Die Wassergebühren in Donaueschingen steigen ab 2026 deutlich. Foto: Daniel Vedder

Der Donaueschinger Gemeinderat beschließt eine Erhöhung der Wassergebühren ab 2026. Wie viel das Familien zusätzlich kosten wird.

Die Eigenbetriebe Wasser, Abwasser und Breitband bereiten den Donaueschinger Gemeinderäten regelmäßig Kopfzerbrechen. Uwe Kaminski, stellvertretender Fraktionssprecher der Grünen im Gremium, hob sie in seiner Haushaltsrede als ein Sorgenkind in der Finanzplanung heraus. Die Stadt hat bei steigenden Preisen nicht nur Schwierigkeiten, die laufenden Kosten der Eigenbetriebe zu decken, sondern muss auch in Modernisierung und Verbesserungen investieren. 2026 sind im Haushalt 12,5 Millionen Euro an Investitionen in Wasserwerk, Abwasser und Breitbandausbau veranschlagt.

 

Finanziell läuft Donaueschingen auf eine herausfordernde Phase zu. In den kommenden vier Jahren erwartet die Stadt, insgesamt Kredite in Höhe von 28 Millionen Euro aufnehmen zu müssen. Jede Mehreinnahme hilft dabei dem Haushalt. Und das wird sich demnächst auch bei den Bürgerinnen und Bürgern bemerkbar machen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat eine saftige Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren beschlossen.

Der Wasserverbrauchspreis steigt von aktuell 2,28 Euro pro Kubikmeter auf 3,72 Euro im kommenden Jahr. Für 2027 soll die Steigerung mit drei Cent geringer ausfallen. Beim Abwasser ist das Bild ähnlich: Aus einer Schmutzwassergebühr von derzeit 1,69 Euro pro Kubikmeter werden erst 2,44 Euro, im Jahr 2027 geht die Gebühr auf 2,46 Euro herauf.

Für einen Haushalt mit vier Personen, mit einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von je etwa 45 Kubikmetern pro Jahr, steigen die Kosten für das Wasser 2026 damit von knapp 410 Euro auf 670 Euro. Beim Abwasser (je 44 Kubikmeter) wären es statt 297 Euro nun 429 Euro. Der Beispielhaushalt müsste mit insgesamt knapp 1099 Euro ungefähr 392 Euro mehr zahlen, als im laufenden Jahr 2025.

Große Last für Verbraucher

Für Ratsmitglied Gottfried Vetter von der SPD ist das nicht vertretbar. „Da wurde zu viel gemacht“, sagt er zur vom Technischen Ausschuss beschlossen Änderung, die eine neue Berechnung der Gebühren nach sich zog. Einerseits hatte der Ausschuss beschlossen, dass die kalkulierte Menge des Wasserverbrauchs für die nächsten Jahre etwas nach unten und näher an den tatsächlich erwarteten Wasserverbrauch reguliert werden sollte, als zunächst vorgesehen. Damit geht für den Verbraucher eine Steigerung der Gebühr pro Kubikmeter einher. Außerdem sollen Zahlungen der Konzessionsabgabe nachgeholt werden. In den Jahren 2021 und 2022 wurden diese ausgesetzt. Die nachholbaren Beträge in Höhe von 216 673 Euro und 213 319 Euro sollen über die Gebühren für 2026 und 2027 einfließen.

Gottfried Vetter, SPD-Ratsmitglied Foto: Roland Sigwart

„Da kommt eine gewaltige Summe zusammen“, so Gottfried Vetter, für den die Kombination der beiden Maßnahmen eine zu große Last für die Verbraucher darstellt. Er hätte sich gewünscht, dass es bei der Reduzierung der eingeplanten Wassermenge und dem damit einhergehenden Ausmaß der Erhöhung der Gebühren geblieben wäre.

Verschuldung der Eigenbetriebe wächst

Michael Blaurock, Fraktionssprecher der Grünen, plädierte für die Anpassungen als eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung, da das Nachholen der Konzessionsabgabe einen schwer belasteten Haushalt etwas entlastet. Außerdem wies er darauf hin, dass die Verschuldung bei den Eigenbetrieben weiter wachse. „Es ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit“, so Blaurock.

Michael Blaurock, Fraktionssprecher der Grünen Foto: Grüne

Zudem wies er darauf hin, dass die Wassergebühren in Donaueschingen 2025, anders als in vielen anderen Kommunen, auf einem ähnlichen Niveau waren, wie vor zehn Jahren. Sprünge in die eine wie in die andere Richtung seien üblich und eine Steigerung bedeute nicht, dass die Gebühren nicht wieder fallen könnten.

Gemeinderat stimmt zu

Als einen „erheblichen Sprung“ bezeichnete CDU-Fraktionssprecher Marcus Greiner die Gebühren-Erhöhung. Dennoch hält er die Entscheidung für richtig, da durch die Nachholung der Abgabe mehr Geld in den Haushalt gespült wird. „Wir haben jetzt Investitionen bei der Kläranlage und beim Wasserwerk vor uns“, so Greiner. Durch die Mehreinnahmen im Haushalt könnten Zinsen vermieden werden, die man dann später nicht zusätzlich auffangen muss.

Marcus Greiner, CDU-Fraktionssprecher Foto: Daniel Vedder

Am Ende sprach sich der Gemeinderat mehrheitlich für die vom Technischen Ausschuss empfohlenen Gebühren aus.

Berechnung

Wasser- und Abwassergebühren
Die Wasser- und Abwassergebühren sind laut Landesgesetz so zu bemessen, dass sie die Kosten der Einrichtungen decken. Den Hauptteil der Kosten machen Faktoren wie Personal und Betrieb aus, die tatsächliche Menge an Wasser, die durch die Rohre läuft, hat einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die Betriebskosten. Entsprechend muss die Stadt anhand dieser vorliegenden Fixkosten für den Betrieb einen erwarteten Gesamtverbrauch kalkulieren. Der Kubikmeterpreis, um diese Kosten zu decken, steigt und sinkt dann, je nachdem, wie groß das kalkulierte Volumen ist. Profite dürfen kommunale Wasserwerken nicht erzielen, Überschüsse in einzelnen Jahren darf es zur Bildung von Rücklagen, Investitionen oder Ausgleich für Schwankungen geben.