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Enzklösterle Ein "weißer Fleck" verschwindet

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Innenminister Thomas Strobl (Dritter von links) gab den offiziellen Startschuss für schnelles Internet in Gompelscheuer. Fotos: Mutschler Foto: Schwarzwälder Bote

Hoher Besuch in Gompelscheuer: Thomas Strobl, der baden-württembergische Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, gab mit einem symbolischen Druck auf den roten Knopf den offiziellen Startschuss für den Anschluss der ersten Endkunden an das landkreisweite Glasfasernetz im Kreis Calw.

Enzklösterle-Gompelscheuer/Bad Wildbad-Sprollenhaus. "Baden-Württemberg ist die innovativste Region, nicht nur in Deutschland, sondern in Europa. Aber diese Innovationskraft müssen wir auch in Zukunft haben", sagte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl, zu dessen Ministerium auch die Digitalisierung gehört. "Die Digitalisierung verändert die Welt", ist er überzeugt. Deshalb sei dieses Thema einer der Schwerpunkte seiner Arbeit. Und Baden-Württemberg sei eines der wenigen Bundesländer, "das eine Strategie hat". Darum habe das Land eine Milliarde Euro dafür zur Verfügung gestellt und die wichtigsten Partner bei der Umsetzung seien Landräte und Bürgermeister. Allein 500 Millionen Euro seien bereits in den Ausbau der Infrastruktur geflossen, davon 18 Millionen in den Kreis Calw. Seit diesem Jahr seien die Förderungen von Bund und Land gekoppelt, sodass die Förderquote mittlerweile bei 90 Prozent liege. Auch Kostensteigerungen würden dabei eingerechnet. Strobl stellte klar, dass nur noch Projekte gefördert werden, die das Glasfasernetz bis ins Haus ausbauen.

Bei seinem Amtsantritt habe er als Ziel ausgegeben, auch "dem letzten Schwarzwaldhof das schnelle Internet zu bringen". Damals habe es zwar wenig Beifall gegeben und manche hätten sogar gelacht. Aber dieses Ziel verfolge er weiter, auch wenn der Schwarzwald mit seiner schwierigen Topografie den Ausbau "sportlich und teuer" mache. Denn es sei wichtig, "den ländlichen Raum nicht von dieser entscheidenden Entwicklung abzuhängen". Denn das schnelle Internet sei entscheidend für die Entwicklungen, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder auch bei der Telemedizin. Gerade auf dem Land könne man sich dadurch eventuell kilometerlange Fahrten zum Spezialisten sparen.

Ganz vorne mit dabei sei der Kreis Calw, sparte er nicht mit Lob. "Ihr habt am zweitmeisten Geld abgegriffen. Das zeigt, dass bei euch was läuft", sagte er in Richtung des Landrates und seiner Mannschaft.

Strobl ging auch noch auf "5G", die neue, schnelle Mobilfunkverbindung ein. "5G ist ein Quantensprung. Aber jeder Sendemast braucht einen Glasfaseranschluss", so der Minister, der weiter ausführte: "Zur Wahrheit gehört auch, dass man in dieser schwierigen Topografie etwa zehn Mal so viele Sendemasten wie bisher benötigt", um das 5G-Netz auch wirklich flächendeckend auszubauen und so Technologien wie das "pilotierte Fahren" überhaupt erst zu ermöglichen.

"Wir sind endlich kein weißer Fleck mehr im Kreis Calw", freute sich Enzklösterles neuer Bürgermeister Sascha Dengler bei dem Vor-Ort-Termin in Gompelscheuer. Er bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei seiner Vorgängerin Petra Nych, die bereits in den Jahren 2011/2012 eine Interessengemeinschaft in Enzklösterle gegründet habe. "Daraus ist ein Riesenprojekt geworden" und heute könne das Netz eingeweiht werden, freute er sich.

Ein Breitbandnetz offiziell in Betrieb zu nehmen, sehe relativ einfach aus, sagte der Calwer Landrat Helmut Riegger, "aber es steckt viel Arbeit und politisches Gespür dahinter". Mittlerweile habe der Landkreis mit seinem Eigenbetrieb Breitband bereits 440 Kilometer Glasfaserkabel in den teilnehmenden Gemeinden Bad Liebenzell, Bad Teinach-Zavelstein, Bad Wildbad, Enzklösterle, Haiterbach, Neuweiler, Oberreichenbach, Schömberg und Simmersfeld verlegt. "Wir haben es hingekriegt", sagte der Landrat angesichts der schwierigen topografischen Lage nicht ohne Stolz. 18 Millionen habe man vom Land an Fördermitteln bekommen und Riegger glaubt nicht, "dass es viele Landkreise gibt, die das Netz in dieser Geschwindigkeit ausbauen. Enzklösterle sei jetzt die erste Gemeinde, in der ein Teilausbau abgeschlossen sei und die Bürger das schnelle Internet mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit pro Sekunde (GB/s) nutzen können. Bis Mitte 2021 soll das Netz in allen teilnehmenden Gemeinden ausgebaut sein. Laut Riegger liege die nächste Sammelausschreibung mit acht weiteren Gemeinden bereits in der Schublade. Er bedankte sich bei Strobl für die "großartige Unterstützung", nicht ohne ein kleines Eigenlob: "Wir setzen die Politik um, die Sie für den ländlichen Raum vorgeben. Der Kreis Calw ist ganz vorne dabei."

Andreas Knörle, Dezernent im Landratsamt und Geschäftsführer des Eigenbetriebs Breitband Landkreis Calw, sagte, man habe durch das bestehende Netz der Sparkassen-IT bereits auf eine große Substanz zurückgreifen können und nun sei man in "Gompelscheuer besser versorgt als in der Landeshauptstadt", was Stroble mit dem Ausruf quittierte: "Und auch noch eine bessere Luft." Später fügte er zu diesem Thema noch an: "Wer will schon in Stuttgart wohnen?"

Knörle bedankte sich ausdrücklich bei Alt-Bürgermeisterin Nych, die "seit 2011 immer wieder für dieses Thema gekämpft und auch genervt" habe. Auch aus diesem Grund habe man bewusst Gompelscheuer als ersten Ortsteil angeschlossen.

(boom). Im Rahmen des Besuchs von Innenminister Thomas Strobl in Sachen Breitbandausbau besuchte er gemeinsam mit Landrat Helmut Riegger und Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack auch eine Baustelle in Sprollenhaus, mit der gerade das Glasfasernetz ausgebaut wird. Schon vor zehn Jahren habe es Probleme mit dem Internet in Sprollenhaus gegeben. Als Beispiel nannte Mack, dass die Schüler zu Hause etwas für die Schule recherchieren sollen, es aber in dem kleinen Stadtteil einfach nicht funktioniere. "Wir haben sogar schon überlegt, die Leitung selbst zu graben", hätten dann aber wohl keinen Netzbetreiber gefunden, so Mack weiter. Durch die Zuschüsse sei es jetzt möglich gewesen, eine Lösung zu finden und Sprollenhaus "überholt jetzt die Kernstadt".

Dementsprechend freute er sich über eine sehr hohe Anschlussquote. 4,5 Millionen koste die Maßnahme. Davon würden 3,3 Millionen vom Land gefördert. Dies zeige, dass die Kommune selbst auch investieren müsse, was angesichts der angespannten Haushaltslage nicht einfach sei. Er versicherte aber: "Die Gelder des Landes sind gut angelegt."

Strobl zeigte sich zuversichtlich: "Ich glaube, dass es gelingt, die weißen Flecken schnell wegzukriegen." Er erwähnte aber auch, dass man "im Grunde genommen am Anschlag" sei, was die Kapazitäten der Firmen betreffe: "Mehr kannst du nicht machen." Er sprach sogar von einer Erhitzung des Marktes. Diesen steigenden Baupreisen könne man bei den Maßnahmen im Kreis Calw durch die Sammelausschreibung und die Vergabe an einen Generalunternehmer entgegenwirken, fügte Andreas Knörle, Geschäftsführer des Eigenbetriebs Breitband, an.

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