Wo aktuell am nördlichen Rand Erdmannsweilers noch grüne Wiese ist, sollen in Zukunft Gewerbeflächen sein. Foto: Moser

Die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes "Bildstockäcker", für ein Gewerbegebiet in Erdmannsweiler, brachte der Gemeinderat auf den Weg.

Königsfeld - Bürgermeister Fritz Link berichtete, dass schon 2010 ein Bebauungsplan umgesetzt werden sollte, was aber misslang. Bezüglich Ersatzflächen im selben Gebiet gab es "langwierige Verhandlungen". Es gebe viele Anfragen örtlicher Betriebe.

Laut Rainer Christ von Bit-Ingenieure liegt die Gewerbefläche mit einer Ausdehnung von 2,29 Hektar am nördlichen Rand Ermannsweilers. Die mittlere Neigung beträgt 2,5 Prozent in nordöstlicher Richtung, die Nettobauplatzfläche 19 500 Quadratmeter. Ausgewiesen sind in dem eingeschränkten Gewerbegebiet zehn Bauplätze. Erlaubt ist eine zweigeschossige Bauweise, die Firsthöhe liegt bei 11 Metern, Satteldächer dürfen zehn bis 15 Grad Neigung haben, Pultdächer fünf bis 15 Grad.

Zahlreiche ökologische Anforderungen

In den Stellungnahmen von Öffentlichkeit und Behörden findet sich laut Christ nichts, was das Verfahren verzögern könnte. Gefolgt wird dem Vorschlag, bei der Regenrückhaltung auf Pflanzgebote zu verzichten. Dachbegrünung ist nur dann als Ausgleich wertbar, wenn sie vorgeschrieben wird. Mindestens 50 Prozent der Flächen sollen begrünt werden. Je 1000 Quadratmeter angefangener Grundstücksfläche sind für Oberflächen- und Dachwasser fünf Kubikmeter Rückhaltevolumen zu schaffen.

Link sprach sich für Deregulierung aus, angesichts der Tatsache dass wegen zweier Feldlerchen-Brutpaare "vertiefte Untersuchungen" und die Ausweisung von 0,3 Hektar Ausgleichsflächen nötig sind. So etwas hemme jede Planung in einem Umfang sondersgleichen.

Kritik und Bedenken über Auflagen

Thomas Fiehn kritisierte die gleichzeitige Pflicht zu Wand- und Dachbegrünung, Photovoltaik und Entwässerung durch Zisternen. Im Gewerbegebiet Rottweil-Zimmern gebe es keine Begrünung. Das sei schon seit zehn Jahren ausgewiesen, als es die Vorgaben noch nicht gegeben habe, so Link. Er könne Bedenken nachvollziehen. Ökologische Anforderungen hätten sich um den Faktor 60 bis 70 potenziert, untersagt worden sei aber die Begrünung von Retentionsbecken. Gesetzlich sei man zum Ausgleich verpflichtet – das bedeute Mehrbelastung für Investoren. Christ wies darauf hin, dass bei einem Ausgleich außerhalb des Gebiets Ökopunkte nötig wären. Entwässerung könne man durch große begrünte Dächer ausgleichen.

Beate Meier sprach von einer guten Planung, was Matthias Weisser mit "Irgendeiner muss es zahlen" kommentierte. Armin Wursthorn, Ortsvorsteher von Erdmannsweiler, fragte nach Löschwasserbevorratung. Laut Link soll die in der Ortsmitte durch einen 100 Kubikmeter fassenden Behälter unterirdisch gelöst werden. Damit würde gleichzeitig ein Neubaugebiet abgedeckt.

Der Gemeinderat stimmte den Plänen zu, beschloss die öffentliche Auslegung und Beteiligung von Behörden sowie Trägern öffentlicher Belange. Beides soll von Oktober bis November dieses Jahres erfolgen, Satzungsbeschluss und Rechtskraft soll die Erweiterung des Bebauungsplans spätestens bis Januar 2022 erhalten. Baubeginn wäre dann im Frühjahr 2022.