in vielen Jahrzehnten nie zurückgeschnitten wurde. Der im Januar vor sechs Jahren verstorbene Eimeldinger Hansfrieder Geugelin hat 1993 ein wunderbares Gedicht über die Träume von Johann Peter Hebel zu seiner Angebeteten geschrieben.
Nachstehend ein kurzer Auszug: Wer schwätz hüt no vom Dirlisbaum/ vom Bänkli un Gustaves Traum,/ dass si emol in spötere Johre/ zu Hebels Fründin wird erkore?/ Ich sehn mi noch em Oberland,/ noch dir un diner warme Hand/ Gustave bisch un bliibsch mi Traum,/ wart unterm große Dirlisbaum.