Zur Deponie in Schwarzenberg werden immer wieder große Mengen an Erde angeliefert. Foto: Krokauer

Der heilklimatische Kneipp-Kurort Schömberg muss besonders auf sein äußeres Erscheinungsbild achten. Stark verschmutzte Straßen passen nicht dazu. Vor Weihnachten war genau das der Fall.

Schömberg - Der Grund war eine Anlieferung vom Interkom Nordschwarzwald in Langenbrand zur Erddeponie in Schwarzenberg. Eine derartige Verschmutzung der Straße soll sich nicht wiederholen.

Die Fraktion "Mensch, Umwelt, Zukunft" (MUZ) im Gemeinderat stellte deshalb den Antrag, verschmutzte Straßen aufgrund von Anlieferungen zur Erddeponie in Schwarzenberg künftig zu vermeiden. Das Gremium behandelt den Antrag in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 23. Februar. Die Beratung beginnt um 19 Uhr.

Beschwerden aus der Bevölkerung

Die beanstandeten Verschmutzungen hätten sich von der Ausfahrt der Erddeponie bis weit über den Kreisverkehr in Richtung Langenbrand gezogen, ist in dem Antrag der MUZ zu lesen. "Von der Verschmutzung waren nicht nur die Straßen betroffen, sondern auch alle Fahrzeuge, die in Schömberg unterwegs waren", schreibt die MUZ. Im Bereich der Ausfahrt der Erddeponie sei sie so stark gewesen, "dass hier sicher eine Gefährdung des Straßenverkehrs vorlag", ist in dem Schreiben zu lesen. Gemäß der Straßenverkehrsordnung müsse der Verursacher diese vermeiden beziehungsweise unverzüglich beseitigen. Das sei nicht geschehen, moniert die MUZ.

Im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten sagte MUZ-Gemeinderat Jörg Krax am Mittwoch, dass es Beschwerden gegeben habe. Die Straßen seien etwa vier bis fünf Tage verschmutzt gewesen, machte er deutlich. Er habe deshalb die Idee für den Antrag gehabt, der nun im Gemeinderat behandelt wird.

Die MUZ befürchtet, dass es in Zukunft zu ähnlichen Situationen kommen könnte, da die Gemeinde die Ausweisung von Baugebieten, die Erweiterung des Interkoms in Langenbrand und den Bau einer Sporthalle plane. "Außerdem soll die Vereinbarung mit der Gemeinde Höfen über die Anlieferung von weiteren 5000 Kubikmeter Erdaushub verlängert werden", gibt die MUZ zu bedenken.

Die Fraktion beantragt daher den Einbau einer Reifenwaschanlage an der Erddeponie. Es gebe verschiedene Anlagetypen, die je nach Bauart gegebenenfalls auch ohne zusätzliche Erschließung betrieben werden könnten. Die MUZ bittet die Verwaltung um eine entsprechende Planung. Falls die Errichtung einer Reifenwaschanlage aufgrund technischer Gegebenheiten nicht möglich sein sollte, wird die Verwaltung gebeten, bei Großanlieferungen zur Erddeponie die ständige Straßenreinigung durch eine Kehrmaschine mit Absaugung zur Auflage zu machen.

Weder Strom noch Wasser

Mit einer Reifenwaschanlage könnte es tatsächlich schwierig werden. "Es fehlt die Infrastruktur", sagte Bürgermeister Matthias Leyn auf Nachfrage. Derzeit gebe es bei der Erddeponie weder Strom noch Wasser. Der Aufwand für eine solche Anlage wäre entsprechend groß.

"Wir wären zufrieden, wenn es nicht wieder vorkommt", sagt dann auch Gemeinderat Krax im Namen der MUZ-Fraktion. Nach seinen Worten ist neben dem Sicherheitsaspekt auch das äußere Erscheinungsbild des heilklimatischen Kneipp-Kurortes wichtig.

Krax gibt zu bedenken, dass die Gemeinde nicht weit weg von der Erddeponie einen Heilwald anlegen möchte. Folglich würden sich künftig in der Gegend Touristen aufhalten.

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