Eine Erfolgsbilanz der ortspolitischen und gesellschaftlichen Aktivitäten während der vergangenen drei Jahre präsentierte Mundelfingens Ortsvorsteher Michael Jerg bei der Versammlung in der Aubachhalle.
Hüfingen-Mundelfingen – Zahlreiche Besucher erfuhren getreu dem Motto "Wer rastet, der rostet", dass die gesteckten Ziele nur mit Weitsicht erreicht werden und viel Mut notwendig ist, sich neuen Entwicklungen gegenüber zu öffnen.
Zu Beginn sprach Jerg den anhaltenden Bau-Boom an, der mit der Erschließung des Neubaugebiets "Feldbergblick" und einer hohen Nachfrage nach Leerständen im Ortsinnern verbunden sei. Er verwies darauf, dass in den Neubaugebieten nur noch wenige Bauplätze zum Verkauf stünden und eines der nächsten Vorhaben im Ortschaftsrat der Suche nach neuen Wohngebieten und weiterem Flächenkauf gelte.
Nahwärmeversorgung und regenerative Energien
Jerg skizzierte die Umsetzung von Projekten in der Nahwärmeversorgung und bei regenerativen Energien sowie die Digitalisierung als wichtige Bausteine, die das Gerüst einer "Wohlfühl-Gemeinde" darstellten. Hierzu zählte er auch die Bemühungen um eine Erweiterung des Kindergartens St. Theresia. Monatelange politische Diskussionen zwischen der Verwaltung, der Kirchengemeinde als Träger, dem Gemeinderat und der Ortsverwaltung begleiteten die Lösungsfindung. Diese ergab letztendlich eine Erweiterung im Bereich des Raums für die Ministranten mitsamt einem moderaten Innenumbau im Gebäude. Die beliebte katholische, öffentliche Bücherei behält ihren Standort und erhält einen eigenen Eingang. Zudem ist für die Kindergartenleitung ein eigenes Büro vorgesehen. Zusätzliche Kosten ergeben sich aufgrund einer defekten Bodenplatte des in die Jahre gekommenen Gebäudes. Es wird von Baukosten in Höhe von mindestens 300 000 Euro ausgegangen, bevor das Projekt Mitte 2024 abgeschlossen werden kann.
Ungehinderter Durchgang in Richtung Opferdingen
540 000 Euro Kosten fielen für die Sanierung der Heidenbrücke an, die dem motorisierten Verkehr einen ungehinderten Durchgang in Richtung Opferdingen ermöglicht. Zudem wird im kommenden Jahr die Opferdinger Straße verbreitert. Als Kosten sind hierfür 50 000 Euro im Etat eingeplant. Ebenso sind Mittel für Maßnahmen auf dem Friedhof eingestellt. Auch befestigte Fußwege zur Aubachhalle und die Herstellung einer Entwässerung am Rathaus sind vorgesehen.
Problematischer gestaltet sich die dringend benötigte Schulhoferweiterung für über 60 Schüler. Inwieweit die Stadt das angrenzende Gelände erwerben kann, ist noch unklar. Zukunftschancen sah Jerg auf dem Gebiet des Tourismus, der mit dem erweiterten Wanderparkplatz am Eingang Gauchach- und Wutachschlucht, der gut frequentierten Kohlwaldhütte oder der Nutzung des alten Spritzenhauses als Ort für Feiern eine Angebotspalette aufweist, die noch Potenzial besitzt.
30 Nistkästen
Erfreut zeigte sich Jerg über die Agilität der Vereine, die mit der Gründung eines Kinderkirchenchors, Vorstandswechseln im Sportverein und der Narrenzunft, Aktionen wie dem Anbringen von 30 Nistkästen durch die "Freunde der Natur Hüfingen" und neuen Veranstaltungsformen wie dem ersten Kreativmarkt auf sich aufmerksam machten. Positiv nahm der Ortsvorsteher die Ankündigung der Verwaltung auf, jeden städtischen Spielplatz mit einem Trampolin auszustatten.
Info: Bevölkerungsstatistik
Die Einwohnerentwicklung in Mundelfingen kannte in den vergangenen fünf Jahren nur eine Richtung und wies zuletzt einen historischen Höchststand von 774 auf. In der Statistik der zurückliegenden drei Jahre sind 20 Todesfälle und 23 Geburten verzeichnet. Mundelfingen bietet jungen Familien einen örtlichen Kindergarten an, der für die Aufnahme von maximal 45 Kindern genehmigt ist. 60 Kinder aus zwei Schulklassen erhalten aktuell den Unterricht in der Schellenberger-Schule, die als Außenstelle im Mundelfinger Rathaus einen Standort hat.