Rund 550 Läufer waren beim Spendenlauf entlang der Wiese dabei. In den nun zwölf Wiesentäler Wasserläufen kamen über 200.000 Euro für die Wasserversorgung in Kamerun zusammen.
Rund 550 Teilnehmer zählte der zwölfte Wiesentäler Wasserlauf am vergangenen Samstag. Er führt in sieben Etappen von der Quelle der Wiese bis nach Basel – insgesamt 59 Kilometer. Das Absolvieren der gesamten Strecke freilich ist keineswegs Pflicht und wird tatsächlich nur von den wenigsten durchgezogen. Die weitaus meisten Läufer steigen für ein, zwei oder drei Etappen mit ein – und dann wieder aus.
Ein Euro pro Kilometer
Welche Distanz auch immer der einzelne absolviert: Pro gelaufenem Kilometer spenden die Läufer mindestens einen Euro, so dass am Ende jeweils ein beträchtlicher Betrag für den Verein Dikome/Kamerun zusammenkommt.
„Wir sind in Feldberg mit 160 Läufern gestartet“, berichtete Vereinsvorsitzender Richard Renz an der Verpflegungsstation in Zell im Wiesental. In Todtnau schlossen sich 93 Jungen und Mädchen der Grundschule Oberes Wiesental dem Feld an und liefen bis Geschwend. „Die Kinder hatten eine Wahnsinnsfreude“, sagte Renz. Insgesamt liefen nach Angaben der Veranstalter rund 200 Schülerinnen und Schüler einen Teil der Strecke mit.
Bewegung im Läuferfeld
Durch die offene Gestaltung und die frei gewählten Distanzen herrscht im Teilnehmerfeld ein reges Kommen und Gehen. Nina Kersten aus Wiechs etwa hat sich zwei Etappen vorgenommen: Von Zell nach Schopfheim führte ihr Lauf. Ihre Freundin Kitani Roth, zum ersten Mal dabei, begleitete sie.
Rita Wangler wiederum schloss sich dem Läuferpult mit ihren Töchtern Ella (8) und Lea (5) für einen Kilometer an, von der Brücke in Ehner-Fahrnau bis zur Schopfheimer Feuerwache, wo traditionell einer der Versorgungspunkte aufgebaut war. Für ihren Mann Christoph wiederum war dort noch lange nicht Schluss: Er absolvierte die gesamte Strecke.
„Schön dabei zu sein“
Zu den jüngeren Teilnehmern gehörte Leni Strübe. Die 20-Jährige studiert Sonderpädagogik in Freiburg. „Der Lauf macht Spaß, es gibt keinen Wettkampf und es ist schön, dabei zu sein“, begründete sie ihre Teilnahme. Ihr Freund Ben Feiertag schwärmte: „Die Atmosphäre ist angenehm. Es gibt keinen Wettkampf und wir können ohne Druck laufen.“
Neuer Teilnehmerrekord
In diesem Jahre konnten die Veranstalter eine neuen Rekord bei der Teilnehmerzahl verkünden: 200 Läufer mehr als im vergangenen Jahr absolvierten den Wasserlauf. Mitorganisator Jürgen Ekert führt das auch auf die Firmenteams zurück, die sich nach der Corona-Pandemie wieder verstärkt für die Veranstaltung interessierten. Mit dabei waren Beschäftigte zum Beispiel von Dreistern, E+H, Ekato, Busch und Mondelez. Gerne wären noch mehr mitgelaufen – die Veranstalter mussten aber die Grenze ziehen, da noch mehr Teilnehmer nicht versorgt werden können.
Angeführt wurde das Feld von den Pacemakern Silke Steffen und Joe Freytag, die ein konstantes Tempo von 6:30 Stundenkilometern sicherstellten. Medizinisch Begleitet wurde das Feld vom Deutschen Roten Kreuz Ortsverband Schopfheim.
Großes Helfernetzwerk
Das Team um die Organisatoren Jürgen Ekert, Silke Steffen, Kai Horschig und Richard Renz, kann traditionell auf ein großes Netz an Unterstützern zählen – darunter die Freiwillige Feuerwehr entlang der Strecke, die in ihren Wachen teils die Versorgungsstationen für die Läufer einrichten, oder Helfer wie Melanie Ekert, die die Rucksäcke der Läufer von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation transportiert – und dabei gerade auf der letzten Etappe, nach Basel hinein, auch mal länger braucht als die Läufer selbst, wie sie schmunzelnd bekennt.
Bessere Wasserversorgung
Worauf die Veranstalter besonders stolz sind: Mit dem Lauf am Samstag wurde die Gesamtspendensumme von 200.000 Euro überschritten. Mit dem gespendeten Geld finanziert der Verein seine Wasserprojekte in Kamerun. Wasserleitungen sollen in den Regionen Dikome und Locando errichtet werden, erläutert Richard Renz. Der Bürgerkrieg mache die Arbeit in dem afrikanischen Land schwierig, bedauert Renz.
Der nächste Wasserlauf findet am 24. April 2027 statt.