Stefanie Seemann triumphiert nach 2016 erneut im Wahlkreis 44: Sie zieht mit einem Direktmandat in den Landtag ein.Foto: Gegenheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Landtagswahl: Im Wahlkreis Enz ändert sich an den Mandaten nichts, in Pforzheim übernehmen die Grünen das Direktmandat

Am Sonntag haben wahlberechtigte Baden-Württemberger ihr neues Landesparlament gewählt. Abgewatscht wurden dabei in den Wahlkreisen Enz und Pforzheim die CDU, die AfD und die SPD. Grüne und FDP haben hingegen Grund zum Jubeln.

Enzkreis/Pforzheim. Die traditionellen Volksparteien CDU und SPD haben bei den Landtagswahlen am Sonntag herbe Niederlagen in den Wahlkreisen Enz und Pforzheim erlitten. Auch die AfD hat mächtig Federn gelassen – kann aber dennoch über Zweitmandate in den genannten Wahlkreisen in den Landtag einziehen.

Grund zur Freude haben dagegen die Grünen und die FDP, sie machen in den beiden Wahlkreisen ordentlich Boden gut.

Der größte Verlierer des Sonntags ist aber eindeutig die Wahlbeteiligung. Deren Rückgang im Vergleich zur baden-württembergischen Landtagswahl 2016 ist beachtlich – mutmaßlich auch verschuldet durch die Corona-Pandemie.

Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 44 (Enz) ist gegenüber 2016 um 8,1 Prozent gesunken. Während 2016 noch rund 74,4 Prozent der Wahlberechtigten von ihrer Stimme Gebrauch machten, waren es am Sonntag lediglich 66,3 Prozent.

Was die gewählten Kandidaten für den Wahlkreis angeht, ändert sich zur vergangenen Legislaturperiode tatsächlich aber nichts. Wie schon 2016 holt Stefanie Seemann (Grüne) mit 30,9 Prozent das Direktmandat. Erneut mit einem Zweitmandat in den Stuttgarter Landtag einziehen dürfen aber auch Bernd Gögel (AfD) mit 12,9 Prozent der Stimmen sowie Erik Schweickert (FDP) mit 16,9 Prozent Stimmenanteilen.

Betrachtet man allerdings das Wahlergebnis, so gibt es durchaus große Veränderungen. Die Grünen haben ihr starkes Ergebnis von 2016 mit 26,9 Prozent um satte vier Prozentpunkte auf 30,9 ausbauen können. Die FDP legt sogar um 6,5 Prozentpunkte zu und steht damit bei 16,9 Prozent. Damit verdrängen die Liberalen die AfD von Platz drei im Wahlkreis, die 6,3 Prozentpunkte verloren hat. Ihr Ergebnis: 12,9 Prozent. Ordentlich verloren hat auch die CDU, die mit 19,5 Prozent dennoch auf Platz zwei im Wahlkreis verbleibt. Ihr Minus beträgt 5,2 Prozent. Mit 2,7 Prozent Verlust erhält die SPD nur 9,6 Prozent der Stimmen und landet damit noch hinter der AfD auf Platz fünf.

Noch stärker als im Nachbarwahlkreis ist im Wahlkreis 42 (Pforzheim) die Wahlbeteiligung eingebrochen. Sie sank um 10,2 Prozent auf lediglich 54,0 Prozent gegenüber 2016. Eine noch schlechtere Wahlbeteiligung gab es landesweit nur im Wahlkreis 35 (Mannheim I) mit 51,3 Prozent.

Auch im Wahlkreis Pforzheim dürfen sich die Grünen freuen. Diese konnten 2016 – trotz zweitbesten Wahlergebnisses im Wahlkreis nach der AfD – keinen Blumentopf gewinnen. 2016 zogen Bernd Grimmer (AfD) mit dem Direktmandat und Hans-Ulrich Rülke (FDP) mit dem Zweitmandat in den Landtag ein. Die Grünen gingen leer aus. Nun geht das Direktmandat aber an die Grünen über. Für sie zieht Felix Herkens in den Landtag ein. Grimmer und Rülke schaffen den Sprung in den Landtag dennoch über Zweitmandate.

Die AfD wurde im Pforzheimer Wahlkreis mächtig abgestraft. Von Platz eins 2016 wurden sie in diesem Jahr mit nur 15,8 Prozent auf den vierten Platz hinter Grüne, CDU und FDP verdrängt: Das Minus beträgt 8,4 Prozent. Ebenfalls verloren haben CDU (-2,3 Prozent) auf 20,1 Prozent und SPD (-1,3 Prozent) auf 10,1 Prozent. Dafür haben die Grünen um 2,1 Prozent auf 26,2 Prozent zugelegt und damit die Spitze im Wahlkreis übernommen. Ebenfalls zulegen konnte die FDP (+5,5 Prozent) auf 16,1 Prozent.

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