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Enzkreis Bis zu 98 Prozent weniger Wasser

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Durch die Trockenheit fällt bereits Laub. (Symbolbild) Foto: pixabay

Enzkreis - Vielerorts zeigt sich der Wald im Enzkreis in den vergangenen Tagen bereits in Herbstfarben. Vor allem das Buchenlaub nimmt jetzt schon die typischen Gelb- und Brauntöne an - fast zwei Monate zu früh.

Joachim Hailer, Förster des Gemeindewaldes Wiernsheim, erklärt in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Enzkreis die frühe Färbung mit dem fehlenden Regen in den vergangenen vier Monaten. Das Phänomen zeigt sich insbesondere an Standorten, die wenig Wasser speichern können. Dort kommen vor allem die Buchen in Trockenstress.

Deutlich weniger Regen 

Am ausgeprägtesten zeigt sich dies derzeit im südöstlichen Enzkreis. Mithilfe von Drohnenaufnahmen wird man sich im Forstamt in den nächsten Wochen, wie im vergangenen Jahr auch, ein besseres Bild der Lage verschaffen.

Im Gegensatz zum Allgäu, das sich zuletzt vor Regenmassen kaum retten konnte, fiel im Enzkreis im vergangenen Vierteljahr deutlich weniger Regen als üblich.

So war der Niederschlag an der Wetterstation in Diefenbach in den vergangenen vier Monaten durchweg um mindestens 44, teilweise bis zu 98 Prozent geringer als im langjährigen Mittel: Im April regnete es dort fast gar nicht, im Mai und Juni gerade mal knapp die Hälfte und im Juli nicht mal ein Drittel des Niederschlags im langjährigen Vergleich.

Fledermäuse und Spechte freuen sich, für Waldbesucher Risiko

Das hat extreme Folgen für die Waldbäume, die das dritte Jahr in Folge Hitze und Trockenheit ausgesetzt sind. Die Bäume sind von den Vorjahren geschwächt. Jetzt verfärben sich besonders die Altbuchen frühzeitig und werfen das Laub bereits ab. Vermutlich vertrocknen auch einzelne Äste und Kronenteile und brechen teilweise sogar ab. Auch wenn sich darüber Spechte und Fledermäuse freuen, für den Waldbesucher ist das eher ein Risiko. An öffentlichen Straßen müssen die Förster im Enzkreis deshalb auch diesen Herbst wieder offensichtliche Gefahren beseitigen. Daher wird es an vielen Straßen phasenweise Beeinträchtigungen und Umleitungen geben.

Waldbrände entstehen am häufigsten durch Unachtsamkeit

Die Trockenheit birgt für den Wald jedoch noch eine andere Gefahr: Die Förster der Region treibt derzeit die wachsende Waldbrandgefahr um. Waldbrände entstehen am häufigsten durch Unachtsamkeit, weiß der Wimsheimer Förster Rolf Müller. Weggeschnippte Zigarettenstummel, Grillfeste und Lagerfeuer in Waldnähe oder auch parkende Autos auf Wiesenwegen sind die häufigsten Auslöser. Das Forstamt appelliert daher an die Umsicht, Vernunft und Vorsicht jedes Einzelnen.

Unabhängig von der aktuellen Gefahr zwingt der Klimawandel generell zum Handeln: Die Förster im Enzkreis haben das Ziel, den Wald möglichst klimastabil zu entwickeln.

Dazu braucht es eine breite Palette an Baumarten. Denn zeigt eine Baumart Probleme mit dem Klimawandel, können andere diese Lücke füllen. Eichen sind beispielsweise trockentoleranter als Rotbuchen.

Deshalb werden sie von den Förstern im Enzkreis als klimastabile Baumart geschätzt und gefördert, um die Chance zu erhöhen, dass der Wald künftig besser mit Trockenperioden zurechtkommt.

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