Eine gemeinsame Gedenkfeier für die Gesamtgemeinde wurde in Bisingen anlässlich des Volkstrauertags abgehalten.
Mit Kirchen und der politischen Gemeinde gedachten Einwohner der ungezählten Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. In der Christuskirche fand zunächst der ökumenische Gottesdienst statt, gehalten durch Pfarrer Ulrich Günther und Diakon Ralf Rötzel. Im Anschluss daran trafen sich alle vor der Kriegergedächtnisstätte auf dem Bisinger Friedhof.
Musikalisch umrahmten der MV Bisingen unter Dirigentin Julia Schaible sowie die Zollern Voices mit Leiter Volker Bals. Außerdem waren Abordnungen von den Feuerwehrabteilungen Bisingen und Thanheim mit Kommandant Marc Mayer und des Schützenvereins Thanheim mitsamt Fahnenabordnungen sowie der DRK-Ortsverein anwesend.
Während Bürgermeister Roman Waizenegger eine imposante Ansprache hielt, waren es Pfarrer Günther und Diakon Rötzel, welche ihre Gedanken sprachen und zum Gebet aufriefen, ebenso die Ortsvorsteher Carmen Schoy, Andreas Fecker und Joachim Breimesser, die Fürbitten aufsagten.
„Und wir spüren: Frieden ist zerbrechlich“
Frieden ist nicht selbstverständlich – die Botschaft des Volkstrauertages „Nie wieder Krieg“ sei von bedrängender und beängstigender Gegenwart, so Bürgermeister Roman Waizenegger in seine Ansprache. Zum Gedenken erinnerte er an den 8. Mai 1945, vor 80 Jahren ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. 80 Jahre – ein Menschenleben. Für manche ferne Erinnerungen, für andere lebten sie fort aus fundierten Erzählungen, Briefen, Bildern oder im Geschichtsunterricht. 1945 war ein Wendepunkt: neben der Niederlage des Nazi-Regimes zugleich ein Neuanfang, die Geburt eines neuen Deutschlandes, das sich auf Demokratie, Freiheit und Menschenwürde gründen sollte. „Heute, acht Jahrzehnte später, erleben wir erneut eine Zeit der Unsicherheit. Wieder brennt es in Europa, im Nahen Osten und vielen Teilen der Welt. Wieder sehen wir Vertreibung, Gewalt, Propaganda und wachsenden Hass. Und wir spüren: Frieden ist zerbrechlich.“
Nicht nur mit Waffen kämpfen, sondern mit Worten
Frieden beginne im Herzen und in der Haltung zueinander. Deshalb sei der Tag kein Tag der bloßen Rückschau, sondern ein Tag der Verantwortung. Die Ehrengräber seien stumme Zeugen einer lauten Vergangenheit. Und sie mahnten zur Hoffnung. Waizenegger appellierte an die Politiker, sich der historischen Verantwortung anzunehmen. Es gelte, die Werte zu verteidigen und den Frieden zu wahren. Wehrhaftigkeit heißt heute: nicht nur mit Waffen kämpfen, sondern mit Worten, mit Mitgefühl, mit Haltung.
In den Ortsteilen von Bisingen oblag es den Ortsvorstehern jeweils vor den Ehrenmalen einen Kranz niederzulegen.