Muss sich Oberbürgermeister Jürgen Roth bald einen neuen Referenten suchen? Felix Cramer von Clausbruch bewirbt sich an seinem Wohnort als Bürgermeister.
Villingen-Schwenningen/Rietheim-Weilheim - Felix Cramer von Clausbruch streckt die Fühler nach dem Bürgermeisterposten in Rietheim-Weilheim aus. Der Referent des Oberbürgermeisters von Villingen-Schwenningen hat seine Unterlagen direkt zum Beginn der Bewerbungsfrist als Erster eingeworfen. Sicher ist aber, dass er gemeinsam mit dem Kämmerer der Gemeinde, Jochen Karl, um die Nachfolge des Amtsinhabers Jochen Arno buhlt.
Felix Cramer von Clausbruch ist in Rietheim-Weilheim kein Unbekannter, ist er dort doch Gemeinderat. Künftig will er aber die Geschicke der Gemeinde als Bürgermeister leiten. "Ich möchte die Gemeinde weiter gestalten, für meine Familie, meine Nachbarn, meine Freunde, für die Vereine und auch für mich", sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.
Idee schwirrt schon seit Monaten in seinem Kopf
Die Idee, sich zu bewerben, schwirre schon seit Monaten in seinem Kopf. "Ich habe eine große Anzahl an Vorabgesprächen geführt, um herauszufinden, ob es eine gute oder eine sehr gute Idee ist." Das Feedback sei positiv bis freundlich-neutral gewesen und habe ihn in seiner Entscheidung bestärkt.
Gespräche führen, das will der 39-Jährige in den kommenden Monaten verstärkt, will an "allen Haustüren klingeln", sagt er mit einem Schmunzeln. Nur so könnten ihn die Leute kennenlernen. "Wenn sie mich dann nicht wählen, okay, aber sie haben mich kennengelernt und konnten die Lage einschätzen."
Cramer von Clausbruch rechnet mit intensivem Wahlkampf
Doch natürlich hofft er auf einen Sieg. Dabei weiß er, dass er mit Jochen Karl einen starken Gegner hat, denn auch er ist in der Gemeinde bekannt. "Ich glaube, es wird ein intensiver Wahlkampf. Aber ich glaube nicht, dass es weitere ernstzunehmende Kandidaten außer uns beiden geben wird."
Dass er sich als Bürgermeister eignet, davon ist Cramer von Clausbruch überzeugt. Nach einer Lehre zum Einzelhandelskaufmann machte er das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg und studierte Politik- und Verwaltungswissenschaften. Er arbeitete unter anderem an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und bei einem Analystenhaus im Bereich Digitalisierung und Unternehmens-Software.
Er ist der zweite Referent des OB
Vor drei Jahren wurde er persönlicher Referent des Oberbürgermeisters in Villingen-Schwenningen. Er trat dabei die Nachfolge von Stefan Stamer an, mit dem das Arbeitsverhältnis bereits nach wenigen Monaten beendet wurde. "Ich kann Verwaltung, auch an entscheidender Stelle. Aber ich habe auch noch eine andere Perspektive", so Cramer von Clausbruch, der mit seiner ehemaligen Schulfreundin verheiratet ist und mit ihr drei Kinder hat.
Mit seiner Familie lebt der in Spaichingen geborene Cramer von Clausbruch seit einigen Jahren wieder in Rietheim-Weilheim. Für ihn ein absoluter Pluspunkt.