Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Enzklösterle Das "Blaue Gold" ist wieder erntereif

Von
Jetzt ist wieder Heidelbeerzeit. Im Oberen Enztal wächst die gesunde Frucht im Nadelwald. Für die abgebildete Menge, etwa sechs Kilogramm, waren rund fünf "Zopfstunden" nötig.Foto: Bechtle Foto: Schwarzwälder Bote

"Blaues Gold" wurden sie früher genannt, die Heidelbeeren, die jetzt wieder reif sind. Früher waren es die Frauen und die Kinder, die täglich in "d‘ Hoabeer" gingen, um zum meist kargen Lohn ihrer Männer mit dem Verkauf der Beeren beizutragen.

Bad Wildbad/Enzklösterle. In besonders guten Jahren mit vielen Heidelbeeren, gab es im Dorf sogar "Heidelbeerferien", damit die Kinder ebenfalls beim Beerensammeln mitmachen konnten. Jede Familie hatte damals ihren bestimmten Platz, den man möglichst nicht anderen mitteilte. Wer im Dorf am meisten Heidelbeeren in einer Saison sammelte, erhielt den Ehrentitel "Hoabeer-Sau", was keine Abwertung war, sondern ein Ehrentitel.

Richard Reichle, früherer Oberlehrer und Schulleiter in Enzklösterle, berichtet im "Heimatbuch Enzklösterle" (erschienen 2003), dass die Heidelbeerernte in Enzklösterle jährlich etwa 1200 bis 2000 Zentner betrug, was bei einem Verkaufspreis von damals 20 Pfennig je Pfund immerhin zwischen 24 000 und 40 000 Mark zusätzliches Einkommen für die Dorfbewohner bedeutete. Gute Pflückerinnen brachten es auf 50 bis 60 Pfund (25 bis 30 Kilo) am Tag, allerdings ohne "Reff".

Die Reffe ist laut Duden eigentlich eine "aus parallelen Zinken bestehende Vorrichtung an der Sense, mit der die Schwaden aufgefangen und gleichmäßig abgelegt werden". Manchmal wird sie auch als Heidelbeerkamm bezeichnet, je nach Region. Beim Heidelbeerpflücken ist sie natürlich wesentlich kleiner und mit einem Handgriff versehen, so dass sich die Beeren leichter vom Busch abstreifen lassen. In manchen Gegenden ist das "Reffen" verboten.

1967 sollte es eine Heidelbeerstraße geben

Bereits 1967 beabsichtigte die "Planungsgemeinschaft Nordschwarzwald" als Gegenstück zur Schwarzwald-Hochstraße und der Badischen Weinstraße eine "Heidelbeerstraße" auf den Höhen zwischen Enz und Nagold auszuweisen, wozu es allerdings nicht kam. Dafür gibt es seit einigen Jahren das Heidelbeerdorf Enzklösterle mit dem zwölf Kilometer langen Heidelbeer-Premium-Wanderweg und dem Heidelbeerhaus. Sogar einen "Heidelbär" gibt es, eine rund zwei Meter große Bärenfigur, die der frühere Holzschnitzer Theo Gütermann im Jahr 2010 aus einem Tannenstamm in dreiwöchiger Arbeit schuf.

Jetzt haben die gesunden Früchte wieder Saison. Die Pflanzen gehören zu den Heidekrautgewächsen, in der Natur wachsen sie an niedrigen Sträuchern auf lockeren, sauren Böden, gern in lichten Nadelwäldern. Da sie sich auf geeigneten Böden rasch ausbreiten, stehen sie nicht unter Schutz, die Früchte dürfen geerntet werden. Heidelbeeren (Blaubeeren, Bickbeeren) gehören zu den gesündesten und wertvollsten Lebensmitteln der Erde. Das Ernten, im Schwäbischen "Zopfen", allerdings ist anstrengend und ermüdend, macht jedoch Freude, und Kinder beweisen "ihre" Ernte mit dem blau erschmierten Mund und der blauen Zunge.

Artikel bewerten
0
loading

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 130891

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.