Hundebesitzer müssen in Bad Wildbad künftig mehr zahlen. Vor allem eine bestimmte Hundeart muss künftig deutlich mehr zahlen. Diese Kosten fallen an.
Die Stadt Bad Wildbad plant für das Jahr 2026 mit einem riesigen Defizit im Haushalt. Deshalb ist es nicht nur wichtig zu sparen, sondern auch die Einnahmen zu erhöhen. Einige der wenigen Stellschrauben, die Verwaltung und Gemeinderat dabei haben, sind Erhöhungen von Gebühren und bestimmten Steuern.
Neben Grund- oder Gewerbesteuer ist das zum Beispiel auch die Hundesteuer, deren Höhe die Stadt bestimmen kann. Die Verwaltung hatte offenbar vorgesehen, die Steuer zum 1. Januar 2026 auf einen Schlag deutlich zu erhöhen.
Ausschuss für gestaffelte Erhöhung der Hundesteuer
In der Vorberatung im Verwaltungs-, Sozial- und Tourismusausschuss (VST) hätten die Mitglieder mehrheitlich die Auffassung vertreten, dass die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung nicht so ab 2026 in Kraft treten soll, sondern die Erhöhung stattdessen auf drei Jahre aufgeteilt werden soll.
Die neuen Steuersätze sollten zudem auch weiterhin durch zwölf Monatsbeiträge teilbar sein. Darüber hinaus habe der Ausschuss empfohlen, dass über die Hundesteuer nach drei Jahren wieder beraten werden soll.
Diesen Empfehlungsbeschluss des VST hat die Verwaltung nun zur jüngsten Gemeinderatssitzung umgesetzt. Bislang betrug die Steuer für den Ersthund 108 Euro, für jeden weiteren 216 Euro. Für Kampfhunde wurden bislang 552 Euro fällig, jeder weitere Kampfhund schlug mit 780 Euro zu Buche.
Steuer steigt in mehreren Stufen über drei Jahre
Diese Beträge sollen sich nach dem Wunsch der Verwaltung nun also stufenweise erhöhen. 2026 gelten folgende Beträge: Ersthund 120 Euro, Zweithund 240 Euro, Kampfhund 612 Euro und weitere Kampfhunde 864 Euro.
2027 steigen die Beträge dann noch weiter an: Ersthund 132 Euro, Zweithund 264 Euro, Kampfhund 684 Euro, weiterer Kampfhund 960 Euro.
Und auch 2028 erhöhen sich die Beitrage nach dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nochmals: Ersthund 144 Euro, Zweithund 288 Euro, Kampfhund 744 Euro, weiterer Kampfhund 1044 Euro.
Die Zwingersteuer soll ebenfalls erhöht werden: auf 408 Euro (2026), 456 Euro (2027) und 480 Euro im Jahr 2028.
Das zahlen Hundebesitzer im Landkreis
Der Kreisdurchschnitt liegt nach Angaben der Bad Wildbader Stadtverwaltung derzeit bei 112,84 Euro für den Ersthund. Am günstigsten ist die Hundesteuer mit 72 Euro zurzeit in Rohrdorf bei Nagold und in Ostelsheim (84 Euro), am meisten bezahlen die Bürger in Bad Liebenzell (156 Euro) und Althengstett (150 Euro).
Für 2025 plant die Verwaltung mit Einnahmen aus der Hundesteuer in Höhe von 76 000 Euro. Durch die Erhöhung sollen laut Haushaltsplan 12 700 Euro mehr eingenommen werden (gesamt 86 700 Euro). 2027 steigen die Steuereinnahmen dann auf 95 500 Euro und 2028 auf 104 000 Euro.
Weggeworfener „Kacksack“ soll teurer werden
„Die Erhöhung von Steuern ist selten positiv“, sagte Wilko Rochwo-Borg (CDU). Die Hundesteuer sei einst als Luxussteuer eingeführt worden. Hunde seien aber mittlerweile viel mehr als das. Es sei nicht gut, dass nur bestimmte Familien höhere Steuern hinnehmen müssten. Stattdessen solle man „die Strafen für den ‚Kacksack‘ drastisch erhöhen“, die einfach weggeworfen würden. Zudem regte er an, diejenigen zu entlasten, die Hunde aus dem Tierschutz aufnehmen würden.
Vorschläge, die – zumindest jetzt noch – kein Gehör fanden. Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung nahm der Bad Wildbader Gemeinderat den Beschlussvorschlag der Verwaltung mit großer Mehrheit an. Die Hundesteuer steigt damit in den drei folgenden Jahren an.