Im ehemaligen Fachklassengebäude in Aichhalden wird die ab Schuljahresbeginn 2026/2027 gesetzlich geforderte Ganztagsbetreuung für Grundschüler eingerichtet. Foto: Herzog

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab September 2026 stellt für die Gemeinde Aichhalden kein Problem dar. Schon jetzt wird mehr Betreuung angeboten.

Mit Beginn des Schuljahrs 2026/2027 beginnt die stufenweise Einführung einer ganztätigen Betreuung von Grundschulkindern.

 

Nach Auskunft von Hauptamtsleiterin Fabienne Legler in der Sitzung des Gemeinderats haben zunächst alle Kinder der ersten Klassenstufe einen Anspruch darauf, der in den Folgejahren um jeweils eine Klassenstufe ausgeweitet werde. Ab August 2029 soll dann jedes Grundschulkind bis zu Beginn der fünften Klasse einen gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben. Der Rechtsanspruch umfasse einschließlich der Ferien pro Woche fünf Tage mit jeweils acht Zeitstunden. Es dürfe nur 20 Schließtage im Jahr geben, die in den Schulferien liegen müssen, gab Legler bekannt. Das Angebot auf Ganztagsbetreuung werde die Gemeinde nur an der Grundschule Aichhalden einrichten. Im Ortsteil Rötenberg bleibe die bisherige Schulkindbetreuung von 7 bis 14 Uhr in gewohnter Form bestehen.

Die Gemeinde biete bereits jetzt von Montag bis Donnerstag eine Betreuung von 7 bis 16 Uhr an, mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Freitags müsse die Betreuung um eine Stunde bis 15 Uhr ausgeweitet werden, um die Vorgabe von acht Zeitstunden zu gewährleisten, erläuterte die Hauptamtsleiterin.

Blick der Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeiter Christian Drotleff stellte die aktuellen Schülerzahlen vor. Ihm zufolge sind derzeit von 107 Grundschülern 70 Kinder in der Schulkindbetreuung angemeldet, was eine Quote von 65 Prozent bedeutet.

Im Schnitt nehmen zehn Kinder eine Betreuung von 7 bis 12.50 Uhr und 15 Kinder von 7 bis 16 Uhr in Anspruch. Der Schwerpunkt liegt in der Zeit von 7 bis 14 Uhr, in der durchschnittlich 33 Kinder in der Betreuung sind. Pro Tag erhalten elf Kinder ein warmes Mittagessen. „Der Bedarf kann bisher gedeckt werden, es gibt keine Absagen an die Eltern“, berichtete Drotleff. Im Schuljahr 2024/2025 wurden in den Ferien zwischen acht und 20 Kinder betreut. Bei den Anmeldungen, die spätestens am 15. März für das folgende Schuljahr eingehen müssen, hätten anspruchsberechtigte Klassenstufen Vorrang. Größere Veränderungen werde es in der Ferienbetreuung geben, in der die Betreuungszeit von 14 auf 15 Uhr ausgeweitet werden müsse. Es müssten mehr Tage als bisher abgedeckt werden.

„Aufgrund steigender Anmeldezahlen sind Ferienaktivitäten wie in den Vorjahren nicht mehr so umfangreich leistbar“, räumte Drotleff ein.

Was Michael Lehrer stört

Bei der Ganztagsbetreuung von Grundschülern, erklärte Bürgermeister Michael Lehrer, handle es sich um ein Bundesgesetz. Am meisten störe ihn, dass Kommunen, die wie Aichhalden bereits seit knapp zwölf Jahren eine Schulkindbetreuung anböten und Erfahrung hätten, nicht gefragt worden seien. Die Gemeinde sei schon immer bestrebt gewesen, eine bedarfsgerechte Schulkindbetreuung in Aichhalden und Rötenberg anzubieten. 63 Prozent der Betriebskosten werde der Staat übernehmen, damit könne er leben.

Auf Anfrage von Ratsmitglied Bernd Wilhelm, wie viel Personal für die Ganztagsbetreuung eingesetzt werde, sprach Drotleff von zwei Fachkräften und mehreren geringfügig beschäftigten Aushilfen.