Klaus Hablitzel erfindet einen neuartigen Motor. Mit destilliertem Wasser reicht er für eine Fahrt von 1000 Kilometern.
Nach langen Jahren des Wartens und immer wieder erneuten bürokratischen Auflagen hat es Klaus Hablitzel nun geschafft. Schon vor mehr als zehn Jahren entwickelte er die Idee, einen Motor auf Wasserstoffbasis auf den Weg zu bringen.
Ende Juni wurden sein Antrag auf das Patent genehmigt und das Patent registriert. Das Deutsche Patent- und Markenamt teilt auf Anfrage mit: „Klaus Hablitzel wird im Patentregister als Erfinder einer „Vorrichtung und Verfahren zum Antreiben eines Fahrzeugs, Flugzeugs, Schiffs oder dergleichen sowie Fahrzeug, Flugzeug, Schiff oder dergleichen, welches eine derartige Vorrichtung aufweist und/oder mit einem solchen Verfahren betreibbar ist“ geführt.
Im Gespräch schildert Klaus Hablitzel den Werdegang von der Patentanmeldung im Oktober 2018 bis zur Patenterteilung im Juni 2024. Klaus Hablitzel kommt über eine Förderung der Steinbeis-Stiftung in das Prüfungsverfahren rein.
Widerspruch eingelegt
„Die sagten mir, dass das Patent erst mal abgelehnt wird – und dass ich dann Widerspruch einlegen soll.“ Was auch so gekommen ist, mehrmals musste er seinen Antrag wieder erweitern, um nun dieses Jahr endlich die Patenterteilung zu erhalten.
Eine zeitlich größere Verzögerung kam durch Corona neben der aufwendigen Bürokratie dazu: „Das ist nur machbar mit der Unterstützung durch spezialisierte Patentanwälte, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Über 30 000 Euro hat es mich bisher gekostet, wobei ein Anteil von fast 90 Prozent für die Anwälte draufgegangen ist“, sagt Klaus Hablitzel.
Aus der Formulierung des Patentes kann man wenig herauslesen, worum es eigentlich geht: „Es ist ein Konzept für einen wasserstoffbasierten Turbinenmotor beziehungsweise Turbinenantrieb, der künftig für Kraftfahrzeuge, Nutzfahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge entwickelt werden kann. Bildlich ausgedrückt kann man künftig 1000 bis 2000 Kilometer fahren und benötigt nur zwei bis vier Liter destilliertes Wasser“, erklärt Hablitzel.
Weltweit eine Neuheit
Damit ein Patent rechtssicher erteilt werden kann, muss von den Patentprüfern abgeklärt werden, ob die Anmeldung weltweit eine Neuheit ist und auf einer erfinderischen Tätigkeit beruht. Man spricht von der Schöpfungs- oder Erfindungshöhe. Dies hat auch politische Auswirkungen: „Was macht der Staat ohne die Einnahmen der Mineralölsteuer und ist er in der Lage neue Steuerfindungsbereiche zu schaffen“, sieht Hablitzel schon als aufkommende Probleme.
Auf Suche nach Investoren
Er will nun, mit dem Patent im Rücken, vorwärtsgehen und Investoren für die produktive Umsetzung seines Konzeptes finden. Das sind vor allem große Automobilhersteller, die er an einen gemeinsamen Tisch einladen will, um das Patent zu präsentieren.
Für die Erstellung der Präsentation hat er eine professionelle Firma beauftragt und parallel drei große deutsche Automobilhersteller zur Vorstellung des Konzeptes eingeladen. Danach hofft er, Lizenzen vergeben zu können, die ihm die entstandenen Kosten ersetzen und künftig eine Einnahmequelle sein werden.
Sein Turbinenantriebsmodell ist seiner Meinung nach primär attraktiv für größere Fahrzeuge, die lange Fahrstrecken zurücklegen müssen, also Zielgruppen wie Handelsvertreter oder Transportdienste. Klaus Hablitzel schätzt, „dass es anfangs Fahrzeuge im Preissegment von 100 000 bis 150 000 Euro sein werden, doch in zehn Jahren kann man das auch für Fahrzeuge im mittleren Preissegment entwickeln und umbauen“.
Wasserstoffbasierte Heizungen kommen auf den Markt
Er ist überzeugt, dass sich auf der Basis des Potenzials von Wasserstoff auch mehr grüner Strom entwickeln wird, hin zur Energieversorgung und Heizung für zu Hause. Ein Heizungshersteller wolle nach seinen Informationen für 2025/26 bereits wasserstoffbasierte Heizungen am Markt anbieten.
Für ihn geht es nun weiter mit den Treffen mit möglichen Investoren. Doch Hablitzel beschäftigt sich nach wie vor mit anderen Themen, etwa mit Wasserstoff, in dem er ein enormes Potenzial sieht. Denn alle Entwicklungen mit Wasserstoff sieht der Erfinder als „die stärkste und kompletteste Technologie für eine nachhaltige Zukunft“.
Von der Idee zur Erfindung
Die Entwicklung
Klaus Hablitzel ist pensionierter Lehrer und lebt seit fünf Jahren in Pfohren. 27 Jahre hat er in Immendingen an der Schule Technik unterrichtet. Er ist auch Industriemechaniker und hat als Busfahrer gearbeitet. Seine Idee für den Turbinenmotor geht auf das Jahr 2011 zurück. „Als damals ein Chemielehrer ging, musste das jemand für die Achtklässler übernehmen“, erklärt Hablitzel. Als Chemievertretung kam er ins Grübeln, wenn er mit Wasserstoff zu tun hatte. „Da steckt eine Riesenkraft dahinter.“ Also machte er sich Gedanken, wieso man damit keinen Motor antreibt. Hablitzel möchte in Richtung Turbine gehen. Doch die Verwendung des rund 3000 Grad heißen Knallgases könnte Probleme bereiten. Klaus Hablitzel ist dann nachts aufgewacht und hatte die Idee, Wasser einzuspritzen, um es als Kühlung zu verwenden.