Von der Medizin, bis zum Sport – in den verschiedensten Bereichen kann die Erfindung vom Schwenninger Daniel Soppa eingesetzt werden. Mit unserer Redaktion spricht er über seine Motivation hinter dem Tüfteln und seine Freizeitaktivitäten.
Villingen-Schwenningen - Die Begeisterung und Leidenschaft für seine Erfindung ist Daniel Soppa anzumerken. Zwei Jahre arbeitete er komplett alleine an der Vorrichtung zur Übertragung von Informationen – und das neben seiner Vollzeitstelle im Ingenieurbüro. "Vor allem die letzten Wochen, in denen ich mich auf die Steinbeis-Infothek in Nürnberg vorbereitet habe, waren sehr stressig", sagt Soppa im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Umso mehr freut es ihn, in Franken positive Rückmeldungen für seine Arbeit erhalten zu haben. Eine Bronzemedaille wurde ihm auf der Steinbeis-Infothek schon überreicht, dort werden Produkte vorgestellt, die in Zukunft auf den Markt kommen. Zudem konnte er erste Gespräche mit Investoren und Partnern für die weitere Zusammenarbeit er führen.
Seine Erfindung funktioniert stabiler als Funk
Seine Erfindung: die Übertragung von Information und Kommunikation ohne Kabel, ohne Funknetz und ohne die Freigabe von Frequenzen. Das Ganze muss also nicht über die Luft übertragen werden, sondern kann über ein beliebig leitbares Medium transportiert werden, wie Wasser, Erde oder den Körper, was auch für den Einsatz in der Medizin hilfreich werden könnte. "So etwas gibt es noch nicht", sagt Soppa. Genau das begeistert den 29-Jährigen. "Es ist unglaublich spannend, etwas zu entwickeln, was so noch nicht da ist." Der große Unterschied zu herkömmlichen Geräten sei, dass seine Erfindung eine höhere Reichweite habe und stabiler sei als normaler Funk.
Patentrecht ist der nächste Schritt
Aber wozu kann seine Erfindung verwendet werden? "Die Erfindung befindet sich noch in den Kinderschuhen, gerade stecke ich mitten im Patentprozess, das ist ein Ping-Pong-Spiel zwischen Anwalt und Patentamt". Soppa kann sich vorstellen, dass sein Gerät in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommt: "Profischwimmer sind zum Beispiel mit Sensoren verkabelt, die Funkwellen aussenden. Die Nutzung meines Gerätes wäre ein großer Vorteil, da Wasser das leitbare Medium sein könnte und nicht die Luft." Auf diese Weise wäre die Reichweite der Verbindung höher und das Signal stabiler. Auch in der Karosserie eines Autos könnte sein Gerät zur Übertragung von Informationen verwendet werden – man bräuchte kein Kabel oder Funkstecker mehr. Der Einsatz der Erfindung des Schwenningers wäre damit ein großer Schritt in die Fortbewegung der Zukunft, das Auto könnte autonomer fahren. Auch am Hafen könnte sein Gerät viel Aufwand ersparen: "Für Kontrollen von Schiffscontainern könnte man sich über das Gehäuse als elektrisch leitbares Medium verbinden". Somit könnte man in den Container gucken, ohne ihn erst öffnen zu müssen.
Schwenninger geht verschiedensten Sportarten nach
Für die Entwicklung des Gerätes investierte der Schwenninger viel Zeit. Seinen Freizeitaktivitäten, wie Schwimmen, Fitnessstudio und Eishockey ist er in den vergangenen Wochen "eingeschränkt" nachgegangen. "Aber das ist auch nicht so schlimm, wenn man sein Hobby zum Beruf macht", sagt der 29-Jährige. Jetzt wolle er aber wieder einen Ausgleich finden. "Ich habe jetzt doch zu ungesund gelebt", schmunzelt er.
Nachdem der gebürtige Schwenninger seinen Bachelor im Studiengang Mechatronik an der Fachhochschule Furtwangen absolviert hat, ist er nach München gezogen, um einen Master im System Engineering zu machen. Halten konnte ihn die bayerische Landeshauptstadt nicht – und er zog wieder zurück in seine Heimatstadt Schwenningen. "Hier ist einfach mein Zuhause und meine Familie, es ist schön, wie man zusammen hält", sagt Soppa. "Außerdem hat man hier alles in Reichweite und kann auch vielen verschiedenen Aktivitäten nachgehen." Zum Beispiel aufs Skifahren im Winter freut sich der 29-Jährige jetzt schon.