Oberbürgermeister Dirk Abel und Stadtbrandmeister Florian Rebholz berichten dem Bundestagsabgeordnete Marcel Emmerich bei seinem Besuch von den jüngsten Unwetterereignissen im Zollernalbkreis. Foto: Jessica Müller

Darüber hat Stadtbrandmeister Florian Rebholz mit dem Bundestagsabgeordneten Marcel Emmerich (Grüne) gesprochen und erklärte, an welchen Stellen es derzeit noch klemmt.

Noch ist sie nicht vergessen, die Flutkatastrophe, die sich 2021 im Ahrtal zugetragen hat. Zwar auf deutlich kleinerer Ebene, aber dennoch in erheblichem Ausmaß gibt es auch im Zollernalbkreis etliche Beispiele, warum das Thema Katastrophenschutz in Zukunft eine größere Rolle spielen muss. Neben dem Unwetter in Frommern im August des vergangenen Jahres kam beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Marcel Emmerich bei der Balinger Feuerwehr auch das Hochwasser in Bisingen zur Sprache.

 

„Das wird immer mehr zum Thema“, bestätigt der Kommandant. „Gerade Starkregen und Hochwasserereignisse treten immer häufiger auf. Sowas kennt man hier eigentlich gar nicht in diesen Dimensionen“, berichtet er. „Jetzt müssen wir uns überlegen, wie wir uns bestmöglich auf diese Situationen vorbereiten können.“

Grundsätzlich sei man in Balingen gut aufgestellt, auch innerhalb des Zollernalbkreis sei die Zusammenarbeit der Feuerwehren sehr gut, wie auch Kreisbrandmeister Sven Röger bestätigt. „Das klappt wirklich überdurchschnittlich gut“, sagt er.

Auch der Führungsstab sei bestens auf eine eventuelle Katastrophe – wie beispielsweise ein starkes Erdbeben – vorbereitet. Und wie klappt es mit den Kollegen vom THW? „Auch sehr gut“, bestätigen Rebholz und Röger.

Dennoch halten beide eine übergeordnete Behörde, die Kompetenzen bündelt und bei der Ausstattung unterstützt, für sinnvoll. „Vor allem wenn landkreis- oder länderübergreifend gearbeitet werden muss, wäre eine gewisse Vereinheitlichung hilfreich.“ Denn: Von unterschiedlichen Kennzeichnungen der vorhandenen Einsatzfahrzeuge über die verschiedenen Feuerwehrgesetze bis zu der Frage, ab wann es sich überhaupt um eine „Großlage“ handelt, sind von Land zu Land unterschiedliche Regeln zu beachten.

Ausrüstung und Technik vor Ort

Wichtig sei in jedem Fall das Beibehalten der dezentralen Strukturen, wie Oberbürgermeister Dirk Abel anstieß: „Es ist wichtig, dass wir so schnell wie möglich vor Ort sind“, betonte er. „Und auch, dass die nötige Ausstattung bereits vor Ort ist.“ Als Beispiel nennt er Streichen: „Bis die Feuerwehr aus der Stadtmitte da oben ist, ist schon viel wertvolle Zeit verloren.“

Zudem müsse aber auch die Bevölkerung wieder stärker darauf achten, ihre Häuser möglichst gut gegen eventuelle Gefahren zu sichern. „Da versuchen wir noch ein stärkeres Bewusstsein zu schaffen“, so der Oberbürgermeister.

Mehr Einheitlichkeit soll helfen

Woran es aktuell noch klemmt, wollte der Bundestagsabgeordnete Marcel Emmerich (Grüne) im Rahmen seines Besuchs vor Ort in Erfahrung bringen. „Wir müssen wissen, woran es fehlt und was benötigt wird um den Schutz der Bevölkerung gewährleisten zu können“, so Emmerich.

Teilweise sei länderübergreifend unklar, welche Feuerwehr welche Fahrzeuge, Ausstattung und Technik besitzt. „Das macht es schwierig im Notfall schnell und effektiv zu unterstützen. Hier sollte an den richtigen Stellen mehr standardisiert werden.“

Anerkennung allein reicht nicht aus

Nicht zu unterschätzen sei außerdem die Frage, wie man möglichst viele Menschen dazu animieren kann, der Feuerwehr beizutreten. „Die Ehrenamtskarte ist schon mal nicht schlecht, auch Rentenpunkte wären eine Idee“, meint der Gesamtkommandant.

Grundsätzlich sei man hier in Balingen aber sehr gut aufgestellt: „Beim Nachwuchs müssen wir uns derzeit keine Sorgen machen“, berichtet Rebholz. „Wir haben große Jugendfeuerwehrgruppen und ein sehr großes Interesse für die Kinderfeuerwehrgruppen.“ Auch der ein oder andere Quereinsteiger sei zuletzt dazu gestoßen. „Wir freuen uns über jeden, der sich bei uns engagieren möchte“, wirbt der Kommandant.