Stadtoberhaupt Jürgen Großmann zeichnete die erfolgreichsten Teilnehmer der Aktion „Stadtradeln“ am Rathaus Nagold aus. Foto: Sebastian Bernklau

Was das „Stadtradeln“ im Kreis Calw angeht, ist Nagold das was Bayern München im Männerfußball ist: Seriensieger. Auch wenn das diesjährige Ergebnis etwas hinter 2022 zurückbleibt.

Stadtradeln für mehr Klimaschutz ist in Baden Württemberg seit 2008 ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Interessierte konnten sich für den Landkreis Calw oder für eine der teilnehmenden Kreiskommunen anmelden, ein Team gründen oder einem Team beitreten, um Rad-Kilometer zu sammeln. „Teamlos“ radeln ging nicht – aber schon zwei Personen waren ein Team.

 

Aktion kommt erst spät in Tritt

Im Kreis Calw und damit auch in Nagold kam die Aktion erst relativ spät in Tritt. Die Ausgabe 2023 war erst die vierte, bei der Radler aus dem Kreis Calw und aus Nagold am Start waren. Aber eines kann sich Nagold mit Stolz auf die Fahnen oder die Radtrikots schreiben: Bei jeder dieser vier Ausgaben räumte Nagold den Titel der radaktivsten Kommune nach Gesamtkilometern ab: In diesem Jahr legten die Nagolder Radler 101 150 Kilometer zurück. Damit blieben sie aber etwas hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurück. 2022 schafften sie 102 647 Kilometer.

Das minderte aber den Stolz des Nagolder Stadtoberhaupts Jürgen Großmann auf die Radfahrer der Stadt nicht im Mindesten, als er die erfolgreichsten Fahrer im Foyer des Nagolder Rathauses zur Prämierung empfing und natürlich zu ihrer Leistung beglückwünschte. Doch nicht nur zur eigentlichen Leistung gab es Glückwünsche, auch zum eigentlichen Ziel der Aktion – einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – gab es den Respekt des Oberbürgermeisters. Denn immerhin haben die Nagolder Radler in der Zeit des „Stadtradelns 2023“ 16,3 Tonnen CO2 eingespart.

„Funbiker“ im Kreis Calw vorne

Auch in anderer Hinsicht konnte man in Nagold feiern: Bei den Teams mit den meisten Kilometern pro Kopf im gesamten Kreis Calw lagen zwei Nagolder Teams ganz vorne: Den 1. Platz erreichten die „ Funbiker Nagold“ mit 1598,7 Kilometer/Kopf, Platz 2 ging an „Tour de France“ mit 1520,6 Kilometer/Kopf.

Klarer Sieger bei den Teams wurde – was die Gesamtkilometer angeht – der SV Vollmaringen mit seinem Teamkapitän Marco Ackermann: Mit 54 Radlern schaffte das Team stolze 20 109,1 Kilometer. Damit distanzierten sie das Team „OHG Nagold“mit Teamkapitänin Sarah Sötz deutlich – und das obwohl die mit fast dreimal so vielen Fahrern angetreten waren: Das OHG schaffte mit 154 Radlern 11 838,3 Kilometer. Knapp dahinter der Deutsche Alpenverein (DAV) Nagold. Das Team um Kapitän Stefan Lendermann erreichte mit 23 Fahrerinnen und Fahrern 11 679,8 Kilometer. Mit 21 Teilnehmern schaffte der ADFC Nagold unter Teamkapitän Andreas Schittenhelm 10 380,2 Kilometer.

Leise Kritik am Termin der Aktion

Die fleißigsten Radler nach Geschlecht gehörten beide dem gleichen Team an, den Funbikern: Heike Rink legte 1550 Kilometer zurück, Markus Brenner 2031,1 Kilometer. Brenner schaffte es damit in dieser Kategorie auf Platz 5 im gesamten Kreis Calw.

Was ganz Nagold angeht, musste man eine eher stagnierende Tendenz verzeichnen. Ein leichtes Plus gab es bei den aktiven Radlern. Da stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr von 414 auf 420. Waren 2022 noch 28 Teams am Start, so waren es 2023 nur 24.

Das könnte auch am frühen Termin der Aktion gelegen haben. Bei der Auszeichnung der Radler im Rathaus wurden jedenfalls Stimmen laut, die eine spätere Terminierung der Aktion im kommenden Jahr anregten. OB Jürgen Großmann sicherte den Radlern zu, beim Ausrichter, dem Calwer Landratsamt, entsprechend vorzusprechen.