Am Horber Martin-Gerbert-Gymnasium (MGG) freut man sich, dass man mit Dennis Chen und Nico Götz gleich zwei Schüler in den eigenen Reihen hat, die beim Bundeswettbewerbs Mathematik in der zweiten Runde einen dritten Preis erreichten.
„Überhaupt in die zweite Runde zu kommen und dort auch noch zwei Preise zu erhalten, das gelingt unseren Schülerinnen und Schülern bei einem der anspruchsvollsten und prestigeträchtigsten Schülerwettbewerbe nur sehr selten“, macht der stellvertretende Schulleiter des MGG, Christian Schaal, die Wertigkeit dieser Preise deutlich. „Einen Preisgewinn in der zweiten Runde, in die es 2024 nur 24 Schüler aus ganz Baden-Württemberg schafften, gelang das letzte Mal im Jahr 2016 durch Benjamin Brindle“, ergänzte Schaal im Rahmen eines Pressegesprächs mit sichtlichem Stolz.
Während die erste Runde noch als Teamwettbewerb ausgeschrieben ist, bei der sich bis zu drei Schüler gemeinsam die Lösungen erarbeiten können – der dritte Mann im erfolgreichen MGG-Team ist Pascal Uhlrich – müssen in der zweiten Runde alle Lösungen und Beweise nachweislich allein und ohne Hilfe einer zweiten Person, egal ob nun Mitschüler, Lehrer oder Außenstehender, erarbeitet werden.
„Aber wir können das Internet zu Hilfe nehmen und ich bin ganz gut im googeln“, machte der 18-jährige Dennis Chen deutlich, der ebenso wie sein Klassenkamerad Nico Götz auch beim kommenden Wettbewerb mit dem Ziel, eine noch bessere Platzierung zu erreichen, antritt. „Die Aufgaben für die erste Runde haben wir fast fertig und mit diesem Ergebnis dürften wir die zweite Runde locker erreichen“, sind die beiden „Mathe-Käpsele“ schon heute recht selbstbewusst unterwegs.
Matheaufgaben als Hobby
Obwohl sie sich derzeit auf ihr Abitur vorbereiten, finden sie die Zeit, um sich mit den ungewöhnlich anspruchsvollen Aufgabenstellungen auseinanderzusetzen. „Das ist unser Hobby, für das wir uns einfach täglich etwas Zeit nehmen“, begründen beide ihre Motivation am Ausknobeln von Lösungsstrategien, die sie später auch exakt zu Papier bringen müssen. „Allein für die Lösung der Aufgabe Vier habe ich zehn DIN A4-Seiten mit Lösungen und Beweisen eingereicht“, schildert Nico Götz.
Auf die Frage, wie er denn zu den Lösungen komme, sagte der 17-Jährige, ohne zu übertreiben, dass er hier auch auf seine Erfahrung zurückgreifen kann. Seit er am MGG ist, macht er anfangs in der Mathe AG mit und wechselte später in den Mathe-Leistungskurs. Sein Mitstreiter Chen ist erst seit der 9. Klasse mit im Mathe-Boot.
Um in solch anspruchsvollen Wettbewerben wie der Mathe-Olympiade oder eben im Bundeswettbewerb Mathematik erfolgreich zu sein, gehört neben einem gewissen Talent und der Basis, die man sich aus dem Unterricht heraus erarbeitet, noch eine große Portion Ehrgeiz, Durchhaltevermögen – für manche Lösung braucht es Monate – Sitzfleisch und Kreativität, um am Schluss ein Ganzes zu ergeben.
Studium ist geplant
In der Nerd-Ecke sehen sich die beiden, die später irgendwas mit Mathe oder Medizin studieren wollen, von ihren Mitschülern nicht gedrängt. „Die wissen halt, dass wir ganz gut in Mathe sind“, sagte Chen auf Nachfrage ganz unaufgeregt und nach ihren anderen Hobbys befragt kam heraus, dass beide keine Stubenhocker sind. Sport steht bei Nico Götz auf dem Programm und Denis Chen geht gerne mit Freunden raus. Also alles völlig normal in diesem Alter.
Christian Schaal setzt auf das G9, damit die Schüler mehr Zeit haben, sich mit ihrem Hobby Mathe zu beschäftigen, wie er abschließend erklärte und hofft, dass die Tradition, dass das MGG immer mal wieder einen starken Nachwuchsmathematiker in den eigenen Reihen hat, auch zukünftig fortgesetzt werden kann.
Die Aufgabe aus der zweiten Runde
Verbindungen zwischen Städten
Wer von unseren Lesern ebenfalls matheaffin ist und mitknobeln möchte, hier die Aufgabe 4 aus der zweiten Runde 2024. Im Land Sikinien gibt es 2024 Städte. Zwischen manchen von ihnen gibt es direkte, in beiden Richtungen nutzbare Flugverbindungen. Dabei hat keine Stadt mit allen 2023 anderen Städten eine direkte Flugverbindung. Es ist aber bekannt, dass für eine bestimmte positive ganze Zahl n gilt: Zu beliebigen n Städten in Sikinien gibt es stets eine andere Stadt, die mit jeder dieser n Städte eine direkte Flugverbindung hat. Bestimme den größten Wert, den n unter diesen Bedingungen annehmen kann.