2024 war das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seit der Gründung des Eigenbetriebs. Das Gutacher Freilichtmuseum erzielte einen Gewinn in Höhe von rund 276.000 Euro
„Wir konnten uns vom Pandemie-Knick gut erholen und sind jetzt wieder auf dem gewohnten Niveau“, erklärte Museumschefin Margit Langer am Dienstag den Mitgliedern des Kultur- und Bildungsausschusses des Kreistags.
Finanziell habe es sich gar um das erfolgreichste Jahr seit der Gründung des Eigenbetriebs gehandelt. Gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Leiter Thomas Hafen präsentierten sie in Offenburg die Bilanz des vergangenen Jahres.
Das konnte sich sehen lassen und stand unter anderem mit dem großen Festwochenende im Juni ganz im Zeichen des 60. Geburtstags des Vogtsbauernhofs als Museum.
Mehr als 200.000 Besucher kommen ins Museum
Insgesamt fast 207.650 Besucher waren zwischen März und November ins älteste Freilichtmuseum des Landes geströmt – darunter mehr als 155.000 Einzel- und 52.000 Gruppenbesucher. Mit dem Jahresergebnis erreichte der Vogtsbauernhof auch wieder die Zahlen des Vorjahres (plus ein Prozent).
„Wir haben auch immer mehr Wiederholungsbesucher – was für unser Programm spricht“, betonte Langer. Im Bereich der Gruppen-Buchungen bleibe das Museum mit 1740 Führungen und Programmen für Schulklassen und Reisegruppen auf dem hohen Niveau des Vorjahres.
Rund ein Drittel aller Gäste kam aus dem Ausland, darunter vor allem aus Spanien, Frankreich und den USA. Mehr als 10.000 Schüler waren laut Langer 2024 zu Gast gewesen. Das seien doppelt oder gar drei Mal so viele, wie in anderen baden-württembergischen Freilichtmuseen.
Insgesamt wurden in der Saison 2024 an 109 Tagen offene Werkstätten mit unterschiedlichen Mitmachmöglichkeiten angeboten. Mit mehr als 5000 aktiven Kinder und damit durchschnittlich rund 60 teilnehmenden Kindern pro Angebot wurde das Programm 2024 überdurchschnittlich gut angenommen. „Unser Konzept, immer wieder Neues anzugehen, bewährt sich“, schlussfolgerte Langer.
Verwaltung attestiert Museum Sparsamkeit
Erstmals erzielte das Freilichtmuseum einen Gewinn von mehr als 250.000 Euro. Der Wirtschaftsplan für 2024 sah dabei eigentlich nur ein Plus von 20.000 Euro vor. Der wurde in Folge der Corona-Nachwirkungen, hoher Energiekosten und wegen noch nicht vorhersehbaren Entwicklungen der Umsatzerlöse beim Kiosk und der Winzerstube – die war erst im Juni 2023 eröffnet worden – sehr vorsichtig geplant worden, erklärte Finanzdezernentin Ulrike Karl am Dienstag.
Die Vorsicht war offenbar unnötig: „Die Winzerstube wird mit so großer Liebe betrieben, dass die Menschen dort gerne verweilen – und Geld ausgeben“, so Karl. Auch der dem Freilichtmuseum angeschlossene Kiosk und die Merchandise-Produkte sowie zusätzliche Zuschüsse sorgten für das gute Ergebnis.
Gewinn soll in die Rücklagen für neue Projekte fließen
Die Kreisverwaltung schlug den Ausschussmitgliedern vor, den Jahresgewinn den Rücklagen zuzuführen, „weil das Museum doch noch das ein oder andere plant“, erläuterte Karl. Die Finanzdezernentin attestierte dem Eigenbetrieb zudem einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geld: „Da wird sehr sparsam gewirtschaftet.“
Angesichts klammer Kassen war die Präsentation der Bilanz des kreiseigenen Freilichtmuseums wohl eine angenehme Abwechslung für die Kreisräte. Landrat Thorsten Erny hatte eingangs gar von einem regelrechten „Wohlfühltermin“ gesprochen. Sowohl vom Verwaltungschef als auch den im Ausschuss vertretenen Fraktionen des Kreistags gab es reichlich Lob für Langer und ihr Team. Das Gremium folgte einstimmig der Beschlussempfehlung.
Guter Start in laufende Saison
„Wir sind sehr zufrieden mit dem aktuellen Saisonverlauf“, erklärte Museumschefin Margit Langer am Dienstag. Im laufenden Jahr würde die Erweiterung der Außenanlage rund um das Ortenauhaus und das Lorenzenhaus weiter umgesetzt. Auf Letzterem werde auch das Dach komplett erneuert werden. „Es ist ein kostspieliges Projekt, das wir auf zwei Jahre strecken“, so Langer. Für die Saison 2026 haben die Planungen bereits begonnen. Der Arbeitstitel dafür lautet bislang „Begegnungen“.