Im Zeltlager mit vielen Spielen und Überraschungen feiern die Viertklässler gemeinsam ihren Abschluss. Foto: Botzenhart Foto: Schwarzwälder Bote

Freizeit: Gemeinsamer Abschuss im Zeltlager / Mit dem Kajak auf den Neckar / Geld für den Erhalt des Schwimmbeckens gespendet

Epfendorf. Es ist keine einfache Situation für die Kinder der letzten Grundschulklasse, denn wegen Corona fallen einige geplante Events wie das Schullandheim aus. Doch ganz ohne gemeinsamen Abschluss wollten weder die Grundschüler noch die Eltern diesen Lebensabschnitt beenden – und so nahmen die Familien Wallum und Kicherer das Heft in die Hand. Mit großem Einsatz und vielen tollen Ideen organisierten sie ein Zeltlager für die Kinder, selbstverständlich im Rahmen der derzeit gültigen Bestimmungen.

Zwischen Epfendorf und Talhausen wurde ein Wohnwagen für die Betreuer abgestellt, und gleich nebenan, direkt am Neckar bauten alle zusammen das große Zelt für die elf Viertklässler auf. Der "Muckenzipfel" bietet den optimalen Raum für eine Unternehmung dieser Art. Am Samstagmorgen trudelten die Kinder ein, und mittags stand das erste Highlight auf dem Programm: Mit dem Kajak auf den Neckar.

Das Wetter spielte mit, und das Fahrvergnügen kam bei allen bestens an. Die Zeit verging wie im Fluge, und bald waren schon die drei Lehrerinnen im Anmarsch, die ihr Kommen für den Abend zugesagt hatten. Am Lagerfeuer wurden Leckereien gegrillt, und zusammen mit Stockbrot und Salaten mundete nach vielen Aktivitäten das Essen vorzüglich.

Was dann folgte, könnte man als kleine Lagerolympiade bezeichnen. Denn mit lustigen Spielen, bei denen es viel zu lachen gab, ging der Abend weiter. Überrascht waren die Lehrerinnen, als sich die Viertklässler plötzlich zusammen aufstellten und mit lieben Dankesworten ein Bild mit ihren Fingerabdrücken und Unterschriften überreichten. "Als Erinnerung für unsere Klassenzimmer", hieß es. Es gab auch noch persönliche Geschenke: In hübschen Tüten waren kleine Nothelfer für Lehrerinnen in ganz besonderen Situationen, und in jeder Tüte war, der Zeit entsprechend, eine Mund-Nasen-Maske, auf der ein Klassenfoto aufgedruckt war. Eine gelungene Überraschung.

Danach versammelten sich alle um das Lagerfeuer. Die Schüler hatten durch ihren über das ganze Jahr stattfindenden Kuchenverkauf die Klassenkasse gut gefüllt, und auch die Eltern hatten durch unterschiedliche Aktionen dazu beigetragen, dass der geplante Schullandheim-Aufenthalt so gut wie finanziert gewesen wäre. Ganz demokratisch durften die Schüler sagen, was mit dem Geld passieren soll. Einig waren sie sich schnell, dass es auf jeden Fall für eine gute Sache verwendet werden muss. Sie entschieden sich, einen großen Teil davon dem neuen Epfendorfer Verein ImpulsE zu spenden – allerdings mit der Auflage, das Geld für den Erhalt "ihres" Lehrschwimmbeckens einzusetzen. Eine tolle Geste mit Symbolcharakter, bescheinigten ihnen die Erwachsenen mit viel Lob.

Nun steht für die Viertklässler ein neuer Abschnitt an. Und auch wenn der Abschied allen schwerfällt, wissen auch die Lehrer und die Eltern, dass die Vorbereitung gut war und die Kinder ihren Weg erfolgreich beschreiten werden.

Mittlerweile war es schon dunkel geworden, und so stand das längst erwartete Versteckspiel auf dem Programm. Ein bisschen gruselig ist es ja schon, direkt am Wald und in der Dunkelheit, doch es macht umso mehr Spaß, sich zu verstecken. Und Spaß hatten die Kinder ganz sicher. Es war klar, dass es eine relativ kurze Nacht werden würde in dem Zelt im "Muckenzipfel", doch nach vier Jahren gemeinsamer Grundschulzeit kann es ja auch nicht sein, als wäre man zu Hause in seinem Zimmer und seinem eigenen Bett. Nein, es sollte schon etwas Besonderes sein, und genau das war es auch. Sogar das Wetter hielt über beide Tage, und auch am Sonntag war die Stimmung bestens.

Es war ein tolles Erlebnis für die Schüler, das sie den gestrichenen Schullandheim-Aufenthalt besser verschmerzen lassen wird. Den beiden Familien, die dieses Event erst möglich gemacht hatten, gilt ein großes Dankeschön für eine Erinnerung, an die sich alle Beteiligten sicher sehr oft und gerne zurückdenken werden.