Der Standort des geplanten Mastes passt den Räten nicht. (Symbolbild) Foto: Pixabay

Landratsamt wird Einvernehmen erteilen. Autobahn und Trichtingen sollen besser versorgt werden.

Epfendorf - Um den Gemeinderäten ihre Sorge zu nehmen und einige offene Fragen zu klären, hatte Bürgermeister Mark Prielipp einen Vertreter der Deutschen Funkturm GmbH in die Sitzung eingeladen. Dieser stand Rede und Antwort, abgelehnt wurde das Baugesuch dennoch. Nun wird das Landratsamt das Einvernehmen erteilen. Der Mast wird gebaut.

Standort ergibt sich durch Funknetzplanung

Zuletzt hatte der Gemeinderat den Antrag aus Angst, das Fundament des geplanten Funkübertragungs-Antennenmastes könne die Hauptversorgungsleitung des Wasserzweckverbandes Kleiner Heuberg in der Nähe beschädigen, abgelehnt. Nun sorgte ein anderer Grund für die Ablehnung.

Der Vertreter des Antragstellers erklärte, dass der Mast 35 Meter hoch werde. Die Anlage sei für verschiedene Netzbetreiber offen, werde aber in erster Linie für die Telekom gebaut. Der konkrete Standort – in Epfendorf im Gewann Hummelberg zwischen Autobahn und Trichtingen –­ ergebe sich durch die Funknetzplanung der Telekom.

"Dass er keinen Architekturpreis gewinnt, ist klar"

Die Gemeinden könnten ein Grundstück innerhalb eines Suchkreises vorschlagen, was aber nur selten vorkomme. Deshalb gehe man selbst in die Grundstücksakquise. "Würden Gemeinden bestimmen, wohin der Mast kommt, hätte man nirgendwo durchgängiges Netz", machte der Referent klar.

Um die Autobahn und einen Teil von Trichtingen gut zu versorgen, müsse der Mast an dieser Stelle gebaut werden. "Dass er keinen Architekturpreis gewinnt, ist klar", meinte der Antragsteller. Als Schutzabstand zur Bebauung müssten horizontal 18 Meter eingehalten werden, zur Autobahn mindestens 50 Meter.

Vorhandenes nutzen?

Gemeinderat Andreas Rinker fragte nach, warum man nicht den vorhandenen Strommast in der Nähe nutze. Solche Bestände zu nutzen, versuche man seit Jahren, so die Antwort des Referenten, doch die statische Belastung sei bei Strom eine ganz andere, weswegen man den Mast mühsam umbauen müsse. Man habe auch das Exemplar in Trichtingen geprüft, aber es für ungeeignet befunden.
 

Jede Anlage werde genau konfiguriert und ins bestehende Netz "eingebastelt", erklärte der Referent. 4G-Netz strahle in der Regel rund 800 Meter weit, sagte er auf Nachfrage von Rinker. Dieser erkundigte sich zudem nach den Möglichkeiten für 5G und der entsprechenden Reichweite. Wenn man ein solches Netz später auch für autonomes Fahren nutzen wolle, müsse die Übertragungszeit bei null liegen, weshalb eine Reichweite von etwa 200 Metern wahrscheinlich sei, sagte der Bautechniker. Mit dem geplanten Mast würde man die volle 5G-Leistung nicht bis an den Ort bringen, gab er zu. "Dann bräuchte man dafür also nochmal einen neuen Mast", stellte Rinker fest.

"Wer den Mast nicht will, der soll aber bitte auch sein Handy wegwerfen"

Bislang sei noch völlig unklar, wann das neue 5G überhaupt komme. Mit dem nun geplanten Mast könne man zumindest den Ort "gescheit versorgen", auch wenn große Teile, wie Markus Giesa anmerkte, schon LTE hätten.

"Hier geht es doch nur darum, dass die Autobahn versorgt ist, nicht um den Ort Trichtingen", meinte Jürgen Behr. Alexander Merkt wunderte sich über die Kritik. Schließlich wolle jeder schnelles Internet haben und beschwere sich, wenn der Empfang fehle. Auf der Autobahn sei das teilweise der Fall. "Wer den Mast nicht will, der soll aber bitte auch sein Handy wegwerfen", meinte er.

Es gehe nicht um die Verweigerung der Technik, sondern den Standort, machte Rinker deutlich. Sechs Räte stimmten für die Bewilligung des Baugesuchs und neun dagegen. Einer enthielt sich.