Die Neue Arbeit Lahr hat mit dem Projekt NIL in den vergangenen Jahren 200 Menschen begleitet. Mehr als die Hälfte hat eine Ausbildung, Umschulung oder Arbeitsstelle gefunden.
Die Neue Arbeit Lahr (NAL) ist eine gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft. Ziel ist es, Menschen, denen der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt ist, zu unterstützen. Ein wichtiges Projekt war NIL (Nachhaltige Integration langzeitarbeitsloser Menschen). Wie die Caritas Baden-Württemberg berichtet, wurden damit an mehreren Standorten Menschen begleitet, die über lange Zeit den Anschluss an den Arbeitsmarkt verloren hatten – mit Beratung, Qualifizierung und intensivem Coaching. Nun ist es das Projekt zu Ende gegangen.
Im Fokus standen an den zuletzt fünf Standorten unter anderem ältere Langzeitarbeitslose sowie Frauen, die aufgrund von Kindererziehung oder Pflegezeiten lange nicht erwerbstätig waren. Da Langzeitarbeitslosigkeit überdurchschnittlich häufig Menschen mit Migrationshintergrund betreffe, seien diese besonders berücksichtigt worden. Die Teilnehmer wurden auf die Aufnahme einer Arbeit oder Ausbildung vorbereitet. Auch während der Arbeitsaufnahme wurden sie pädagogisch begleitet. Zudem wurden Arbeitgeber beraten. Insgesamt haben laut Caritas rund 700 Menschen den Weg in Beschäftigung und Ausbildung gefunden. Während 2013 rund 40 Prozent der Teilnehmer einen Migrationshintergrund hatten, waren es 2024 schon 68 Prozent.
Die NAL hat das Projekt mitkonzipiert und war seit 2013 dabei. NIL Lahr war als Männerprojekt organisiert. Laut Mitteilung aus Lahr profitierten rund 200 Langzeitarbeitslose davon. Diese wohnten im Gebiet des alten Landkreis Lahr und bezogen Leistungen vom Ortenau Jobcenter. 125 Männer hatten einen Migrationshintergrund, 127 teils schwerwiegende gesundheitliche Einschränkungen. „Fast allen fehlte der Mut und das Selbstvertrauen, sich den Herausforderungen einer Erwerbstätigkeit erneut zu stellen“, heißt es in der Mitteilung.
Faulheit oder Verweigerung kommen äußerst selten vor
Mehr als die Hälfte der ehemals Langzeitarbeitslosen hat eine Ausbildung, Umschulung oder Arbeitsstelle gefunden. Rund zehn Prozent fielen wegen Rente, Umzug, Therapie, Gefängnis oder Tod aus der Vermittlung.
Laut Geschäftsführer Djahan Salar hat man viel gelernt – etwa, dass die meisten Langzeitarbeitslosen das Zutrauen in die Leistungsfähigkeit verloren und massive Ängste vor erneutem Scheitern entwickelt haben. Faulheit und Verweigerung seien ausgesprochen selten. Es brauche eine professionelle, individuelle Ansprache, Geduld und Zeit. Arbeiten lerne man nur durchs Arbeiten. Im geschützten Rahmen der eigenen Gewerke konnten sich die Männer ausprobieren und Arbeitsprozesswissen aktualisieren.
Gerade in der Anfangsphase einer erfolgreichen Integration könne es zu Irritationen komme. Darum betreute man die Vermittelten noch mindestens ein halbes Jahr weiter. „Davon profitierten auch die Arbeitgeber“, so Salar. Nicht jeder Deckel passe auf jeden Topf – aber für jeden Topf gebe es einen Deckel. „Dieser muss gefunden werden, damit passgenaue und nachhaltige Vermittlungen auf den Weg gebracht werden.“
Hilfe seit 1984
Gegründet wurde die NAL 1984 vom Caritasverband Lahr und der Evangelischen Kirchengemeinde Lahr. Über die Jahre entstand eine Vielfalt an Dienstleistungen, Produkten und Projekten. 2019 wurde die Tochtergesellschaft Neue Arbeit inklusiv (NAI) gegründet.