Nach Renovierung und Digitalisierung kommen immer mehr Leseratten in die Bücherei nach Dotternhausen, was Bürgermeisterin und Gemeinderäte sehr freut.
Lange dümpelte die Gemeindebücherei vor sich hin, Anfang 2024 wurde sie gerade mal noch von fünf Dotternhausenern regelmäßig besucht. Doch nun ist es vorbei mit dem Dornröschenschlaf. 133 Ausleiher zählt die Einrichtung aktuell – Kindergartenkinder und Schüler, die das Angebot mittlerweile auch wieder verstärkt nutzen, sind dabei noch mit eingerechnet.
Bürgermeisterin Marion Maier sprach denn auch am Mittwoch im Gemeinderat von einem erfolgreichen Neustart. Obwohl die Gemeinde viel Geld in die Hand habe nehmen müssen, hätten sich die Renovierung und die Digitalisierung im vergangenen Jahr gelohnt. Ausdrücklich lobte sie das Engagement der beiden Mitarbeiterinnen: „Tanja Seeburger und Silke Stauß hängen sich sehr rein.“
Bücherei fast komplett ausgeräumt
Damit die Männer des Bauhofs den Räumen zu neuem Glanz verhelfen konnten, wurde die Bücherei fast komplett ausgeräumt, veraltete und abgenutzte Bücher dabei gleich aussortiert. Neue Sachen wurden nachgekauft – mittlerweile verfügt die Bücherei, auch dank vieler Spenden, über 2200 Medien. Bis in vier Jahren soll der Bestand bei 3700 liegen.
Die Bücherei arbeitet eng mit der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen beim Regierungspräsidium Tübingen zusammen. So hat die Fachstelle die konzeptionelle Weiterentwicklung begleitet, sie empfiehlt mittelfristig einen Zielbestand von sogar rund 5000 Medien. So sollen auch, wie früher schon, wieder Zeitschriften angeboten werden, zunächst in Form eines Probeabonnements.
Neu sind nicht nur die wöchentlichen Buchvorstellungen im Gemeindeblatt, sondern auch die Öffnungszeiten. Weil das Interesse so groß ist, kann man jetzt auch jeden ersten Samstag im Monat von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr zum Schmökern und Ausleihen kommen. Ansonsten haben die Leseratten zweimal in der Woche die Möglichkeit dazu: montags von 16 bis 18.30 Uhr und donnerstags von 15 bis 17.30 Uhr.
Autor Boris Pfeiffer las den Drittklässlern vor
Laut der Bürgermeisterin laufen die „Tonies“, das sind Hörfiguren für Kinder, und Bücher und Spiele von „Tiptoi“ besonders gut. Wohl auch deshalb, weil dafür im Handel viel Geld ausgegeben werden muss.
Aktuell fanden in der Schlossbergschule die Frederick-Tage statt, zu der die Bücherei eingeladen hatte. Der aus Berlin stammende Autor Boris Pfeiffer las den Drittklässlern vor, Sarah Welk, die Kinderbücher schreibt, den Zweitklässlern. In nächster Zeit ist geplant, mit Mitteln aus dem „Bibliotheksförderprogramm zur Verbesserung der Bibliotheksversorgung im Ländlichen Raum“ die Kinderecke aufzuwerten.
„Meine Kinder kommen immer begeistert aus der Bücherei“, würdigte Marcus Eichstädt die Arbeit, und auch Markus Schnekenburger zollte dem „tollen Team“ Anerkennung. Ilse Ringwald, die seit 1968 einen Leseausweis hat, war ebenfalls im Glück: „Es ist eine Freude zu sehen, wie die Bücherei lebt.“