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Epfendorf "Regionalbank hat es schwer genug"

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Die Volksbank Rottweil schließt auch ihre Filiale in Trichtingen.Foto: Danner Foto: Schwarzwälder Bote

Es hat bereits im Zimmerner Ortsteil Flözlingen für einen Aufschrei gesorgt. Nun regt sich in Trichtingen Widerstand, denn auch dort soll die Filiale der Volksbank geschlossen werden.

Epfendorf-Trichtingen. "Die Dörfer lässt man ausbluten", schreibt ein rühriger Trichtinger uns. Er schildert, dass er am 28. März darauf aufmerksam wurde, dass das Gebäude der Volksbank in Trichtingen im Internet zum Verkauf angeboten wurde. Der Schalter sei zum damaligen Zeitpunkt wegen Corona bereits "vorübergehend geschlossen" gewesen.

Im April habe er dann mit einem Verantwortlichen von der Volksbank telefoniert. Was ihm dabei besonders aufstieß: die Argumentation, man könne in Trichtingen ja ohnehin nichts einkaufen und brauche deshalb auch keinen Geldautomaten. Wenn es jemals zu einer Schließung käme, so werde man rechtzeitig informiert, so das Versprechen, schildert der Trichtinger. Letztlich sei man dann vor zwei Wochen mit einem Telefonat und einem Schreiben vor vollendete Tatsachen gestellt worden, kritisiert der Bürger die Kommunikation.

Im Schreiben wird darüber informiert, dass in Absprache mit den Aufsichts- und Beiräten die Volksbank-Geschäftsstelle in Trichtingen zum 1. Juli auf die knapp sechs Kilometer entfernte Geschäftsstelle in Bochingen verlegt wird. Zudem gebe es noch Geldautomaten in Epfendorf, Dietingen und Bochingen beispielsweise.

"Ich weiß, dass einige Mitglieder und Kunden sich bereits schriftlich an den Vorstand gewandt und ihre Abwanderung angekündigt haben. Das lässt die Herrschaften aber anscheinend unbeeindruckt", so der Trichtinger.

Gründe für die Schließung

Die heftige Kritik ist für Christian Bühl, den Bereichsleiter Organisation bei der Volksbank Rottweil, unverständlich. Ihm selbst seien nur wenige Beschwerden zu Ohren gekommen. Des Weiteren seien es gute Gründe, die zur Schließung der Filiale in Trichtingen führten.

"Die Wirtschaftlichkeit ist schlichtweg nicht gegeben. Wenn die Kosten höher sind als die Erträge, lohnt sich das nicht. Natürlich könnte man alle Filialen bis Ultimo offen halten und dann schauen, was passiert, aber wir als Regionalbank müssen auch schauen, wo wir bleiben", rechtfertigt er die Entscheidung. Die Regionalbanken hätten es aufgrund der EZB-Zinspolitik schon schwer genug.

Ein entscheidender Grund, weshalb die Frequentierung der Filiale zu wünschen übrig lässt, sei das veränderte Kundenverhalten – durch die Coronakrise verstärkt. Immer mehr Menschen nutzten dadurch Onlinedienste oder zahlten mit Karte, so Bühl. Für ihn macht gute Beratung eine gute Bank aus, nicht die Geldautomaten.

Eben jene Beratung sei in Trichtingen aber kaum abgerufen worden. Die wenigen Kunden, die persönlichen Kontakt mit dem Service hatten, wollten beispielsweise nur eine Überweisung abgeben. "Das sind Dinge, die man online erledigen kann. Dafür braucht man keine Service-Stelle vor Ort", erklärt Bühl. Und wenn man wirklich gar nicht in die nächstgelegene Filiale kommen könne, dann seien die Mitarbeiter der Volksbank auch mobil und könnten in begründeten Einzelfällen Bargeld auf dem Heimweg vorbeibringen.

Minimalziel: Bankautomat

Christian Bühl führt ebenfalls an, dass Trichtingens Bürger in ihrem Ort gar keine Möglichkeit haben, um Geld auszugeben. Also müssten sie zum Einkaufen ohnehin in den nächstgelegenen Ort. Und dort gebe es dann auch einen Geldautomaten und eine Filiale.

Argumente, die auch dem empörten Trichtinger Bürger vorgetragen wurden. Er sagt dazu: "Am besten finde ich die Feststellung, dass sich die verhaltene Kundenfrequenz durch Corona noch verstärkt hat. Irgendwie verständlich, wenn die Filiale geschlossen ist." Das Minimalziel, das die Bankkunden in Harthausen und Trichtingen anstrebten, sei der Erhalt der Automaten.

Lösungen werden eruiert

Das Thema Schließung der Filiale beschäftigt auch Bürgermeister Mark Prielipp aktuell. Dieser steht laut eigener Aussage auf Anfrage des Schwarzwälder Boten mit der Volksbank in Kontakt, "um von unserer Seite vorgeschlagene Möglichkeiten (vielleicht auch in einer unserer eigenen Immobilien, wie dem Rathaus) zu einem möglichen Weiterbetrieb in Trichtingen – zumindest vielleicht ein Geldautomat – zu erörtern".

Doch Prielipp weiß auch, dass das die Mütchen der Bürger nicht gänzlich kühlen wird. "Vor allem viele ältere Kunden, die den persönlichen Kontakt gewohnt waren und ihn geschätzt hatten, wird das nicht befriedigen, wenn es eine solche Möglichkeit geben sollte", meint er.

Es bleibt ein Verlust für die Trichtinger, aber auch für die Volksbank, die sich erneut Kritik ausgesetzt fühlt.

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