Sandra Prediger hat sich in ihrem Stiftungsbüro in der Freiburger Konturstraße gut eingelebt. Foto: Alexander Blessing

Sandra Prediger hat vor einem Jahr die Prediger-Stiftung ins Leben gerufen. Sie will damit der Gesellschaft etwas von ihrem Erfolg zurückgeben. Bisher hat sie in Freiburg knapp 20 Projekte mit einem insgesamt mittleren sechsstelligen Betrag unterstützt.

„Wir wollten dort helfen, wo wir wohnen. So sehen wir auch direkt, was mit unserem Geld passiert“, erklärt Sandra Prediger. Sie und ihr Mann haben 2008 in Freiburg die Firma Jobrad (ehemals Lease Rad) gegründet. Durch den Erfolg ihrer Firma habe sie nun die Möglichkeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Anstatt einfach Geld an Projekte und Organisationen zu spenden, hat sich Prediger für die Gründung einer Stiftung entschieden und deshalb im März 2023 die Prediger-Stiftung ins Leben gerufen.

 

Die Prediger-Stiftung ist eine Treuhandstiftung. „Ich habe mich dafür entschieden, da so die Stiftungszwecke noch nicht für immer fixiert sind“, erklärt Prediger. Aktuell habe sie fünf Zwecke ausgesucht: Jugend- und Altenhilfe, Erziehung und Bildung, Umweltschutz, Religion und Wohlfahrt. Alle Projekte, die sie unterstützt, müssen einem dieser Zwecke dienen.

Ausbildung zur Stiftungsmanagerin

„Wenn ich die Stiftung in eine rechtliche Stiftung überführe, sind die Zwecke für immer gebunden und können nicht mehr geändert werden“, informiert Prediger. Ab dann könne sie auch Mitarbeiter einstellen. Das ist bisher nicht möglich.

„Ich habe die Ausbildung zur Stiftungsmanagerin gemacht“, berichtet Prediger. Ein eher unüblicher Weg für eine Stiftungsgründerin, aber sie wolle verstehen, wie eine Stiftung funktioniert und alles genau wissen. „Ich lerne jeden Tag dazu und es bereitet mir immer noch große Freude“, sagt die Stifterin. Viel dazugelernt habe sie auch im Bereich der sozialen Medien. Ihr Ziel: jede Woche einen Social-Media-Post abzusetzen. „Anfangs musste ich erst einmal auf mich und meine neue Stiftung aufmerksam machen“, blickt Prediger zurück. Schritt für Schritt ist die Stiftung so bekannter geworden und die ersten Projekte wurden realisiert. Richtig los ging es dann vergangenen Sommer, und nach und nach sind weitere Projekte dazugekommen.

Für den Hitzebus hat Sandra Prediger (hinten, zweite von rechts) mit ihrer Prediger-Stiftung 3000 Euro gestiftet. Foto: Alexander Blessing

„Der Kontakt mit Menschen, das Netzwerken, das Kennenlernen der beteiligten Menschen an den Projekten – all das macht mir viel Spaß“, sagt Prediger. Auch zwei eigene Projekte hat sie in ihrem ersten Jahr bereits realisiert: einen Schwimmkurs für beeinträchtigte Menschen sowie Menschen, die sich einen Kurs sonst nicht leisten können. Außerdem hat sie den Freiburger Gymnasien fünf Klimakoffer bereitgestellt, die den Schülern den Klimawandel erklären.

Hilfe für Bahnhofsmission, Hitzebus und Stadtpiraten

„Ich unterstütze bisher nur abgeschlossene Projekte“, erklärt die Unternehmerin. So sehe sie, wofür das Stiftungsgeld eingesetzt wurde, und man bekomme ein direktes Feedback. Bisher hat sie knapp 20 Projekte mit einem insgesamt mittleren sechsstelligen Betrag bezuschusst. Dazu gehört unter anderem der Hitzebus, den die Stadt Freiburg gemeinsam mit dem DRK auf den Weg gebracht hat, eine Adventsvorleseatkion in der Bahnhofsmission oder eine Aktionswoche mit den Stadtpiraten, die sich um die Integration von Flüchtlingen kümmern. „Bei der Bahnhofsmission habe ich auch an einem Tag selbst vorgelesen“, berichtet Prediger. Es sei gut möglich, dass diese Aktion im Dezember wieder stattfinde. Auch dann werde sie wieder vorlesen.

Voller Energie und Ideen

Auf das erste Jahr ihrer Stiftung zurückblickend sagt Sandra Prediger: „Es ist so gewesen, wie ich es mir gewünscht habe. Es ist sehr ermutigend, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren. Das ist schön zu sehen.“

Wenn sie in die Zukunft ihrer Stiftungsarbeit blickt, sprudelt Prediger nur so vor Ideen und Energie. Auch die Projekte, die auf sie zukommen, werden nicht weniger. „Mir macht es riesig Spaß, mit verschiedenen Menschen in Kontakt zu kommen. Es gibt so viele tolle Projekte“, sagt die Wahl-Freiburgerin. Sie freue sich schon auf die Unterstützung weiterer Projekte in der Region Freiburg.