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Epfendorf Chance kommt so schnell nicht wieder

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Eine Tasse Kaffee und das Smartphone immer griffbereit – auf den Epfendorfer Bürgermeister Peter Boch kommen aufregende, aber auch arbeitsintensive Wochen zu. Im Esszimmer steht eine Wiege. Bochs jüngste Tochter ist gerade mal drei Wochen alt. Foto: Danner Foto: Schwarzwälder-Bote

Da ist manchem Epfendorfer gestern Morgen bei der Lektüre des Schwarzwälder Boten fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen. Ihr Gemeindeoberhaupt Peter Boch kandidiert für das Amt des Oberbürgermeisters von Pforzheim. Wir haben uns mit dem 36-Jährigen unterhalten.

Epfendorf. Peter Boch ist im sechsten Jahr seiner ersten Amtszeit in der Gemeinde. Vor zwei Jahren hat er gemeinsam mit seiner Frau Monika in Trichtingen gebaut. Das jüngste seiner drei Kinder ist noch keinen Monat alt. Wenn er sagt, er habe sich eigentlich auf mindestens zwei Amtsperioden in Epfendorf eingestellt, so klingt das durchaus glaubhaft.

Zweimal hat er bereits Angebote bekommen, woanders Bürgermeister zu werden – in einer größeren Gemeinde und in einer Stadt. Zweimal hat er dankend abgelehnt. Als ihn jedoch die Pforzheimer CDU fragte, ob als Oberbürgermeister für die Goldstadt kandidieren möchte, kam er ins Grübeln. So eine Chance, dessen war er sich bewusst, kommt so schnell nicht wieder. Nach Rücksprache mit seiner Frau entschloss er sich, die Herausforderung anzunehmen.

Am Samstagnachmittag verkündete Boch seine Kandidatur in einer Pressekonferenz in Pforzheim. Bereits am Vorabend informierte er seine Verwaltung und den Epfendorfer Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Zusammenkunft von seinem Vorhaben. "Manche waren schon geschockt," beschreibt Boch die Reaktionen. "Es war ein sehr emotionales Gespräch." Ihm sei aber Verständnis entgegengebracht worden. Einige Gemeinderäte hätten ihm sogar angeboten, ihn zu seinen Wahlkampfterminen nach Pforzheim zu begleiten.

Bei seinem Amtsantritt 2011 hatte Peter Boch versprochen, aktiv Wirtschaftsförderung zu betreiben. Das Gewerbegebiet "Schroten" in Trichtingen wurde unter seiner Ägide auf den Weg gebracht und ist bereits belegt. Damit einher gehen der Breitbandkabelausbau und die Energieversorgung. Altlasten in punkto Straßensanierung werden Stück für Stück abgearbeitet. Die Verwaltung wurde umstrukturiert, das Rathaus quasi ganz neu gebaut. Die Kindergärten der Kommune können Betreuungsangebote auch für die ganz Kleinen vorweisen. Zuletzt wurde eine Krippe in Harthausen aufgemacht. Die Ganztagsschule ist für die Zukunft gerüstet.

Als eine der ersten Kommunen im Landkreis hat Epfendorf ein Gemeindentwicklungskonzept erstellt – ein roter Faden, an dem man sich bei künftigen Entscheidungen orientieren kann. Peter Boch ist es wichtig, die Bürger "mitzunehmen". Und "ein Bürgermeister ist nur so gut wie seine Verwaltung und sein Gemeinderat", betont er. Das gilt für ihn ganz besonders. Denn als Verwaltungs-Quereinsteiger ist er auf qualifiziertes Rathauspersonal angewiesen.

Der Epfendorfer Bürgermeister ist ein Macher. Mangelnde Verwaltungserfahrung macht er mit seinen Kontakten in die Landeshauptstadt wieder wett. Die hat er aufgebaut, als er im Personenschutz für die Ministerpräsidenten Günther Oettinger und Stefan Mappus gearbeitet hat. Als ehemaliges Mitglied im Kreisvorstand der Stuttgarter CDU wob er an den Netzwerken, auf die er nun zurückgreifen kann.

Die Wochenenden wird Peter Boch künftig in Pforzheim verbringen, die Werktage gehören Epfendorf. Im März tritt er seinen Jahresurlaub an und steigt in die heiße Wahlkampfphase ein. Die Wahl selbst findet am 7. Mai statt, eine eventueller zweiter Wahlgang ist auf den 28. Mai terminiert. Sollte Boch als OB von Pforzheim gewählt werden, träte er seinen Dienst dort am 1. August an.

Für Epfendorf bedeutete dies, dass es ab August mindestens vier Wochen lag ohne Bürgermeister auskommen müsste. Denn von der Ausschreibung (die frühestens Ende Mai erfolgen könnte) bis zur Wahl vergehen in der Regel drei Monate. Dann müsste Bürgermeisterstellvertreter Uwe Mei in die Bresche springen.

Peter Boch möchte Epfendorf jedoch nicht verlassen, ohne alles, was er begonnen hat, noch in geregelte Bahnen zu lenken. Für das anstehende Sanierungsgebiet "Trichtingen Mitte" seien die kommunalpolitischen Ziele bereits festgezurrt. Und überhaupt, sei er ja nicht aus der Welt und für Epfendorf immer erreichbar.

Epfendorf. "Das müssen wir jetzt erst einmal alle sacken lassen", beschreibt Gemeinderat und Bürgermeisterstellvertreter Uwe Mei die Stimmung im Gremium.

Seit Peter Boch am Freitagabend in nichtöffentlicher Runde seine Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters in Pforzheim verkündet hatte, habe Mei noch nicht viele Möglichkeiten gehabt, mit seinen Ratskollegen zu sprechen. Er persönlich könne diese Entscheidung allerdings "voll akzeptieren". Als ein "sehr gutes Vorgehen" bezeichnet er Bochs Vorabinformation. Es sei dessen ehrliche Art, die er am Schultes schätze und die die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat so fair und fruchtbar mache.

Uwe Mei weiß, dass der Rathauschef sich dessen Entscheidung nicht einfach gemacht habe. Er hält sie für einen mutigen Schritt. Schließlich sei Boch ja noch recht jung. Mei traut dem 36-Jährigen das Amt eines Oberbürgermeisters allerdings ohne weiteres zu. "Mit seinen Fähigkeiten hat er gute Chancen", ist sich Mei sicher. "Er hat hier bewiesen, was er kann und viel angestoßen." Er an dessen Stelle, so Mei, hätte so eine Chance auch nicht verstreichen lassen. Der Gemeinderat ist davon überzeugt: "Solche Kommunalpolitiker werden gesucht."

Nichtsdestotrotz schlagen zwei Herzen in Uwe Meis Brust. Denn so sehr er Peter Boch den Erfolg gönnen würde, so schwer sei die Lücke zu füllen, die er in der Gemeinde hinterlasse. "Es wäre ein Riesenverlust für Epfendorf."

Kann sich Boch im Mai tatsächlich gegen seine Mitbewerber um den OB-Posten von Pforzheim behaupten, bliebe sein Stuhl im Epfendorfer Rathaus mindestens vier Wochen lang unbesetzt. Dann muss der Bürgermeisterstellvertreter ran.

Für Mei wäre das ja nichts Neues. Denn als Bochs Amts-Vorgänger Karl-Heinz Villinger nach einem Bandscheibenvorfall monatelang ausfiel, hat der Kommunalpolitiker schon einmal die Stellung gehalten.

 
 

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Marcella Danner

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