Bernhard Redlin steht in seiner mittlerweile fertig montierten Küche: Dass die Arbeitsplatte ihm beim Aufbauen auf den Kopf fiel, erwies sich im Nachhinein als Glücksfall. Foto: Daniela Schneider

Glück im Unglück – selten passte diese Umschreibung besser als auf das, was Bernhard Redlin aus Trossingen widerfahren ist. Was eine Küchenplatte damit zu tun hat? Er verrät’s.

Diesen Ostermontag wird Bernhard Redlin sicher nicht mehr vergessen. Im vergangenen Jahr war er an diesem Feiertag im April dabei, seine neue Küche aufzubauen. „Als ich auf dem Boden eine Schraubzwinge aufheben wollte, ist mir die Arbeitsplatte auf meinen Kopf gefallen“, berichtet der Hobbyhandwerker und schüttelt sich immer noch vor Schreck alleine nur bei dem Gedanken.

 

„Ich war kurz ohnmächtig“, weiß er noch aus der Erinnerung. Als er aufwachte, erschrak der Mann: „In meiner Küche war eine Blutlache von einem Meter Durchmesser“.

Als er seine Nachbarin anrief, damit diese seine Kopfwunde begutachten sollte, zögerte die Frau keine Sekunde: Sofort einen Rettungswagen rufen, hieß da die Devise. Und das sollte sich für Bernhard Redlin noch als sehr, sehr folgerichtig erweisen. Ruckzuck waren die Sanitäter da und brachten ihn sofort ins Schwarzwald-Baar-Klinikum. Dort wurde die Platzwunde genäht.

Fremdkörper entdeckt

„Danach kam ich total verkabelt auf die Überwachungsstation“, berichtet er weiter. Am Nachmittag wurde von seinem Kopf eine MRT-Aufnahme gemacht, um ein Aneurysma auszuschließen.

Ein solches entdeckten die Ärzte zum Glück nicht. Sie stutzten aber dennoch beim Anblick der Aufnahme aus dem Kernspintomografen: In der linken Kieferhöhle des Patienten erspähten die Fachleute einen Fremdkörper mit einem Durchmesser von circa zwei Zentimetern. Und der drückte auf den Sehnerv von Bernhard Redlin.

Der Zufall kommt zur Hilfe

Drei Tage nach seiner Einlieferung ins Klinikum wurde der Fremdkörper heraus operiert. „Durch dieses zufällige Ereignis wurde mein linkes Augenlicht gerettet“, kann er heute überglücklich berichten. „Wäre mir das Ding nicht auf die Birne gesegelt“, sagt er mit Blick auf die inzwischen fest montierte Küchenplatte, „wäre das niemals rausgekommen. Dann wäre ich jetzt auf einem Auge blind“.

Es war eine Zyste

Zwei Wochen nach der Operation bekam er das Ergebnis mitgeteilt: Es hatte sich um eine entzündete Zyste gehandelt. Dass diese auf diese Weise entdeckt wurde – der Trossinger kann’s immer noch nicht fassen. Er selbst hatte davon nichts bemerkt und wäre daher auch nie auf die Idee gekommen, dass eine MRT-Aufnahme gemacht werden müsste. „Mehr Glück kann man nicht haben“, ist er sich sicher.

Dass er einmal einer umfallenden Arbeitsplatte so dankbar sein würde, hätte er sicher nicht gedacht. Zum Dank verpflichtet sieht er sich vor allem denjenigen, die ihn so schnell ins Krankenhaus gebracht und entsprechend versorgt haben, angefangen von der Nachbarin über den Rettungsdienst bis zum medizinischen Personal im Klinikum.