Elena Burkhard hat in Dortmund den dritten Platz belegt.Foto: Eibner Foto: Schwarzwälder Bote

Leichtathletik: 29-Jährige erfüllt mit 8:59,02 Minuten die EM-Norm. 300 Meter vor dem Ziel eingeholt.

Die 29-jährige Baiersbronnerin erfüllt mit 8:59,02 Minuten in Dortmund die EM-Norm.

Mit den deutschen Hallenmeisterschaften in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle ging am Wochenende für den Großteil der deutschen Leichtathletinnen und Leichtathleten die kurze aber intensive Hallensaison zu Ende.

Mit Elena Burkard hatte die LG farbtex Nordschwarzwald auch in diesem Winter ein heißes Eisen auf Edelmetall im Feuer. In Karlsruhe hatte sie vor zwei Wochen aufgrund eines zunächst positiven Corona-Schnelltests nicht starten dürfen. Da der ebenfalls durchgeführte PCR-Test negativ ausgefallen war, lief Burkard bereits eine Woche später eine starke Zeit über 1500 Meter, bei der sie auch die vom Deutschen Leichtathletik-Verband geforderte Norm für die Hallen-EM unterboten hatte. Großes Manko allerdings dabei war, dass sie trotz erfüllter Norm nur an Position vier der deutschen Bestenliste steht, bei nur drei möglichen EM-Startplätzen pro Nation. Daher galt für die Deutschen Meisterschaften die Devise, für das nötige Tempo zu sorgen, um auch über die 3000 Meter die geforderten 9:03,00 Minuten zu knacken.

Acht Läuferinnen standen also am Sonntag um kurz nach 12 Uhr am Start der zwölfeinhalb Runden im Dortmunder Oval. Mit Triathletin Laura Lindemann war es dann die im Vorfeld als Geheimfavoritin gehandelte Läuferin vom SC Potsdam, die sich direkt nach dem Startschuss vor das achtköpfige Feld spannte und fürs Tempo sorgte.

Nach vier Runden wurde es Elena Burkard aber mit Blick auf die EM-Norm etwas zu langsam, sodass die Baiersbronnerin die Führung übernahm und das Feld direkt sprengte. Wie das Uhrwerk eine Schwarzwälder Kuckucksuhr zog die deutsche Freiluftmeisterin über 3000 Meter Hindernis aus Baiersbronn an der Spitze ihre Runden. Dahinter allerdings lauerte die große Favoritin und Titelverteidigerin Hanna Klein von der LAV Stadtwerke Tübingen, die sich ihrer Spurtstärke bewusst war und sich daher auch nicht an der Führungsarbeit an der Spitze beteiligte. Aber auch Lea Meyer vom VfL Löningen und die bereits erwähnte Lindemann hielten sich trotz Burkards Tempodiktat noch im Windschatten. Mit jeder Runde war aber zu beobachten, dass Burkards Gesichtsausdruck immer verbissener wurde. Die Strapazen, völlig auf sich alleine gestellt für das hoher Tempo an der Spitze zu sorgen, waren ihr deutlich anzusehen. 300 Meter vor Schluss war es dann tatsächlich die Potsdamerin Lindemann, die den ersten Angriff setzte und Burkard von der Spitze verdrängte. Auch Klein zog an der Nordschwarzwälderin vorbei, die nun sichtlich Probleme hatte, den Anschluss an die beiden vorne zu halten.

Mit der Glocke der letzten Runde kam es dann wie erwartet. Klein setzte zum starken Endspurt an. Während die Tübingerin überlegen ihren Titel vom Vorjahr in 8:54,37 Minuten verteidigte und die Zweitplatzierte Lindemann zu Silber und EM-Norm lief, musste Burkard auf der letzten Runde sogar noch um Platz drei fürchten, denn Lea Meyer blieb ihr auf den Fersen. Aber Burkard sicherte sich die Bronzemedaille nach 8:59,02 Minuten.

Ihre Zeit bedeutet gleichzeitig auch die Erfüllung der EM-Norm für die Hallen-EM vom 5. bis 7. März im polnischen Torun. Doch mit ihrer Dortmunder Zeit steht die 29-Jährige nun wie über 1500 Meter auch an Platz vier der deutschen Bestenliste über 3000 Meter, hinter Klein, Lindemann und Gesa-Felicitias Krause, die die Norm bereits vor zwei Wochen erfüllt hatte. Für Burkard bleibt allerdings die Hoffnung, dass Klein als derzeit viertbeste Europäerin über 1500 Meter über diese Distanz bei der EM in die Medaillenvergabe eingreifen wird.

Trotz der Bronzemedaille also nicht ganz das erhoffte Ergebnis für Burkard, die in den nächsten Tagen sicher voller Spannung auf die Entscheidung von Klein warten wird. Aufgrund von Corona ist ein Doppelstart nicht erlaubt, so sollte Burkard als Vierte nachrücken können.

Für Sprinter Deniz Almas aus Calw (VfL Wolfsburg) lief es in Dortmund nicht wie geplant. Der Titelverteidiger war von seiner Topform über die 60 Meter ein gutes Stück entfernt. Im Vorlauf qualifizierte er sich zwar mit 6,70 Sekunden für das Finale, auf das er aber verzichtete. Beim Titellauf samt deutschem Hallenrekord (6,52 Sekunden) von Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) war Almas nur Zuschauer.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: