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Epfendorf "Mir wurde ein zweites Leben geschenkt"

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Eduard Widmann und Heinz Suhling (von links) zeigen Infomaterialien zur Organspende.Foto: Wagner Foto: Schwarzwälder Bote

Organspende ist ein aktuelles Thema. Beim Männervesper in Harthausen sollte es aufgegriffen werden, allerdings musste die Veranstaltung wegen des Coronavirus ausfallen.

Epfendorf-.Harthausen. Als Referenten hatte der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Eduard Widmann, Heinz Suhling gewinnen können, der aus eigener Erfahrung über das immer aktuelle Thema Organspende reden sollte. Wegen der Corona-Krise musste die Veranstaltung ausfallen, aber Heinz Suhling und Eduard Widmann war das Thema zu wichtig, um es einfach ad acta zu legen. Die beiden trafen sich zu einem Gespräch im Gemeindehaus, bei dem Suhling seine bewegende Geschichte erzählte.

Er war 47 Jahre alt, als eine Autoimmunkrankheit seine Leber zerstörte. PBC (Primäre biläre Cholangitis) diagnostizierten die Ärzte bei ihm. Nach einer Interferonbehandlung, ähnlich einer Chemo-Therapie, nahm er Medikamente und konnte so vorerst uneingeschränkt weiterleben. Allerdings nur bis zum April 2010. Die Werte wurden schlechter und eine Einweisung in die Uniklinik Tübingen erforderlich. Zahlreiche Untersuchungen mussten vorgenommen werden, um auf die Organspenderliste zu kommen, denn eine Lebertransplantation wurde unumgänglich.

Der Zustand von Heinz Suhling verschlechterte sich dramatisch. Am 6. Juli 2010 wurde ihm schlecht, er musste sich schwallartig erbrechen und verlor dabei dreieinhalb Liter Blut. Die Ärzte kämpften auf der Intensivstation um sein Leben und verabreichten nach und nach Blutkonserven. Die Leber arbeitete nicht mehr: Nur eine Lebertransplantation konnte das Leben von Heinz Suhling noch retten.

Er kam auf den ersten Platz der Dringlichkeitsliste, war dem Tod näher als dem Leben. Am 20. Juli überraschte ihn der Oberarzt mit der Nachricht: "Ihre Leber ist in der Luft." Heinz Suhling wurde das neue Organ eingepflanzt. "Mir wurde ein zweites Leben geschenkt", sagt er heute, und deshalb wolle etwas zurückgeben. Er setzt sich beim Verein "Lebetransplantierte Deutschland" ein und ist hier für den Raum Stuttgart/Esslingen zuständig. Suhling wirbt an Schulen, Firmen, Messen und anderen Veranstaltungsorten für Organspenden. Der Menschen bringt den Menschen nahe, wie wichtig ein Organspendeausweis ist.

Sobald es die Lage wieder zulässt, soll das ausgefallene Männervesper zum Thema Organspende nachgeholt werden, zumal schon eine Vielzahl von Anmeldungen vorlag.

Das umfangreiche Informationsmaterial, das Heinz Suhling der Kirchengemeinde überlassen hat, wird in der Kirche in Harthausen ausgelegt und kann dort gerne mitgenommen werden. Zwar würden derzeit die Gottesdienste ausfallen, erklärt Widmannn, aber die Kirche St. Michael sei trotzdem geöffnet, um den Gläubigen die Möglichkeit zum Gebet zu geben.

In diesem Zusammenhang erwähnte Widmann, dass ältere oder kranke Menschen, die in der jetzigen Situation Hilfe benötigen, sich mit den Kirchengemeinderäten in Verbindung setzen sollten. Diese würden die erforderliche Hilfe organisieren.

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