Unverzichtbares Utensil: die Maus. Foto: imago images/Westend61

Ein Patent aus dem Jahr 1970 hat den Arbeitsalltag und die Welt verändert: die Computermaus.

Der Prototyp erinnert eher an ein Bauklötzchen mit Kabelanschluss: 1963 hat der amerikanische Techniker Douglas C. Engelbart die erste Computermaus gebastelt. Das unscheinbare Wesen avancierte zum einflussreichsten Tier der Technik. Es hat unser Leben und die Arbeitswelt verwandelt.

 

Als der Maus-Erfinder Engelbart 1925 geboren wurde, waren das Wort Computer und das Kürzel IT noch nicht erfunden. Die Neigung zur Elektronik hatte Engelbart von seinem Vater geerbt, der deutsche Vorfahren hatte. Noch als Soldat las der damals Dreißigjährige im Magazin „Atlantic Monthly“ einen Artikel, der sich damit beschäftigte, wie die Menschen künftig wohl denken würden. Der Autor hatte seine Vision von einer informationsverarbeitenden Maschine aufgeschrieben.

Einst unerschwinglich

Das ließ Engelbart nicht mehr los. In den 1960er Jahren begann er an einem „X-Y-Positionsanzeiger für ein Bildschirmsystem“ zu werkeln. 1968 stellte er die Urahnin der Computermaus erstmals einem Fachpublikum vor. Am 17. November 1970 erhielt er dafür ein Patent.

Die patentierte Version war im Prinzip identisch mit einem ähnlichen Gerät, das der Karlsruher Elektroingenieur Rainer Mallebrein kurz zuvor für Telefunken entwickelt hatte: eine „Rollkugelsteuerung“ für die damals noch ziemlich unhandlichen Computer.

Als die ersten Computermäuse auf den Markt kamen, waren sie unerschwinglich: 1980 kosteten Exemplare von Xerox 400 Dollar. Apple brachte die Maus zur Marktreife. Die britische Zeitung „Sunday Times“ sah 1983 „die Maus aus ihrem Loch kommen“. Sie berichtete über das Klickwerkzeug von Macintosh: „Die Mausplage ist dabei, die Welt der Mikrocomputer zu infizieren. Glücklicherweise handelt es sich um freundliche Wesen, die dabei helfen sollen, Anwender durch den Software-Dschungel zu führen.“