Teile der Erdbeeren waren schon in der vergangenen Woche rot. Ab diesem Mittwoch, 28. Mai, hat das Erdbeerfeld in Grosselfingen wieder geöffnet. Foto: Karsch

Freunde der süßen roten Früchte können sich freuen. Ab diesem Mittwoch, 28. Mai, hat das Erdbeerfeld der Familie Karsch wieder geöffnet. Das müssen Selbst-Pflücker wissen.

Seit dem Jahr 2000 bietet die Familie Karsch vom Grosselfinger Lindenhof jährlich Erdbeeren zum Selbstpflücken an. In der Zwischenzeit hat das Erdbeerfeld einen gewissen Kultstatus in der Region erlangt. Alljährlich pilgern Erdbeerliebhaber mit großen Gefäßen, häufig gar mit Eimern, aus der ganzen Region nach Grosselfingen, um sich die schönsten Früchte zu sichern.

 

An diesem Mittwoch, 28. Mai, ist es wieder so weit und das Erdbeerfeld öffnet seine Pforten, wie Sibylle Karsch, die das Feld mit ihrer Familie betreibt, unserer Redaktion mitteilt. Täglich – auch an Sonn- und Feiertagen – ist ab sofort das Erdbeerpflücken von 8 bis 18 Uhr möglich. Das Feld wird wieder wie gewohnt von weither ausgeschildert sein.

Bis geerntet werden kann, gibt es für die Familie Karsch viel zu tun. Schon ein Jahr vor dem Pflücken der Früchte gehe es mit dem Pflanzen der Erdbeeren los. 300 Stunden Arbeit pro Hektar im Jahr bringe das Erdbeerfeld grob geschätzt mit sich. Zum Vergleich: Bei einem Weizenfeld sind es zwölf Stunden Arbeit pro Hektar und Jahr.

Unkraut beseitigen ist eine der Hauptaufgaben

Beispielsweise müssen die Ausläufer der Pflanzen begrenzt werden. Dazu will das Unkraut im Zaum gehalten werden. „Das ist mit die Hauptaufgabe“, sagt Sibylle Karsch. Dabei müsse auch viel Handarbeit geleistet werden. Vor der Ernte wird dann Stroh in die Durchgänge zwischen den Reihen eingehäckselt, damit die Besucher auch möglichst mit sauberem Schuhwerk zu den Früchten gelangen. Das geschieht maschinell. Letztlich bringe die Erntezeit dann auch „die Hauptarbeitszeit“ mit sich. Dabei wird die Familie von einer Minijobberin sowie Freunden unterstützt. „Das ist aber eine sehr schöne Arbeit“, betont Sibylle Karsch. Der Großteil der Gäste verlasse das Grosselfinger Erdbeerfeld mit einem Lächeln im Gesicht. „Die Zufriedenheit der Kunden gibt mir viel zurück. Das ist Wertschätzung und Motivation zugleich.“

Stroh wird in das Erdbeerfeld eingehäckselt. Foto: Karsch

Flächenknappheit führte zur Erdbeer-Idee

In diesem Jahr habe die Trockenheit dem Erdbeerfeld zugesetzt. Der Regen in der vergangenen Woche sei etwas zu spät gekommen. „Aber besser spät als nie.“ Einen Teil habe man daher bewässert.

Da das Feld nahe des Homburger Hofs liege, habe man von dort Leitungen gelegt. Aber klar: „Billiger ist es, wenn es regnet“, erklären die Betreiber. Mit dem Wetter sei es eben so eine Sache. Im vergangenen Frühjahr hat es sehr viel geregnet, vor zwei Jahren war es ebenfalls trocken. Auf dem Lindenhof weiß man mit den Herausforderungen umzugehen.

Die Idee mit dem Erdbeerfeld ging indes auf die Knappheit landwirtschaftlicher Flächen in Grosselfingen zurück. „Wir haben uns daher überlegt, was es braucht, um mit einer kleinen Fläche mehr Umsatz zu erzielen“, erinnert sich Sibylle Karsch an die Anfänge. Natürlich sei aber auch der Aufwand mit der Bewirtschaftung höher.

Dieser Aufwand zahlt sich in den kommenden vier bis sechs Ernte-Wochen wieder aus. Wie üblich wurden wieder verschiedene Erdbeersorten gepflanzt, so dass die Erdbeeren nach und nach reif werden. Mit einem Flies wurde die Erntezeit etwas verfrüht, indem ein Gewächseffekt erzeugt wurde. Und so können erneut ab Ende Mai rote Erdbeeren in Grosselfingen gepflückt werden.

Erdbeerpflücker werden gebeten, eigene Behältnisse zum Transportieren der Erdbeeren mitzubringen.