Musik: Jung-Organist belegt zweiten Platz bei Bundeswettbewerb

Was für jugendliche Forscher der bundesweite Wettbewerb "Jugend forscht" bedeutet, hat seine Entsprechung im Leistungsvergleich "Jugend musiziert" für junge Musiker. Nico Schumann (19) aus Sulz-Sigmarswangen hat bei diesem Wettbewerb, der 2021 kürzlich online durchgeführt werden musste, in seinem Fach "Orgel" den zweiten Platz errungen.

Oberndorf/Sulz-Sigmarswangen.

Schumann, der gerade sein Abitur macht, gibt an, dass das in Sulz gebotene G9 viel zu seiner musikalischen Entwicklung beigetragen habe. Hier gab bis auf die Abschlussklasse keinen Nachmittagsunterricht, was viel Zeit zum Üben bedeutete.

Schumann kommt aus einer musikalischen Familie. Sein Vater ist Musiklehrer und die Mutter ebenso musikalisch aktiv. Sie spielt in dem weit über die Region hinaus bekannten Orchester der Neuapostolischen Kirche der Region Sulz. Nico Schumann bekam seinen ersten Klavierunterricht vom Vater im Alter von vier Jahren. Mit sieben Jahren wurde dieser Unterricht im Rahmen der Karg-Elert-Musikschule Oberndorf- Sulz durch den heutigen Schulleiter Kay Kieferle weiter ausgebaut.

Dort ergänzt Schumann sein Können auch heute noch. Den ersten Orgelunterricht bekam der Preisträger mit neun Jahren von seinem Onkel Joachim Wössner, der in Sigmarswangen den Organistendienst versieht. Die weitere Orgelausbildung lag in den Händen des Kantors und Kapellmeisters, Edgar Blaas, der St.Hedwigs-Gemeinde in Trossingen.

Auf die Frage, wie er sich seinen beruflichen Weg vorstelle, gibt es bei Nico Schumann nur eine Antwort: Er möchte Schulmusik mit dem Hauptfach Orgel studieren, wobei in diesem Studiengang Chor- und Orchesterleitung, Stimmbildung, Musiktheorie, Komposition und weitere Teilgebiete eingeschlossen sind.

Er hat sich an der Musikhochschule Stuttgart beworben, fügt aber hinzu, dass dort die Aufnahmeprüfung "sehr knackig" sei. Das Ergebnis erwarten Nico und Familie – nicht ohne Spannung – in nächster Zukunft. Wie aber kommt man dazu, sich auf Bundesebene mit den besten Organisten seiner Altersklasse messen zu dürfen? Der Weg führte über den Landeswettbewerb. Zu dem, der 2020 ausgelobt war, mussten vier Stücke aus verschiedenen Epochen vorbereitet werden.

Schumann stellte für den Landeswettbewerb sowohl ein zeitlich, stilistisch und national breit gefächertes Programm auf. Dazu gehörte auch ein Werk des in Oberndorf geborenen Komponisten Sigfrid Karg-Elert, durch dessen Aufführung Schumann auch seine Heimatverbundenheit zum Ausdruck gebracht hat. Auch Werke von Johann Sebastian Bach, Charles Villiers Stanford und Jean Langlais waren Teil seines Programms, bei dem er seine technischen Fertigkeiten am Instrument unter Beweis stellen konnte. Beim Bundeswettbewerb führte Schumann seine Eigenkomposition "Volatus Insectorum", zu Deutsch "Flug der Insekten", auf. Dabei gelang es Schumann den Eindruck von Luft und Wind zu vermitteln und im weiteren Verlauf auch die Laute verschiedener Insekten, wie dass Surren einer Stechmücke, zu imitieren.

Bereits 2020 hat Nico Schumann mit seiner Stück "Variationen über einen freien Choral in F" am Wettbewerb "Jugend komponiert" erfolgreich teilgenommen. Er wurde in Folge zu einem einwöchigen Workshop auf Schloss Weikersheim eingeladen. Doch Aufgrund der Pandemie konnte dieser Workshop nicht stattfinden.

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