Ursprünglich stammt die Idee für die Erfindung aus dem Fitness-Bereich. Foto: Stockburger

Sie ist kein Kind der Corona-Zeit und passt doch perfekt in selbige: die Erfindung von Michael Stockburger. "Safety Grips" sollen für einen hygienischeren Alltag sorgen – und nebenbei noch gut für die Umwelt sein.

St. Georgen - Im Laufe eines Tages berührt ein jeder eine Menge Oberflächen – egal ob es eine Tür, die Haltestange im Bus, der Einkaufswagen oder das Trainingsgerät im Fitnessstudio ist. Und all diese Oberflächen haben eines gemeinsam: Sie werden auch noch von zahlreichen anderen Personen berührt. Der Übertragung von Krankheiten öffnet das Tür und Tor –ein Umstand, der vor allem durch die derzeitige Situation mehr denn ja im Fokus des öffentlichen Interesses steht. Denn in Corona-Zeiten kommt Hygienemaßnahmen und dem Schutz vor Krankheitserregern naturgemäß eine besonders große Aufmerksamkeit zu.

 

"Fast komplett kontaktlos" leben

Eine Möglichkeit, sich hygienischer durch seinen Alltag zu bewegen, indem man vermeidet, solche Flächen zu berühren, präsentiert Michael Stockburger. "Fast komplett kontaktlos" kann man mit seiner Erfindung leben, denn "Safety Grips" sind aus Silikon gefertigte Griffe, die man über die Oberfläche – also beispielsweise den Griff des Einkaufswagens – legt, die man anfassen möchte. So besteht kein direkter Kontakt zwischen Hand und Oberfläche.

Eine Idee, die vorzüglich in die Corona-Zeit passt. Doch Stockburger ist überzeugt, dass seine Erfindung auch nach der Pandemie noch Benutzer finden wird. Und das liegt vor allem daran, dass die Idee zu "Safety Grips" entgegen des ersten Eindrucks nicht aus der Pandemiezeit stammt. Eigentlich haben Beschwerden über verschwitzte Hanteln und Trainingsgeräte in Fitnessstudios Stockburger auf die Spur gebracht. Und zwar schon vor rund drei Jahren.

Erste serienreife Teile im Oktober 2020

"Ich muss immer irgendetwas tüfteln oder machen", sagt Stockburger über sich selbst – und so sind "Safety Grips" nicht seine erste Idee, wohl aber die erste, die es zur Marktreife gebracht hat. Denn nachdem er bei der Arbeit an "Safety Grips", die ja immerhin neben Beruf und Familie her laufen muss, eine Pause eingelegt hatte, gab ihm ein wegen Corona auf Eis gelegtes Projekt die nötige Zeit, seine Erfindung fertig zu entwickeln, ein geeignetes Material auszuwählen, einige Prototypen und schließlich die ersten "Safety Grips" in ihrer finalen Form zu produzieren. "Im Oktober 2020 hatte ich die ersten serienreifen Teile", erinnert sich Stockburger im Gespräch mit unserer Redaktion. "Da war ich dann schon wieder einen deutlichen Schritt weiter."

Was folgte, war der nächste Schritt: die Vermarktung des neuen Produkts. Und die ist für Stockburger, der als Konstruktionsleiter arbeitet und damit in der Entwicklung des Produkts einige Expertise mitbrachte, "komplettes Neuland". Messen besuchen, Kontakte knüpfen – wo Corona die Anwendung der neuen Erfindung vorher noch begünstigte, bremst die Pandemie nun auch Stockburger aus. "Und dass es sich um ein komplett neues Produkt handelt, macht das Ganze auch nicht leichter", sagt der St. Georgener. Denn Händlern fehlen Erfahrungswerte.

Pandemie hat Hygienegedanken verstärkt

Dennoch: Stockburger glaubt an seine Erfindung. Ein paar hundert "Safety Grips" hat er auch schon verkauft. Weitere sollen folgen. "Der Hygienegedanke war vor Corona schon da und ist jetzt noch stärker in den Köpfen", begründet Stockburger. Speziell in Fitnessstudios und in öffentlichen Verkehrsmitteln sieht er die Zukunft der "Safety Grips" – auch wenn man sich an die Benutzung natürlich erst einmal gewöhnen müsse, wie er aus eigener Erfahrung weiß.

Er selbst habe übrigens auch meist einen "Safety Grip" zur Hand, erzählt Stockburger während des Gesprächs und zieht eines der Silikonteile aus seiner Jackentasche. Und auch noch in anderer Art und Weise hat die Erfindung sein tägliches Leben verändert: "Man beobachtet die Leute ganz anders", sagt er und berichtet beispielsweise von Jackenärmeln, die zu Hilfe genommen werden, um nicht die Türklinke berühren zu müssen. Stockburger findet: Da gäbe es auch eine einfachere Lösung.